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30.10.1987 - 

Neue Backup-Techniken konkurrieren um den Markt:

Bei DDAT fehlt noch die Norm

PALO ALTO (CWN) - Obgleich digitales Audioband (DAT) noch nicht generell auf dem Markt eingeführt ist, so zieht es dennoch Interesse als Speichermedium hoher Kapazität als Alternative zu herkömmlichen Backup-Systemen auf sich.

DAT - oder DDAT, wie es genannt wird, wenn in Verbindung mit Rechnersystemen davon die Rede ist, verspricht Kapazitäten von bis zu 1,2 Gigabytes und Aufzeichnugsgeschwindigkeiten bis zu 10 MB je Minute. Im Vergleich mit heute verfügbaren Standard-Viertelzollbändern mit 150 MB Kapazität und Übertragungsraten von 6 bis 7 MB pro Minute stellt das eine deutliche Verbesserung dar. Auch einen Kostenvorteil erhofft man sich, wenn die Massenproduktion erst einmal läuft. Anwendungen sehen Experten im Gebiet der Archivierung und als Datenspeicher besonders für High-End-Mikros.

Aber es gibt auch Probleme. Wie so oft, steht die Frage der Standardisierung der Akzeptanz dieser Art von Datenspeichern vorläufig noch massiv im Wege, denn zur Zeit existiert kein einziges allgemein akzeptiertes Format, in dem der DDAT-Recorder seine Daten aufs Band bringt. "Es ist jetzt Aufgabe der Industrie genau dieses zuwege zu bringen. Wenn alle losziehen und ihre Produkte unabhängig voneinander entwickeln, wird es mit DDAT gehen wie mit der WORM-Technik", sagte dazu der Chef von Peripheral Strategies Inc., einer Beratungsfirma, die sich auf Speichertechniken spezialisiert hat.

Aus diesem Grund findet am 4. November auf der Comdex in Las Vegas ein erstes Treffen interessierter Hersteller statt, auf welchem die Grundrisse einer DDAT-Norm vorgezeichnet werden sollen.

Dabei könnte DDAT leicht zu einem neuen japanisch-amerikanischen Konfliktfall geraten. Die DDAT-Technologie entspricht nämlich weitgehend derjenigen von DAT, mit Ausnahme der Computerschnittstelle, der Fehlerkorrekturmechanismen und des Schreiblesekopfes. Der Markterfolg von DDAT wird in der Art eines Trittbrettfahrers davon abhängen, wie DAT sich im Consumerbereich einführt. Und viele der existierenden DAT-Geräte stammen aus japanischer Produktion.

"Japan hat hier einen langen Hebel, um DDAT-Standards in den USA zu setzen", sinnierte Bert Vermeulen, Marketing-Manager bei der Hewlett-Packard Storage Division. "Es ist möglicherweise sogar schon zu spät für amerikanische Firmen, bei einer solchen Norm mitzuwirken, denn die Japaner sind hier ein sehr viel gewichtigerer Faktor als jemals zuvor."

Mittlerweile haben HP und Sony eine Vereinbarung getroffen, die die Entwicklung von DDAT-Geräten mit Sony-Laufwerken und Controllern von Hewlett-Packard vorsieht. Das projektierte Modell soll dem Vernehmen nach Magnetbänder mit Datenmengen von 1,2 Gigabyte beschreiben. In Japan erfreut DAT sich schon einer recht guten Akzeptanz bei den Verbrauchern. Ob mit der Beteiligung eines führenden US-Computerherstellers jedoch ein von den USA als angemessen empfundener Einfluß verbunden ist, bezweifeln amerikanische Analysten.

Die ersten DDAT-Produkte werden für Ende 1988 auf dem US-Markt erwartet. Etwa zur gleichen Zeit ist mit der Einführung löschbarer optischer Platten zu rechnen. Szenenkenner erwarten ein spannendes Rennen zwischen Datenrekordern, die die Videotechnik mit rotierenden Köpfen nutzen, DDAT und löschbaren optischen Speichern. Vor allem zwischen beiden letzteren wird es nach Einschätzung der Marktbeobachter ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Dabei hat jede der beiden Techniken ihre spezifischen Stärken und Schwächen. Während DDAT einen Datenzugriff in durchschnittlich 10 bis 20 Sekunden bewerkstelligt, liegt der Vergleichswert für die Disks bei 50 bis 100 Millisekunden. Dafür tun diese mit ihrer Kapazität von lediglich rund 50 MB sich schwer gegen die DDAT-Kassetten mit 1,2 GB. Massenspeicher auf Basis der Videotechnik kriegen gar 2 GB aufs Band, allerdings nur mit Geschwindigkeiten von 256 KB je Sekunde.