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Bedeutung des Personal-Managements wird noch immer unterschaetzt Softwarechefs taugen wenig als Motivatoren der DV-Mitarbeiter

08.07.1994

MUENCHEN (CW) - Kompetenz und Motivation der Mitarbeiter sind heute die entscheidenden Erfolgsfaktoren eines Softwarehauses. Fuer Wilhelm Muelder und Harri Fechtner ist deshalb die Krise der deutschen Software- Industrie vor allem eine des Personal- Managements.

Professor Muelder von der Fachhochschule Niederrhein in Moenchengladbach und Management-Berater Fechtner aus Essen haben aufgrund ihrer Projekterfahrung Thesen zur Krise der deutschen Software-Industrie und zu moeglicher Abhilfe formuliert.

-Die Software-Industrie befindet sich, so die beiden DV-Experten, in einem strukturellen Umbruch, der eine grundsaetzliche Neuausrichtung der Personalstrategie erfordert. Unternehmen muessten mindestens so schnell lernen, wie sich das Umfeld aendere; aber auch Trends erproben, neue Tools anwenden und innovative Produkte anbieten. Eine Neupositionierung am Markt koenne nur ueber die Veraenderung der fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter erfolgen.

-Die Entlassung von Mitarbeitern unter Beibehaltung alter Strukturen loest keine Probleme. Muelder und Fechtner empfehlen eine strategische Neuausrichtung der Softwarebetriebe, das bedeute eine Neudefinition der Aufgaben, und zwar mit den Mitarbeitern gemeinsam.

-Die Branchenkrise und die falsche Reaktion des Managements verunsichern die Mitarbeiter und vermindern deren Bereitschaft, zu Veraenderungen beizutragen. Unklarheit ueber die Unternehmensstrategie fuehrt zu Identitaetskrisen.

-Personalarbeit muss professioneller werden. Muelder und Fechtner raten zu einem Ausbau der Anreizsysteme und dem Aufbau von Instrumenten der Personalentwicklung, um dem Motivationsverlust vorzubeugen. Ziel der Personalentwicklung muesse es sein, die Lern- und Innovationsfaehigkeit der Mitarbeiter zu gewaehrleisten und die Entwicklung von ueberfachlichen Kompetenzen zu ermoeglichen.

-Die Software-Industrie braucht neue Fuehrungskraefte. Fuehrung durch Projektleiter und Manager muesse bewusst und gewollt sein sowie dialogorientiert erfolgen, sie sollten glaubwuerdig erscheinen.

-Der Qualifizierungsbedarf der Mitarbeiter wird schneller steigen als bisher. Muelder und Fechtner glauben, dass sich DV-Experten nicht mehr mit Spezialwissen unentbehrlich machen koennten, vielmehr sei eine permanente und systematische Weiterbildung erforderlich.

-Die meisten Softwarespezialisten haben erhebliche Defizite auf dem Gebiet der Kommunikation und Kooperation und sind nicht fuer den internationalen Einsatz geruestet. Die Autoren bemaengeln, dass die Personalchefs bei der Einstellung in erster Linie Programmiersprachen, also Technik-Know-how, beruecksichtigen, auf Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrungen aber weniger achten.