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23.05.2006

Bechtle schließt erneut eine Niederlassung

Das größte deutsche Systemhaus dünnt sein Filialnetz aus, um Kosten zu senken.

In den vergangenen Jahren legte die Bechtle AG stets Wert darauf, in Deutschland "flächendeckend" mit Niederlassungen vertreten zu sein. So gründete und kaufte der Konzern rund 60 Standorte in Deutschland und der Schweiz. Inzwischen hat das Unternehmen jedoch damit begonnen, gezielt Niederlassungen zu schließen. Jüngstes Beispiel ist die Vertretung in Wangen im Allgäu, die erst im April 2005 von Bechtle übernommen worden war. Sie gehörte zum Systemhausverbund Compartner Systems mit weiteren Standorten in Ratingen und Rheinbach/Bonn.

Eine Sprecherin von Bechtle bestätigte die Schließung zum 30. Juni. In Wangen sind 15 Mitarbeiter betroffen. Bereits im Frühjahr hatte Bechtle seinen Standort in Kassel mit 14 Mitarbeitern aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Auch hier waren die "Wachstumsdynamik" und die Perspektive hinter den Erwartungen zurückgeblieben, so die Begründung.

Im ersten Quartal des Jahres hatte Bechtle zwar gute Zahlen vorgelegt, doch im Systemhausgeschäft kriselt es: So berichtete das Unternehmen, der Umsatzzuwachs in dem Bereich von knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei "ausschließlich akquisitionsbedingt" zustande gekommen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Systemhausgeschäft fiel auf zwei Millionen Euro, die operative Marge schrumpfte auf ein Prozent. Die Reaktion folgte in der offiziellen Pressemitteilung zum ersten Quartal, in der Firmenchef Ralf Klenk zitiert wird: "Vor allem aber haben wir uns für dieses Jahr eine Reihe wichtiger strategischer und organisatorischer Maßnahmen vorgenommen, die allesamt darauf ausgerichtet sind, unsere Profitabilität zu erhöhen."

Wohin führt der Sparkurs?

Weitere Niederlassungen könnten vom Sparkurs betroffen sein, Gerüchten zufolge beispielsweise das Software-Competence-Center in Villingen-Schwenningen. Derartige Pläne dementierte die Bechtle-Sprecherin allerdings umgehend. Sowohl das Systemhaus als auch das Lösungsgeschäft in Villingen-Schwenningen liefen gut. Es gebe daher keinen Grund, über eine Schließung nachzudenken. (ajf)