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20.09.1985 - 

IBM-Kompatible liefern sich bei Ate-Bremsen ein heißes Gefecht:

Bei Amdahl-Dumpingpreis muß Siemens passen

FRANKFURT (ru) - Mit einer Intervention "auf höherer Ebene" ist es der Amdahl Deutschland GmbH gelungen, bei der Frankfurter Alfred Teves GmbH (Ate-Bremsen) einen neuen Rechner zu installieren. Das Ate-Management, schon auf Siemens-Kurs, mußte sich dem Willen der Muttergesellschaft ITT beugen.

Zufrieden waren die Bremsenhersteller in der Main-Metropole mit der Leistung ihrer "V 7" von Amdahl nach eigenem Bekunden stets gewesen. Doch "aufgrund der von uns eingeschätzten Zukunftsperspektiven des Unternehmens, vor allem in Deutschland", so ein Verantwortlicher von Ate, "haben wir uns für Siemens entschieden". Letztendlich aber zog der Münchner Konzern, der Amdahl wiederholte Male mit flexibleren Konditionen ausgebootet hatte, dann doch den kürzeren.

Die Chance, sich von Amdahl loszusagen, sah die 100prozentige ITT-Tochter jüngst beim Ausbau der Kapazität ihres Rechenzentrums von acht auf zwölf Mips. Der IBM- (3083 B) und Amdahl-Anwender wollte grundsätzlich an seiner Zwei-Hersteller-Politik festhalten. Daß Ate sich gegen den Vorschlag der IBM entschied, die 3083 zur "J" zu tunen und zusätzlich ein 4381-Modell zu installieren, nahm der Marktführer nach Anwenderangaben widerstandslos hin. Für eine Liaison mit Siemens machte Ate den Erfolg des Renommierkonzerns im, deutschsprachigen kaum sowie dessen Mainframe-Installationen bei der Schwestergesellschaft SEL geltend.

Die Amdahl-Verkäufer bremste das plötzliche "Aus" und die Entscheidung für eine 7890 D-Maschine von Siemens keineswegs in ihrem Bemühen ab. Sie wurden kurzerhand bei ITT vorstellig und unterbreiteten ein überzeugendes Angebot. "Dieses war so vorteilhaft, daß ITT sich gezwungen fühlte, sich unserem Wunsch für einen Siemens-Rechner nicht anzuschließen", heißt es bei Ate feinsinnig.

Amdahls direkter Weg vorbei der Ate-Geschäftsführung stieß Frankfurt sauer auf, zumal in dem Entscheidungsgremium auch Fachleute von ITT beteiligt waren. Die Wogen der Erregung, gibt man zu verstehen, hätten sich aber geglättet. Grund sind die Konditionen. So liegt der Mietpreis für die 5840 von Amdahl rund 60 000 Mark unter dem ursprünglichen Angebot und etwa 1 0 000 Mark unter der letzten Siemens-Offerte. Auch in der weiteren Vertragsgestaltung zeigte sich die Amdahl Deutschland sehr entgegenkommend, um, so der Kommentar, "unsere Skepsis bezüglich ihrer Zukunft zu entkräften".

"Ein phantastischer Vertrag, bei dessen Bedingungen man gerne den Amdahl-Vorstoß vergißt", verlautet es von Ate. Im Hinterkopf stellt man sich aber doch die Frage, ob Amdahl auch an den eigenen Verdienst gedacht hat. Klare Worte findet Amdahl-Sprecher: "Das ist der freie Wettbewerb. Man muß halt hin und wieder die Zähne zeigen.