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Im Zeichen der Sprach- und Datenintegration


22.05.1998 - 

Bay steht auf Nortels Einkaufsliste

Die Gerüchteküche brodelt und fördert schon sehr konkrete Zahlen zutage. So meldet die CW-Schwesterpublikation "Network World" etwa, die Akquisition von Bay Networks werde am 8. Juni auf der US-Messe Supercomm 98 bekanntgegeben. Angeblich habe Nortel bereits zwischen 32 und 35 Dollar für eine Bay-Networks-Aktie geboten, die an der Börse zum gleichen Zeitpunkt für knapp 27 Dollar gehandelt wurde. Insgesamt wäre die Akquisition somit 7,3 bis acht Milliarden Dollar wert.

Bay Networks und Nortel waren zu Stellungnahmen nicht bereit und fördern dadurch weitere Spekulationen. So berichtet die "Network World", daß Bay einem Übernahmeangebot nicht abgeneigt sei. Lediglich der vorgeschlagene Preis habe die Verantwortlichen verschnupft reagieren lassen. Sie fordern 40 Dollar pro Aktie, also insgesamt rund 9,1 Milliarden Dollar für ihre Company.

Abseits aller Spekulationen gibt es durchaus handfeste Gründe für eine derartige Hochzeit. In den kommenden Jahren wird in der Netzwerk- und TK-Szene eines der spannendsten Kapitel aufgeschlagen werden, denn die Grenzen zwischen beiden Märkte sowie der Daten- und Sprachübertragung verwischen zunehmend und zwingen die Unternehmen zu handeln. Vorreiter dieser Bewegung ist einmal mehr Cisco, das bereits vor zwei Jahren den Spezialisten für Weitverkehrsstrecken Stratacom übernahm und damit den Angriff auf TK-Hersteller wie Nortel, Lucent, Ericsson und Siemens startete.

Auf der anderen Seite stehen die klassischen Equipment-Lieferanten für Datennetze Bay Networks, Cabletron und 3Com. Alle drei hatten in den vergangenen Monaten mit Umsatz- oder Gewinneinbrüchen zu kämpfen und sehen ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber Cisco gefährdet. Nun sind diese drei Cisco-Jäger gefordert, ihre Produktpalette um Vermittlungslösungen für die Sprachübertragung aufzubessern.

"Das Nortel-Angebot ist symptomatisch für den Prozeß, die Daten- und Sprachkommunikation zusammenzuführen", erklärte Andy Schopnick, Analyst bei Netmeg Securities. "Würde Nortel nicht bieten, wäre es jemand anderes. Ich denke, wir werden in den nächsten zwölf Monaten noch eine oder zwei große Hochzeiten erleben."

Ein möglicher Kaufinteressent für Bay ist auch Lucent Technologies. Das Unternehmen pflegt bereits seit zwei Jahren eine technologische Partnerschaft mit den Netzwerkern. Wenn Bay zudem bis zum Oktober Geduld bewahrt, könnte es seinen Preis hochtreiben. Denn dann läuft eine Zweijahresfrist ab, die Lucent nach der Ausgliederung aus dem AT&T-Konzern auferlegt wurde und dem Unternehmen die Finanzierung teurer Übernahmen erschwerte.