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20.02.1987 - 

Mit der Einrichtung des neuen Zentrums in Stuttgart ziehen die Paderborner nach:

Bei CIM setzt Nixdorf besonders auf Unix

STUTTGART (cmd) - Mit der Devise "Dezentralisierung auch in der Fabrik" geht die Paderborner Nixdorf AG den CIM-Markt an. Einstiegsvehikel ist dabei das neue "CIM-Technologie-Center in

Stuttgart, das künftig für alle Schritte in Richtung Computerintegrierte Fertigung verantwortlich zeichnet.

Zur Eröffnung der neuen Einrichtung skizzierte Vertriebsbereichsleiter Hans Heitele den bundesdeutschen CIM-Markt aus Nixdorf-Sicht sowie die Strategie seines Hauses. Danach gilt das Interesse der Paderborner drei Segmenten: Zum einen den Unternehmen, die über eine zentrale DV-Lösung im kommerziellen Bereich (inklusive PPS und Materialwirtschaft) verfügen und als ersten Schritt die Zeitwirtschaft auf einen Werksrechner ausgliedern wollen; und zum zweiten Firmen, die via Host und Vorrechner bereits dezentralisiert haben und dies in die Produktion fortsetzen wollen; und zum dritten Unternehmen, die bisher noch "völlig unbefleckt" von der CIM-Thematik sind - nach Schätzungen von Nixdorf zählen von den rund 30 000 produzierenden Betrieben hierzulande rund zwei Drittel zu dieser Kategorie.

Dieser Segmentierung entsprechend bieten die Paderborner folgende CIM-Lösungen an: Kleine und mittlere Unternehmen können mit der 8870 Quattro und der Comet-Top-Software einsteigen- daneben ist es auch möglich, einen Rechner aus der Targon-Reihe mit Unix-Betriebssystem zu installieren. Mittlere und größere Unternehmen will Nixdorf mit einer 8860-Netzwerklösung und standardisierten Softwarepaketen bedienen. Auch hier bieten sich mit der Targon Erweiterungsmöglichkeiten. Für Unternehmen schließlich die dezentralisieren und den Bereich PPS aus dem Host auslagern wollen halten die Nixdörfer die Targon-Linie parat, die zur CeBIT um einen Rechner mit zwölf Mips Leistung erweitert wird.

Bei ihren CIM-Lösungen beschränkt sich die Heitele-Crew zunächst auf die Blöcke Betriebsdatenerfassung einschließlich Zeitwirtschaft, CAD/CAM und Produktionsplanung und -steuerung. Unter dem Dach der Comet-Top-Software sind verfügbar:

- Für den Bereich CAD das Einstiegspaket "Proren" (als 2D-, 3D- und als E-Version), "Rukon" (2D-/3D-Varianten für Maschinenbau und Feinwerktechnik), "Concad" (Konstruktion im 2D- und 3D-Bereich). "Ruplan" (Erstellung und Auswertung für Schalt- und Schemapläne) und Nixas/PC-Draft (Einstieg auf der PC-Ebene);

- für den Bereich PPS das Paket "Profis" sowie "Comet-Feros";

- für den Bereich CAM "Comet-Top-Feros-B" (Betriebsdatenerfassung, Durchführung von Rückmeldungen, Darstellung der Informationen am Leitstand), "WIS"-Werkstattinformationssystem (Produktionssteuerung) und "FIS"-Fertigungs- und Informationssystem.

Darüber hinaus gibt es als weitere Tools das relationale Datenbanksystem "Reflex" (mit einer zu SQL kompatiblen Sprachschnittstelle), "Camic" (zur Entwicklung von Mikroprozessor-Software) sowie "Delta" als SW-Entwicklungssystem für die Realisierung von Online- und Batch-Systemen. Hardwaretechnische Voraussetzungen bilden dabei die 8860- und 8870-Familien, die 8890-Systeme sowie die Unix-orientiete Targon-Reihe. Die Palette der Arbeitsplatzstationen reicht von multifunktionalen Bildschirmen über grafische Workstations hin zu BDE-, MDE- und Zeiterfassungsterminals.

Wie auch die Konkurrenz setzt Nixdorf beim Thema CIM-Lösungen stark auf Unix. "Der Weg zum Erfolg in der Industrie geht über Unix" oder "Der Markt verlangt Unix" hießen denn auch die Losungen. Rund 40 Millionen Mark setzte man mit der Targon im vergangenen Jahr auf dem CIM-Sektor um; das ist etwa ein Drittel der gesamten Umsätze im Fertigungsbereich.

Im Gegensatz zur Konkurrenz wollen die Paderborner dagegen das Thema Office Automation nicht "auch noch in CIM unterbringen". Der Bereich Bürokommunikation - so die Begründung - sei heute nämlich vor allem auf das kommerzielle Umfeld ausgelegt; "selbstverständlich" werde man aber die dort entstehenden Standards nutzen.

Das neue CIM-Technologie-Center, in das Nixdorf bisher 12 Millionen Mark investiert hat, beschäftigt derzeit 50 Mitarbeiter, von denen allerdings ein großer Teil gleichzeitig im bereits bestehenden Unix-Kompetenz-Center tätig ist. Im Laufe der Jahres sollen 17 weitere Mitarbeiter rekrutiert werden. Zu den Aufgaben der neuen Einrichtung gehören neben der Vermittlung von Know-how in Sachen CIM das Branchenmarketing Industrie, das Produktmarketing, die Auswahl, Portierung und Erstellung von Anwender-Softwarelösungen, die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern, SW-Häusern und Forschungseinrichtungen sowie Kooperationsvorhaben mit Anwendern.