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03.12.1993

Befuerchtungen wegen Oeffnung der eigenen Plattform Apple noch ohne standardisierte Implementation von Power-CPU

LAS VEGAS (CW) - Mit der Praesentation von Systemen, die mit dem RISC-Prozessor Power-PC ausgestattet sind, konnten IBM und Apple auf der Comdex zwar Punkte in Sachen Glaubwuerdigkeit sammeln, es blieben aber auch Fragen offen.

Die beiden Hardware-Anbieter ziehen durchaus nicht so einmuetig an einem Strang, wie es das Ideal der Kooperation zwischen den Kombattanten IBM, Motorola und Apple vorsieht. Eine gemeinsame standardisierte Power-PC-Architektur samt Peripherieumgebung duerfte - zumindest kurzfristig - nicht in Sicht sein.

So konnte IBM zwar auch auf der Comdex in Las Vegas mit Windows- Software-Demonstrationen auf ihren Power-PC-Systemen glaenzen, zudem will sie verschiedene Betriebssysteme auf ihren neuen RISC- Rechnern unterstuetzen und auch so die Kompatibilitaet zur DOS- und Windows-Welt sichern.

Die Demonstration von Mitstreiter Apple fiel aber offensichtlich nicht so begeisternd aus: Die Apfelleute machten noch ein grosses Geheimnis um ihre Power-PC-Systeme. Den Rechner selbst konnte man nicht begutachten, lediglich ein Monitor, auf dem System 7 lief, war zu sehen. Welche Hardware sich tatsaechlich unter der Decke verbarg, war also nicht einsichtig.

Kein PCI-Bus in Apples Power-PC-Systemen

Zudem wurde bekannt, dass die Spindler-Company - zumindest bei den ersten Power-PC-Implementationen - die Local-Bus-Architektur des PCI-Standards ebensowenig unterstuetzen wird wie das von der IBM favorisierte Mikrokernel-Design. Zwar habe sich Apple, so zumindest aeussern sich Brancheninsider, inoffiziell schon entschlossen, die von IBM vorgegebene Microkernel-Architektur auch in den eigenen Systemen zu implementieren. Die Firma aus Cupertino muesse sich aber erst noch darueber ins Benehmen setzen, wie man zukuenftig das Apple-OS auf anderen Plattformen vertreiben koenne, ohne das eigene Hardware-Angebot zu gefaehrden. Bei der ersten, fuer den 14. Maerz 1994 avisierten Vorstellung von Power-PC-Macs scheint man lediglich leicht modifizierte Quadra-AV-Systeme praesentieren zu koennen.

Marktinsider erklaeren sich Apples Unwilligkeit, standardisierte Power-PC-Charakteristika in Mac-Systeme einzupflanzen, sowohl mit technischen Problemen der Company als auch mit der Unsicherheit darueber, wann und wie die Apple-Entwickler ihr proprietaeres Betriebssystem zu oeffnen gedenken.

Referenzplattform der IBM ohne Nubus und Appletalk

Meinte ein PCI-Chips-Satz-Lieferant in Las Vegas: "Apple will die Nubus-Architektur auch auf den Power-PC-Macs nutzen, und da scheint es schwierig zu sein, entsprechende Chips zu entwickeln, um PCI mit dem Nubus zu verquicken."

Ginge es nach der IBM, so wuerde Apple die Microkernel-Architektur adoptieren beziehungsweise System 7 auf Big Blues Workplace- Umgebung portieren, sagte David Proctor, IBMs Vice-President der Personal Software Products Division: "Apple koennte - wuerden sie die Workplace OS unterstuetzen - das System-7-Betriebssystem als Personality fuer unser System vertreiben." Bislang habe sich Apple aber noch nicht definitiv zu einer Vorgehensweise durchringen koennen.

Abgesehen davon hat die IBM Apple durch die Definition der Power- PC-Reference-Plattform (Prep) insofern ins Abseits gestellt, als bei dieser weder eine Nubus- noch eine Appletalk-Unterstuetzung vorgesehen ist. Apple hofft allerdings, so zumindest ein Firmenoffizieller, dass es sich bei der vorliegenden Designspezifikation erst um eine vorlaeufige Version handelt.