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04.04.2003 - 

Wachstum durch Akquisitionen

Bechtle peilt mit PSB die Umsatzmilliarde an

STUTTGART (CW) - Mit der Übernahme der PSB AG versucht die Gaildorfer Bechtle AG erstmals, sich einen börsennotierten Konkurrenten einzuverleiben. Damit vergrößert das Systemhaus auf einen Schlag seine Präsenz in Deutschland um zehn weitere Standorte.

Die Konsolidierung unter den deutschen Systemhäusern gewinnt weiter an Fahrt. Für die bereits in den vergangenen Jahren äußerst kauflustige Bechtle AG ist der Erwerb der PSB Aktiengesellschaft für Programmierung und Systemberatung allerdings der bislang größte Deal. Mit einem Umsatz von rund 150 Millionen Euro ist die 490 Mann starke Company in dem stark zesplitterten Markt eine respektable Größe, die es erst einmal zu verdauen gilt.

Rechtzeitig zur Bilanzpressekonferenz in Stuttgart konnte Bechtle vergangene Woche die Eckdaten der Übernahme präsentieren. Demnach soll es nicht bei den erworbenen rund 60 Prozent bleiben, die vom Firmengründer und Großaktionär Hans-Ulrich Niedgens sowie dem PSB-Vorstand stammen. Den verbliebenen Aktionären wird nun ein Pflichtangebot über 6,4 Euro je Aktie unterbreitet, laut Bechtle-Vorstandschef Gerhard Schick mit dem Ziel, wenigstens 95 Prozent der Anteilscheine zu erwerben. Sowohl Schick als auch PSB-Vorstandschef Karl-Heinz Gosmann betonten, dass es sich um eine freundliche Übernahme handele, die für beide Seiten positive Effekte habe. Auf die Frage nach dem Grund für den Verkauf räumte Gosmann ein, dass PSB 2001 immense Investitionen vor allem in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter gesteckt hat. Nun habe man keine Kraft mehr, weiter mit eigenen Mitteln zu wachsen.

Kundenkreis erweitert

Zumindest aus Sicht des Käufers gibt der Deal durchaus Sinn. "Bechtle kauft sich mit PSB vor allem weitere Kunden", schätzt Markus Huber-Graul, Analyst bei der Meta Group. Die zehn Tochtergesellschaften umfassende PSB hatte dagegen Gerüchten zufolge mit Integrationsproblemen zu kämpfen. Bechtle-Chef Schick wollte sich zu der Zukunft der Töchter noch nicht äußern, auch in Bezug auf mögliche Synergieeffekte blieb er vorsichtig: "Frühestens im nächsten Jahr rechnen wir mit Einsparungen, die unseren Ertrag verbessern."

PSB-Vorstand Gosmann gibt sich zuversichtlich für das laufende Jahr. Er rechne mit einer Umsatzsteigerung auf 180 Millionen Euro sowie einer Ebit-Verbesserung auf rund sechs Millionen Euro, was die neue Muttergesellschaft einen großen Schritt näher an ihr intern ausgegebenes Ziel heran brächte. Bechtle-Vorstand Schick wollte zwar keine konkrete Umsatzprognose für 2003 abgeben, sagte aber: "Wir werden alles tun, um die Milliarde zu packen."

Wie er das schaffen will, hat Schick bereits 2002 demonstriert: Bechtle konnte die Einnahmen insgesamt um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 752 Millionen Euro steigern, das Ebit erhöhte sich von 13,1 Millionen auf 18,4 Millionen Euro. Ohne die akquirierten Firmen hätte sich das Umsatzplus allerdings lediglich auf 9,5 Prozent belaufen. Außerdem wäre die Entwicklung in erster Linie auf die um 23 Prozent auf 193,8 Millionen Euro gestiegenen Einnahmen im IT-Handel zurückgegangen. Im Systemhausgeschäft hingegen hätten die Schwaben sogar ein Umsatzminus von 2,5 Prozent verzeichnet. Insgesamt betrugen die Einnahmen 557,9 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei 11,9 Millionen, knapp 50 Prozent mehr als im Vorjahr. (rs)