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17.10.1980 - 

Vernachlässigung von Analyse- und Planungsaufgaben durch die betriebliche DV:

Bedarf-an Timesharing und Netzdiensten steigt

FRANKFURT (pi) - Die Dienstleistung "Timesharing" befindet sich gegenüber der Datenverarbeitung in firmeneigenen Rechenzentren in einer Doppelrolle. Sie hat ihre Ursachen in den Anfängen der "Datenverarbeitung außer Haus", als der EDV-Service weitgehend als Alternative zum eigenen Rechenzentrum aufgefasst wurde.Das galt besonders für kleine und mittlere Firmen.

Für den Timesharing-Service gehört eine solche Betrachtungsweise längst der Vergangenheit an. Im Grunde hatte sie für ihn, im Gegensatz zur herkömmlichen "EDV ausser Haus", kaum je sachliche Berechtigung. Jeder gute Timesharing-Service-Verkäufer weiss und sollte es deutlich machen, daß sein Dienstleistungsangebot das firmeneigene Rechenzentrum nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen soll. Als Beweis genügt die Feststellung, daß der typische Timesharing-Service-Kunde zu den großen und mittelgrossen Unternehmen zählt und selbst über meist beachtliche Computerinstallationen verfügt.

Deutsche denken um

Es ist müßig, den Versuch einer Grenzziehung zwischen Ersetzen und Ergänzen zu machen. Einerseits sind die Grenzen fliessend, abhängig von der Entwicklung der Hardware- und Softwaretechnologie, andererseits liegt jeder Fall anders. Sehr positiv wirkt sich für den Timesharing-Service aus, daß die EDV-Organisation in ihrer Funktion als Beschaffer von Computerleistung für das Unternehmen zunehmend "Make or Buy"-Betrachtungen anstellt. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die Neigung, nicht nur alles selbst zu entwickeln, sondern auch alles auf der eigenen Anlage abzuwickeln, sehr kostspielig sein kann. Diesen Umdenkungsprozeß beobachtet die Taylorix-Tymshare GmbH, Stuttgart/Frankfurt, besonders in der Bundesrepublik. Es kommt sicher nicht von ungefähr, daß europäische Länder wie England, Frankreich, Holland, Schweden einen absolut und/oder relativ weit grösseren Timesharing-Service-Markt haben. Doch inzwischen holt der Markt der Bundesrepublik mit grösseren Zuwachsraten auf.

In dieser Konstellation sehen die Firmen der Tymshare-Gruppe besonders gute Marktaussichten. Bis die Dynamik des Wettbewerbs den Fortschritt zum Standard gemacht hat, müssen neue Märkte und Marktnischen entdeckt sein, neue Technologien Fortschritt bieten. Netzwerktechnologie und Softwaretechnologie sind in diesem Sinne Tymshares spezifische Gebiete. Einige Beispiele aus dem Tymshare-Marketing sollen helfen, Antworten auf die eingangs gestellten Fragen zu finden.

Einschlägige Marktanalysen über die Computereinsatzgebiete stellen heraus, daß die operativen Bereiche, verbunden mit der Bewältigung von Massendaten, eindeutig im Vordergrund stehen. Demgegenüber führen Aufgaben mit ausgeprägt analytisch/ planerischem Charakter hinsichtlich ihrer EDV-Versorgung ein Schattendasein. Das hat viele Gründe. Nicht zuletzt sind es echte Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Fachabteilung und Programmierung sowie Lücken zwischen dem Anforderungsprofil der Aufgabe und dem Angebotsprofil der hauseigenen EDV-Ressourcen.

Die damit gegebenen Versorgungslücken oder Marktnischen wurden für die Tymshare-Gruppe ein wichtiges Betätigungsfeld.

Weniger abhängig vom DV-Spezialisten

Es wird in diesem Beitrag auch deshalb angesprochen, weil es neben seiner unmittelbaren Bedeutung für den Timesharing-Service-Markt mittelbar dazu beiträgt, eines der größten und hartnäckigsten Probleme der Computerwelt zu lösen: die im echten Sinne des Wortes unheimlich weitgehende Abhängigkeit vom Spezialistentum. Wenn der Krafftahrzeugverkehr ebenso abhängig von Spezialisten wäre, gäbe es kaum Individualverkehr, sondern überwiegend Omnibusse und Taxen. Private Pkws blieben Leuten vorbehalten, die sich einen Chauffeur leisten können.

Die Abhängigkeit vom Spezialistentum verhindert, daß der Computer in unserer Gesellschaft integriert ist, obwohl er uns in vielen Lebensbereichen begegnet. Manchmal entsteht sogar der Eindruck, daß in den letzten Jahren das Unbehagen am Computer größer geworden sei. Das scheint selbst für die Arbeitswelt zu gelten also nicht nur für den privaten Bereich. Dagegen hilft, den Computereinsatz für den Benutzer überschaubar zu machen und - wo immer es sinnvoll ist - ihn den Computer selbst steuern zu lassen: Computer am Arbeitsplatz!

Darunter kann auch der durch Knopfdruck am Bildschirm ausgelöste Abruf von Informationen oder von vorprogrammierten Ergebnisermittlungen verstanden werden. Im Vordergrund steht allerdings der Mensch-Computerdialog, wie er gerade bei analytisch/planerischen Aufgaben nahezu unentbehrlich ist; wo gespeicherte Informationen schrittweise analysiert werden, um schließlich zu Erkenntnissen für Planungen und Entscheidungen zu führen.

Dialogsprache- leicht verständlich, aber mächtig

Dazu sind Dialogsprachen entwickelt worden. Allerdings: Wo der Dialog mit dem Computer als Hilfsmittel zur schnellen und flexiblen Bearbeitung von Aufgaben dient, standen Fachabteilungen bisher vor einer unbefriedigenden Alternative. Die Dialogsprachen waren entweder gut geeignet zur Lösung umfassender, analytisch/planerischer Aufgaben mit mathematischen/statistischen Elementen, aber schwer zu erlernen und alles andere als benutzerfreundlich; oder sie waren benutzerfreundlich und leicht zu erlernen, aber auf Anwendungen ausgerichtet, bei denen kaum mehr als die Grundrechenarten tabellarisch und Berichtserstellung verlangt waren.

In diesem Dilemma erzielt beispielsweise das Tymshare-Produkt "Express" einen entscheidenden Durchbruch. Als Dialogsprache ist es ein universelles System zur Speicherung, operationalen Behandlung und präsentationsreifen Ausgabe von Informationen. Es steht als Option im Timesharing-Service von Taylorix-Tymshare zur Verfügung.

Express verbindet umfassende Datenverarbeitungsfunktionen einschließlich mathematisch/statistischer Verfahren und beliebige Variationsmöglichkeiten in der Berichtserstellung mit benutzerfreundlichen Eigenschaften, die sich am Anwender ohne spezielle EDV-Kenntnisse orientieren.

Das Marketing eines Unternehmens, das ein Produkt mit erheblichem Technologievorsprung anbieten kann, befindet sich in einer günstigen Ausgangslage. Allerdings wäre es nachlässig, allein auf diesen Vorsprung zu bauen. Insbesondere wäre ein Hauptgebot für gutes Marketing nicht beachtet: sich in die Lage des Kunden versetzen, wissen, wo die Probleme und welcher Art sie sind und wie sie mit Hilfe der neuen Technologie gelöst werden.

Anwendungsberatung rückt in den\/ordergrund

In der praktischen Arbeit konkretisiert sich dieses Marketing darin, daß neben oder vor dem Systemberater, der verantwortlich für die Wahl des optimalen Tools und dessen optimalem Einsatz ist, der Anwendungsberater tritt, der außer umfassenden Systemkenntnissen Spezialwissen über die Anwendung mitbringt.

Im Verkaufsprozeß steht üblicherweise allein die Anwendung im Vordergrund, nicht das Produkt, Tool oder System. Diese wirken indirekt durch die Konzeption des Lösungsweges, die kurzen Entwicklungszeiten, die geringen Entwicklungskosten und die demonstrierbare Leichtigkeit des Systemeinsatzes. Für den Kunden ergeben sich aus diesem Marketing eindeutige Vorteile:

- der Gesprächspartner versteht das Problem und erkennt, wo der Schuh drückt;

- die Problemlösung erfolgt ohne Belastung seiner personellen oder maschineIlen EDV-Kapazität;

- die Beratungen mit seiner EDV-Organisation sorgen dafür, störende Insellösungen zu vermeiden und in der Kosten-/Nutzenanalyse sicherzustellen, daß der Timesharing-Service das geeignete Verfahren ist;

- er sammelt Erfahrungen im Einsatz neuer Softwaretechnologie ohne dafür investieren zu müssen, und hat Gelegenheit, sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für andere Anwendungen zu entdeken.

Onsite-Timesharing

Neue Wege im Timesharing-Marketing werden nicht nur beschritten um neue Märkte zu gewinnen, sondern auch, um alte zu verteidigen. Die dabei verwendeten Techniken bedienen sich im wesentlichen des Prinzips des Distributed Processing mit Onsite-Systemen. Es wird vornehmlich dort angeboten, wo die laufende Inanspruchnahme von Timesharing-Service für eine bestimmte Anwendung beträchtlichen Umfang angenommen hat und Kostengründe die Suche nach Alternativen nahelegen.

Es erscheint jedoch fraglich, ob derartiges Marketing noch dem Timesharing-Service zuzurechnen ist. Mit größerer Berechtigung ließe sich sagen,daß hier der Timesharing-Service-Anbieter sein Angebot um Minicomputer-Subsysteme erweitert, wobei die Wählverbindung zum Timesharing-Host für den normalen Ablauf der Anwendung kaum noch erforderlich ist. Für die Tymshare-Gruppe haben Aktiwäten dieser Art keine vorrangige Bedeutung.

Für nicht wenige Timesharing-Service-Benutzer ist die Preisgestaltung und Kostenermittlung trotz ausgezeichnet dokumentierter und detaillierter Unterlagen nicht transparent genug. Das gilt insbesondere für die Inanspruchnahme des Zentralrechners, die meist in abstrakten Einheiten gemessen wird. Es fehlt der konkrete Bezug zum sichtbaren Ergebnis. Hier hat die Tymshare-Gruppe ihr Marketing verbessert, indem bei dazu geeigneten Anwendungen beispielsweise "Kosten pro Transaktion" ermittelt werden, wobei die Transaktion ein konkretes, vom Benutzer herbeigeführtes Ergebnis der Computernutzung ist. Begrifflich vergleichbar ist dies mit der Preisgestaltung der normalen "EDV außer Haus-Stapelverarbeitung", wo Preise pro Buchungszeile oder pro Arbeitnehmer für die Lohnabrechnung das Normale sind.

Es ist zu erwarten, daß sich diese Tendenz im Interesse der Kunden und der Markttransparenz fortsetzen wird. Eine sehr wichtige Neuheit im Marketing der Tymshare-Gruppe hat ihren Ursprung im Timesharing-Servicegeschäft, betrifft aber den Markt für öffentliche und private Netzwerke.

Als Timesharing-Serviceanbieter hat Tymshare früh die Bedeutung eines eigenen Netzwerkes als Grundlage für den Erfolg des Dienstleistungsgeschäftes erkannt. Das Besondere daran ist, daß Tymshare weder Computer noch Terminals herstellt und von Anfang an das Konzept verfolgte, das heute im Begriff "offene Netzwerke" zum Ausdruck kommt.

Die Zuwachsraten der Timesharing-Service-Branche und die der Netzwerkbauer liegen über dem Durchschnitt in der gesamten EDV-Industrie. Die Marketingaktivitäten der Tymshare-Gruppe liegen schwerpunktmäßig in beiden Bereichen mit guten Aussichten, sich gegenseitig noch zusätzlich zu fördermn. Der Markt hat Bedarf für ein solches Angebot.