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Muss MCI Worldcom seine TK-Strategie überdenken?

Bedenken gegen die Fusion von Worldcom und Sprint steigen

02.06.2000
BRÜSSEL (CW) - Die Zeit der Großfusionen in der Telekomunikationsbranche scheint zu Ende zu gehen. So droht die rund 115 Milliarden Dollar schwere Hochzeit von MCI Worldcom mit Sprint am Einspruch der Behörden dies- und jenseits des Atlantiks zu scheitern.

Die Stimmen, die sich gegen einen Zusammenschluss von MCI Worldcom und Sprint aussprechen, werden immer zahlreicher. Seitens der EU befürchtet man, dass die beiden Unternehmen nach einem Zusammenschluss weite Teile des Internet-Backbone kontrollieren. Deshalb fordert die EU von MCI Worldcom im Falle einer Genehmigung den Verkauf der Internet-Tochter Uunet. Von Worldcom ist jedoch zu hören, dass man sich von dieser Tochter nicht trennen wolle, da man sonst einen zentralen Wachstumsbereich aufgebe.

Selbst wenn der Carrier zu Konzessionen in Sachen Uunet bereit wäre, dürfte Worldcom einen schweren Stand haben. Bereits nach dem zurückliegenden Erwerb von MCI Communications, den die EU-Kommission unter Auflagen genehmige, hielt sich der Carrier nur zum Teil an die Absprachen. Im darauf folgenden Gerichtsprozess wurde Worldcom dann zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 200 Millionen Dollar an die britische Cable &Wireless verurteilt. Die Briten hatten damals die MCI-Internet-Aktivtäten gekauft. Eine Episode, die in Brüssel bei der EU-Kommission nur mit der Bemerkung kommentiert wird, man habe aus diesem Streit gelernt.

Auch jenseits des großen Teichs hat MCI Worldcom schlechte Karten bezüglich der Hochzeit mit Sprint. Im US-Justizministerium mehren sich die Stimmen, die gegen die geplante Fusion sind. Die US-Beamten teilen die Befürchtungen der EU und sehen darüber hinaus auch den Wettbewerb im Markt für Ferngespräche gefährdet: Die beiden Carrier sind nämlich die Nummer zwei und drei in diesem Marktsegment.

Sollten die Behörden in Europa und den USA den Merger untersagen, müsste Worldcom seine TK-Strategie vor allem in Sachen Mobilfunk neu überdenken. Bislang ohne eigenes Mobilfunknetz in den USA, hätte der Carrier mit Sprint und der Tochter Sprint PCS ein landesweites Handy-Netz erworben.