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IT-Großhändler bereitet mit der AG das Going Public vor

Bechtle-Gruppe will weitere Systemhäuser an sich binden

09.04.1999
Von Beate Kneuse* STUTTGART - Deutlich beim Umsatz zulegen konnte die Bechtle-Gruppe im zurückliegenden Geschäftsjahr 1998. Überdurchschnittliches Wachstum hat sich der herstellerunabhängige IT-Dienstleister und -Händler auch für die kommenden Jahre auf die Fahnen geschrieben.

"Wir müssen und wollen schneller als der Markt wachsen", geben Ralf Klenk und Gerhard Schick, Gründer und Geschäftsführer der Bechtle-Gruppe, als die Marschroute für die nächsten Jahre aus. Dabei kann sich das Duo über mangelnde Erfolge nicht beklagen. In den vergangenen vier Jahren hat sich der schwäbische IT-Service-Anbieter mit angeschlossenem Handelsgeschäft rasant entwickelt. Belief sich der Umsatz 1994 noch auf 48 Millionen Mark, konnte Bechtle 1998 satte 397 Millionen Mark einnehmen - 58,8 Prozent mehr als im Vorjahr, als man 251 Millionen Mark erzielte. Den Löwenanteil (70 Prozent) erwirtschaftete man im Handelsgeschäft - unter anderem mit Lösungen von Compaq, IBM und Hewlett-Packard (HP) -, das über die eigenständige Bechtle Direkt GmbH, aber auch über Systemhäuser abgewickelt wird. In ähnlichem Umfang legte auch die Belegschaft zu. Standen 1997 480 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste, waren es 1998 bereits 800.

Für den Aufschwung sorgte auch die Strategie der Schwaben, sich mit Hilfe von Übernahmen zu verstärken. So sind in den vergangenen vier Jahren eine Handvoll Systemhäuser an Bord geholt worden. Allerdings scheint den Bechtle-Machern derzeit nicht der Sinn nach weiteren Akquisitionen zu stehen. "Wir erhalten zwar jeden Tag Anfragen", gab Schick auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart zu Protokoll, "doch wir wollen nicht um jeden Preis expandieren." Somit ist auch das für 1999 und das Jahr 2000 anvisierte Wachstum eher konservativ, weil es aus eigener Kraft erfolgen soll. Rund 500 beziehungsweise 600 Millionen Mark Umsatz stehen im Geschäftsplan.

Weitere Niederlassungen im Ausland geplant

Gleichwohl dürften die Schwaben um weitere Zukäufe nicht herumkommen. Denn die Gruppe ist zwar im süddeutschen Raum sowie Sachsen und Thüringen flächendeckend präsent, in anderen Regionen jedoch nicht. Gerade deshalb sehen Klenk und Schenk allein in Deutschland noch große Wachstumschancen. 17 Systemhäuser vertreiben derzeit hierzulande das Bechtle-Produkt- und Serviceportfolio rund um die Themen unternehmensweite Netze, DV-Konzepte und -Lösungen sowie Outsourcing, mit dem schwerpunktmäßig der Mittelstand adressiert wird. 60 bis 70 Vertriebspartner sollen es jedoch mittelfristig sein - was entsprechende Aufbauarbeit erfordert.

Wohl auch deshalb sind die Schwaben nur über ihre Handelsorganisation Bechtle Direkt im Ausland präsent. Derzeit existieren Niederlassungen in England, Italien, Österreich und der Schweiz; Büros in den Niederlanden und in Frankreich kommen in den nächsten Monaten hinzu. Momentan wickelt Bechtle Direkt übrigens 20,4 Prozent seiner Verkäufe über das Internet ab. Im Jahr 2003 soll sich diese Rate auf 60 bis 70 Prozent erhöht haben. Ernsthaft in Erwägung ziehen die Firmenlenker auch den Gang an die Börse. In den nächsten sechs bis acht Wochen wird deshalb in einem ersten Schritt die in Gaildorf ansässige Holding Bechtle GmbH in eine AG umgewandelt.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.