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27.07.1984 - 

Anwender ersetzen IBM-Software durch Eigenbau:

Begeisterung für CICS hält sich in Grenzen

MÜNCHEN (mer) - Nur wenig Lorbeer erntete Big Blues TP-Monitor "CICS" bei einer Anwenderumfrage, die von der englischen Xephon Technology Transfer Ltd. bei 105 IBM-Usern durchgeführt wurde. Kein gutes Haar ließen die Benutzer der Datenkommunikationssoftware insbesondere an den auftretenden Speicherplatz-Übergriffen und dem unzureichenden Schutz zwischen den einzelnen Tasks - der Möglichkeit also, unbeabsichtigt oder auch beabsichtigt fremde Datenbereiche zu zerstören.

Die Mehrzahl der befragten Anwender setzt VM/SP, MVS/SP und DOS/VSE als Betriebssystem ein (Abbildung 1). Allerdings verfügen die User nicht selten über mehr als ein

Operating-System, wobei einige VM-Benutzer ein zweites BS auf einer CPU, andere Befragte das gleiche System auf mehreren Anlagen einsetzen. Auf den IBM-Maschinen der Serie 4300 - so ist der englischen Studie zu entnehmen - wird überwiegend das gefahren, bei größeren Rechnern tendiert der Einsatz zu MVS.

Fast alle Befragten verwenden das ClCS-Release 1.5 (Abbildung 2). Auch hier haben die Anwender der Studie zufolge zum Teil mehr als eine Version im Einsatz. Die durchschnittliche Zahl von Transaktionen, die pro Tag durchgeführt werden, reicht von unter 100 bis hin zu 530 000 (Abbildung 3).

Die benötigte Zeit für die Generierung eines neuen ClCS-Release schwankt beträchtlich und liegt zwischen dem Minimum von einem Tag und einem maximalen Zeitaufwand von sechs Monaten (Abbildung 4).

Die einzelnen, in der Studie detailliert aufgeführten Gründe der Anwender für diese Zeitabweichungen haben indes eine gemeinschaftliche Basis: Zwar sei eine Generierung im allgemeinen problemlos und schnell durchzuführen - so die Schlußfolgerung in der Studie -, jedoch verbringe der User in der Tat bis zu sechs Monate mit dem Testen von Schnittstellen und Datenbanken, bevor das Vertrauen in das System so weit gefestigt sei, um den täglichen Produktionsbetrieb aufzunehmen.

Bei sechs Benutzern beginnen die Schwierigkeiten bereits in der Vorbereitungsphase, wie etwa der Entscheidung über die Nützlichkeit oder die Bedeutung von neuen Features.

Interessante Ansichten ergaben sich auch auf die Frage, welche Bereiche innerhalb von CICS die größte Auswirkung auf die Performance hätten. Hier kommen die User zu dem Ergebnis, daß der Einfluß auf den Durchsatz und die entsprechen den Gegenmaßnahmen sowohl von den verfügbaren Hardware-Ressourcen als auch von der Art der Anwendungen abhängen, sowie auch vom Zusammenhang dieser beiden Kriterien untereinander. Eine in Relation zur Menge und Komplexität der Applikationen begrenzte Hardware

müsse notwendigerweise zu mehr Performance-Problemen und zu einem größeren Aufwand an Verbesserungsmaßnahmen führen.

Die bedeutendsten Probleme scheinen beim Paging und der Verfügbarkeit von dynamischem Speicherplatz zu liegen. Die Struktur von CICS, einen einzelnen "Adress-space" zu belegen, mache das Paging zu einem wichtigen Performance-Element.

Bei den eingesetzten Datenbanksystemen (Abbildung 5) gab es im allgemeinen nur wenig Probleme von Bedeutung. So sind anscheinend insbesondere die Adabas-Benutzer sehr zufrieden, und auch knapp die Hälfte der IMS-DL/ 1-Anwender äußerten nichts Nachteiliges über ihr DBMS.

Die Sign-on-Prozeduren sahen indes nur rund zehn Prozent der User ohne Vorbehalt als zufriedenstellend an. Etwa ein Drittel der Anwender entwickelt hierzu eigene Software. Dies reichte von einfachen Modifikationen, um etwa ein benutzerfreundlicheres Interface oder größere Sicherheit zu erlangen, bis hin zum kompletten Ersatz der IBM-Routinen.

Fazit der User-Meinungen zu diesem Punkt: eine unfreundliche IBM-Software, wobei insbesondere die Sicherheit zu wünschen übrig läßt. Es gab nur eine Antwort, die positiver

klang als "angemessen" oder "zufriedenstellend", nämlich die Aussage "gewöhnlich ganz gut".

Die Untersuchung ergab auch, daß es die Mehrzahl der Anwender für notwendig hält, wenigstens einen Systemprogrammierer speziell für CICS verfügbar zu haben. Nur etwa 30 Prozent der Befragten erachten dies für überflüssig.

Beim Sammeln der Pluspunkte für den IBM-Monitor gab es bei den Usern eklatante Meinungsunterschiede. Dennoch kristallisierten sich Gemeinsamkeiten heraus: Rund 20 Prozent der Anwender lobten die Zuverlässigkeit des Systems, zirka 17 Prozent die Flexibilität und etwa 15 von hundert Befragten halten die Qualität und Quantität von kompatibler "Nicht-IBM-Software" für einen großen Vorteil. Einfaches Handling Stabilität und die breite Benutzerbasis wurden als weitere Stärken des Systems angesehen.

Eindeutig sind die Beschwerden die von den CICS-Anwendern auf der Minus-Seite gebucht wurden. Insgesamt gaben 19 der Befragten (18,1 Prozent) Speicherplatzübertretungen und den fehlenden Speicherschutz zwischen den Tasks an. Andere allgemein erkannte Schwächen waren die hohe Auslastung von Ressourcen - hauptsächlich in Form von übermäßigem Speicherplatz - mangelnde Sicherheit und übersteigerte Komplexität von generierten Anwendungen. Weitere Kritik aus der User-Umfrage: unfreundliches Benutzer-Interfase, Printing-Schwierigkeiten, schlechte Recovery sowie die Fehlerdiagnose.

Der Bericht basiert auf der Studie "CICS in Practice", die von der Firma Xephon Technology Transfer Ltd., Western House, 3 London Road, Newbury RG13 1JL, Berkshire/England zum Preis von 25 englischen Pfund (etwa 90 Mark) bezogen werden kann.