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24.10.1997 - 

Produktdaten-Management mit CAD-Optimierung

BCT nimmt Abschied vom klassischen EDM-Konzept

EDM beziehungsweise das oft synonym verwendete Produktdaten-Management (PDM) ist noch komplexer geworden, ohne jedoch den Anspruch auf eine wirksame Entlastung der Anwender, eine kreativere Produktentwicklung und eine Effizienzsteigerung im Konstruktionsprozeß zu erfüllen. "EDM in seiner heutigen Form hat sich nicht bewährt", resümiert BCT-Geschäftsführer Heinrich Kimmig: "wie schon beim CIM-Gedanken der 80er Jahre wurde Machbares mit Sinnvollem verwechselt."

Das Leitmotiv des mittelständischen Maschinenbaus sollte dagegen "Gestalten statt Verwalten" lauten, so der Branchenexperte. Das wichtigste Glied in der Engineering-Prozeßkette, der Konstrukteur, rücke mit EDM immer mehr in den Hintergrund. Außerdem wurde ihm ein erheblicher Mehraufwand für die Verwaltung zugemutet.

Anders als das eher CAD-neutrale EDM-Konzept setzt EOM auf eine möglichst optimale CAD-Einbindung. Dabei konzentriert EOM auf die kleinsten intelligenten Einheiten, sogenannte Features, in denen die Produktinformationen zu Teilen oder Baugruppen enthalten sind. So werden die vorhandenen Produktdaten beispielsweise aus Zeichnungen, Stücklisten oder Explosionsdarstellungen mit der inzwischen verbreiteten 3D/2D-CAD-Feature-Technologie kombiniert.

Konstrukteursgerecht aufbereitete Feature-Bibliotheken - Features bilden hier die einzelnen Engineering-Objekte, aus denen sich eine Baugruppe zusammensetzen läßt - beinhalten alle Konstruktionselemente vollparametrisch. Der Designer verknüpft existierende Module zu neuen Varianten, findet so intuitiv neue Lösungen und erstellt automatisch, also ohne sein explizites Zutun, die gewünschten Produktdaten. Die einzelnen Features sind dabei durchgehend assoziativ auf das EOM-System gestützt. Zusätzlich kann der Anwender aus seiner Konstruktion wiederum eigene Features ableiten, die speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmt sind. Als Zielgruppe für diesen Lösungsansatz nennt Kimmig vor allem mittelständische Unternehmen mit einem hohen Konstruktionsanteil in der Wertschöpfungskette. Das sind zum Beispiel Firmen aus den Bereichen Sondermaschinenbau oder Maschinenbau mit vielen Produktvarianten.

Basis für die von BCT ursprünglich entwickelten EDM- und CAD/CAM-Lösungen waren zunächst 2D- und 3D-Produkte. Inzwischen, so Kimmig, "haben wir mit der reinen 2D-Welt abgeschlossen". Seit 1993 hat man sich in Kehl auf die 3D-Software "Unigraphics" von EDS festgelegt. Die 2D-Software "ME 10" von Hewlett-Packard wird indes nicht mehr vertrieben, wobei die Betreuung der Bestandskunden und die Anpassungsentwicklung jedoch weitergeführt werden.

Aufgesetzt auf die Designsoftware war die BCT-eigene EDM-Entwicklung "Idias" (Idias = Integriertes digitales Informations- und Archivierungssystem). Diese Lösung erlebt derzeit eine vollständige Überarbeitung. Als Beta-Release befindet sich das neue Idias bereits im Test, mit der Fertigstellung wird noch in diesem Jahr gerechnet. Gleichzeitig soll die aktuelle Version 7.04 auf 1.0 umgetauft werden, um den Beginn der neuen Ära als EOM-System zu symbolisieren.

Idias 1.0 gliedert sich in mehrere Moduleinheiten: Die Hauptanwendung für die 3D-Modelle und die abgeleiteten Dokumente stellen die Komponenten "Design Management" (DM) und "Tec Doc" (TD) dar. Über den "Part Navigator" erfolgt die Einbettung in Unigraphics. Dieser wurde für das EOM-Konzept erweitert und enthält in Version 3.0 ein Clipboard, in dem parallel zur aktiven Konstruktion beliebig viele Zeichnungen inklusive der untergeordneten Teilestrukturen offengehalten werden können. Über Drag and drop lassen sich Einzelteile oder komplette Strukturbäume aus einer Vorlage in das aktuelle Design ziehen und einbauen. Der Part Navigator wurde auf die neue Unigraphics-Version 13 abgestimmt. Weitere Module kommen in Form von "Release Management" (RM) und "Product Release" (PR). Beide regulieren die Anforderungen hinsichtlich der Änderungsverwaltung, Prüf-, Freigabe- sowie Verbesserungsvorschläge.

Als Glücksfall bezeichnet Kimmig die Entwicklung des Marktes in Richtung Internet. Neben der kompletten Integration von Idias in Unigraphics wurden alle Entwicklungen auf Internet-Technologien umgestellt: Durch die Programmierung in Java kann die Universalität des Netscape-Browsers vollständig genutzt werden. Das bedeutet, daß eine ressourcenschonende, kostengünstige und vor allem plattformneutrale Bereitstellung der Produktdaten im gesamten Unternehmen (Intranet und Extranet) weltweit ohne zusätzlichen Aufwand möglich ist..

*Norbert Henkel ist freier Journalist in Baden-Baden.