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04.06.2004 - 

Produktstrategie stellt Prozesse und Web-Services in den Vordergrund

Bea setzt auf serviceorientierte Architektur

SAN FRANZISKO (CW) - Mit einem Bekenntnis zu Service-orientierten Architekturen (SOA) gibt Java-Spezialist Bea Systems seiner Produktstrategie eine neue Ausrichtung. Auf der Hausmesse E-World wurden nun Server- und Client-Techniken angekündigt, die Unternehmen eine prozessorientierte Integration und Steuerung verteilter Anwendungen und Dienste erlauben sollen.

Als einer der letzten großen Anbieter von Infrastruktursoftware hat sich jetzt Bea Systems mit der Initiative "Liquid Computing" offiziell zur SOA bekannt. Diese stellt nach der Definition des Herstellers Prinizipien und Praktiken bereit, mit denen sich Geschäftslogik als Dienste entwerfen, teilen, wieder verwenden sowie zu Prozessen orchestrieren lasse. Dieser Ansatz eröffne Unternehmen die Chance, ihre IT-Infrastruktur schneller und effizienter an die geschäftlichen Bedürfnisse anpassen zu können als bisher, erklärte Chief Executive Officer Alfred Chuang in San Franzisko.

Bea plant, zusätzliche Tools und Techniken zur Umsetzung von SOA mit der für 2005 angekündigten Version 9.0 seiner Infrastrukturprodukte "Weblogic Plattform" auszuliefern. Zugleich will der Hersteller sein Portfolio modularer und durch Web-Services flexibler nutzbar machen. Nach zuletzt enttäuschenden Geschäftszahlen, die insbesondere einen Rückgang im Neulizenzverkauf brachten, wird diese Strategie als Versuch gesehen, die eigenen Produkte stärker anderen Unternehmensanwendungen zu öffnen sowie neue Anwendungsgebiete erschließen zu wollen. "Wir wollen in fünf Jahren zu einer Drei-Milliarden-Dollar-Company werden", sagte Chuang.

Prozessmodellierung im Trend

Als Vorboten dieser Strategie kündigte der Unternehmenschef die Software "Weblogic Server Process Edition" an, die Bestandteile des bisherigen Produkts für Enterprise Application Integration (EAI) "Weblogic Integration" enthält. Im Einzelnen sind dies eine Design-Oberfläche zur Darstellung Java-basierender Geschäftsprozesse, eine Engine zur Code-Generierung aus den Vorlagen sowie den Applikations-Server "Weblogic" als Laufzeitumgebung. Umfassendere Funktionen und Adapter zur Anwendungsintegration, wie sie Weblogic Integration bietet, fehlen hingegen. Vielmehr ist das Bundle laut Chuang eine Antwort auf das wachsende Interesse im Markt an Tools zur Prozessmodellierung und richte sich in erster Linie an Value Added Reseller. Ein zentraler Baustein zur Implementierung einer SOA ist derzeit unter dem Projektnamen "Quicksilver" noch in der Entwicklung. Auf der Veranstaltung hieß es hierzu, dass es sich um einen über XML-Metadaten gesteuerten Messaging-Server handelt, der Anwendungsdienste per Web-Services-Technik verbinden, routen und verwalten kann. Manuelles Coding von Anwendungen oder Middleware soll damit überflüssig werden. Quicksilver und Liquid Computing werden Chuang zufolge den Datenaustausch sowie die Anwendungskommunikation über Java, .NET, SAP sowie Legacy-Systeme wie Mainframes und MQ Series hinweg vereinheitlichen. Derartige Produkte werden mittlerweile als "Enterprise Service Bus" bezeichnet und beispielsweise von Herstellern wie Fiorano oder Sonic Software, aber auch von Branchengrößen wie etwa IBM propagiert.

Mit "Alchemy" stellte Bea zudem ein weiteres Projekt vor, das Bestandteil des Liquid Computing sein soll. Die Software verspricht das Defizit zu beheben, dass Web-Browser zwar mittlerweile als universelle Frontends im Einsatz sind, sich in ihnen aber ohne Netzverbindung keine Web-Anwendungen benutzen lassen. Alchemy wird laut Bea-Chefarchitekt Adam Bosworth zusätzliche Cache- und Replikationsfunktionen für marktgängige Browser bereitstellen, die weit über die eingebauten Offline-Funktionen des Browsers hinausgehen. Anwender könnten dann Daten etwa auf ein Notebook herunterladen und das Gerät danach vom Netzwerk trennen. Alle anschließend eingegebenen Informationen sollen bei der Rückkehr ans Netz mit dem Server abgeglichen werden.

Vorwürfe an den Wettbewerb

Die Kritik mancher Marktbeobachter, dass Bea im Vergleich zum Wettbewerb mit seiner SOA-Strategie spät dran sei, versuchten Herstellervertreter in San Franzisko zu entkräften. Ohne IBM namentlich zu nennen, attackierte Chuang Wettbewerber wegen deren Nutzung unterschiedlicher Codebasen und Services in ihren Produkten. Bea dagegen biete mit Weblogic Platform eine einzige, integrierte Plattform. Anders lautende Behauptungen des Wettbewerbs seien "falsch und lachhaft". Zudem würden Kunden eigentlich schon heute mit Beas Produkten SOAs entwickeln. "Alle Welt redet über SOA, aber wir verkaufen die Plattform dazu", behauptete Chuang. (as/tc)