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17.08.1979 - 

Betri für Klein- und Mittelbetriebe:

BDE schützt Wettbewerbsnachteilen

In der letzten Rezessionsphase nutzten die Großunternehmen immer schonungsloser Termin - und Preisvorteile ihrer Zulieferer aus. Teilweise wurde über Abrufaufträge die Lagerhaltung in die Klein- und Mittelbetriebe plaziert. Bei Terminverzug ging dann nicht selten der nächste Auftrag an die Konkurrenz.

Betriebsdatenerfassung wird deshalb für die kleinen und mittleren Unternehmen zur Lebensnotwendigkeit; sie sorgt für aktuelle und ungeschminkte Information. Dem Verkäufer wird klar, welche Konsequenzen sich hinter zu knappen Terminangaben verbergen, und auch der Betriebsleiter kann entstandenden Terminverzug präzise belegen und oft bereits vorab Abhilfe schaffen.

Schätzungsweise kommen 7000 Unternehmen für Betriebsdatenerfassung in Frage, davon sind 80 Prozent kleinere und mittlere, die zwischen 100 und 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Aufgrund der bei Betriebsdatenerfassungs-Seminaren vorgestellten Installationen gewinnt man den Eindruck, daß BDE ausschließlich bei Großunternehmen praktiziert wird. Die Installationen bei Renk in Augsburg und bei Traub in Reichenbach sind ein Beweis dafür. Wo aber sind ähnlich anspruchsvolle BDE-Installationen in kleinen und mittleren Unternehmen zu finden?

Es gibt diese BDE-Installationen in Klein- und Mittelbetrieben. Sie sind nur nicht so bekannt.

Wie man es machen soll, wenn man sich für kommerzielle Aufgaben ein kleines EDV-System anschaffen möchte, zeigen zwei Installationen bei den Unternehmen Ilpea in Geretsried und München und Eichenauer in Kandel/Pfalz.

Ilpea erfaßt für 200 Mitarbeiter und die Firma Eichenauer für 500 Mitarbeiter Personal- und Produktionsdaten.

Den Vorschlag "Man nehme ein paar Terminals" nahmen die Geretsrieder wörtlich. An die kommerziell genutzte EDV-Anlage wurden direkt Betriebsdatenerfassungsterminals angeschlossen.

Sie wurden wie ein herkömmlicher Bildschirm des Herstellers programmiert. Der Anschluß wird somit voll hard- und softwaremäßig vom Betriebssystem unterstützt. Bei einem derartigen Konzept kann BDE bereits bei 6000 Mark beginnen. Da bei Ilpea die Daten bereichsweise erfaßt werden, reichten vier Terminals für 200 Beschäftigte aus. Die reine Hardware-Investition auf der Terminalseite belief sich also auf 24 000 Mark.

Auch Mikroprozessor-gesteuerte Kleinstprozeßrechner können als preiswerte Vorschaltrechner Betriebsdatenerfassungsaufgaben übernehmen (Bild 2).

Diese Möglichkeiten nutzte das Unternehmen Eichenauer/Kandel. Sechs BDE-Terminals erfassen Personal- und Produktionsdaten für 50O Mitarbeiter. Diese Daten werden durch permanente Soll-/Ist-Vergleiche geprüft (Leistungsgrad-Ermittlung) .

Zur Auswertung und Weiterverarbeitung werden die Daten zyklisch einem kommerziellen Rechner übergeben. Dort werden sie unter einem integrierten Fertigungsplanungs- und -steuerungssystem aktuell verbucht. Dadurch kann sowohl vom Verkauf als auch von der Arbeitsvorbereitung der Stand der Aufträge über Bildschirme abgefragt werden. Selbst der Geschäftsführer ist in der Lage, den anfragenden Kunden gezielt über den Stand seiner Aufträge zu informieren, und die Betriebsabrechnung hat

aktuelle Daten für Abrechnung und Nachkalkulation.

Die Entscheidung für das Betriebsdatenerfassungssystem fiel gleichzeitig mit der für den Einsatz eines eigenen kommerziellen Rechnersystems. Bis dahin wurde im Service gearbeitet. Da das Unternehmen sich nicht speziell mit den Problemen der Prozeß- und Betriebsdatenerfassung befassen wollte und konnte, wurde das BDE-System schlüsselfertig bestellt. Die Einführung des Gesamtsystems dauerte anderthalb Jahre.

Diese beiden Installationen sind sicherlich nicht repräsentativ für sämtliche Klein- und Mittelbetriebe. Sie sind aber ein Beispiel dafür, wie man zu licht utopischen Kosten vollwertige Betriebsdatenerfassung in Klein- und Mittelbetrieben erfolgreich praktizieren kann.

Was Betriebsdatenerfassung einem Unternehmen bringen kann, haben bereits vor Jahren einige Pioniere erkannt und relativ teuer bezahlt. Aber bei richtiger Organisation und Einführt war es für die Anwender doch wirtschaftlich.

Der Zug Betriebsdatenerfassung ist inzwischen ins Rollen gekommen. Um die Wettbewerbsvorteile auch in Zukunft zu erhalten, sollten vor allem die Klein- und Mittelbetriebe rechtzeitig aufspringen.

Das BDE-System bei Eichenauer kostete zirka 150 000 Mark, was einer monatlichen Miete von 3000 Mark entspricht. Das Gesamtsystem - bestehend aus dem schlüsselfertigen BDE-System und der kommerziellen EDV-AnIage - kostete etwa 500 000 Mark, was einem monatlichen Mietsatz von 10 000 Mark entspricht.

Dierk Schulte ist Product-Manager-Betriebsdatenerfassung bei der PCS, Periphere Computer Systeme GmbH, Pfälzer-Wald-Straße 36, 8000 München 90.