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Vergütung in der Informatik normalisiert sich


31.05.1991 - 

Bei den DV/Org.-Gehältern gibt es kein Nord-Süd-Gefälle mehr

GUMMERSBACH (CW) - Kein Nord-Süd-Gehaltsgefälle und einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils in der DV-Industrie, allerdings bei schlechterer Bezahlung als die männlichen Kollegen, stellen die Kienbaum-Vergütungsberater in ihrer jüngsten Studie fest. Die Untersuchung beruht auf Daten von etwa 10 000 DV-Mitarbeitern aus 30 typischen Computer-Berufssparten.

Spitzenverdiener ist der "Leiter Organisation und Datenverarbeitung". Er kommt einschließlich aller Nebenleistungen wie Prämien, Tantiemen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf durchschnittlich 148 000 Mark pro Jahr.

Weiterhin zählte nach Kienbaum-Berechnungen zu den Besserverdienenden der "Leiter der DV" mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 123 000 Mark, der "Leiter Programmierung" verdient 112 000 Mark, und das Jahresgehalt des "Leiter Rechenzentrum" liegt bei 113 000 Mark. Schlußlichter seien die Datentypistinnen mit 43 000 Mark.

Insgesamt, so die Gummersbacher, sind die Gehälter von 1990 auf 1991 um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen.

Eine einheitliche Aussage über die Höhe der Vergütung lasse sich nach Auffassung von Erhard Schmidt, der diese Studie erstellte, aufgrund, der unterschiedlichen Positionen nicht machen. So werde die Vergütungshöhe von einer Vielzahl von Einflußgrößen bestimmt.

Neben der Ausbildung und dem Alter (Berufserfahrung) wirkten sich die Unternehmensgröße, Größe der DV-Abteilung sowie der DV-Anlage, Branche, Aufgabenbereich und die hierarchische Einstufung auf das Gehalt aus. "Demzufolge sind die Vergütungsspannen in den einzelnen Positionen oft beträchtlich", erläutert der Kienbaum-Berater. So liege bei einem Systemprogrammierer der niedrigste Gehaltswert bei zirka 40 000 Mark, der höchste bei etwa 126 000 Mark pro Jahr.

Die Gehaltsdifferenz werde jedoch um so geringer, je tiefer die Position hierarchisch angesiedelt ist. Die Gummersbacher Vergütungsspezialisten stellen weiterhin fest, daß neben der Funktion die Unternehmensgröße (Umsatz, Beschäftigtenzahl) ein wesentliches Kriterium zur Gehaltsbestimmung ist. "Große Unternehmen zahlen tendenziell besser", resümiert Schmidt.

Erhalte der "Leiter Organisation/Datenverarbeitung" in einem Unternehmen mit 100 Millionen Mark Umsatz zirka 122 000 Mark pro Jahr, so kann sein Kollege laut Studie in einer Firma mit über 500 Millionen Mark Umsatz 55 000 Mark mehr auf seinem Konto verbuchen.

Ein Anwendungsprogrammierer in einem Unternehmen mit insgesamt 100 Beschäftigten beziehe im Jahr zirka 62 000 Mark. Würde er in einem Betrieb mit über 5000 Mitarbeitern arbeiten, bekäme er 12 000 Mark mehr.

Das Alter, also die Berufserfahrung, und die Größe der DV-Anlage, gemessen an ihrem Mietwert, seien für die Vergütungshöhe bestimmende Faktoren. Die Größe der DV-Abteilung habe in erster Linie Einfluß auf die Führungsposition.

Gemäß den Kienbaum-Berechnungen erhält ein Leiter Rechenzentrum", der in einem Unternehmen mit zehn DV-Mitarbeitern arbeitet, zirka 97 000 Mark pro Jahr, sein Kollege mit über 140 Mitarbeitern bezieht ein um 46 000 Mark höheres Einkommen.

Die Ertragslage des Unternehmens habe vor allem bei Führungskräften einen wesentlichen Einfluß auf die allgemeine Einkommenssituation. Aus Schmidts Erfahrung vergüten Unternehmen mit überdurchschnittlichen Gewinnen ihre Spitzenkräfte besser.

Mitarbeiter von Verlustunternehmen müßten dagegen Gehaltsabstriche hinnehmen. Das gelte nicht nur für die absolute Höhe, sondern auch für die jährliche Anpassung des Gehalts. Eine positive Ertragssituation verbessere allgemein das Klima für Gehaltserhöhungen im AT-Bereich.

Branchentypische Gehaltsstrukturen haben die Berater über Jahre nicht festgestellt. Die von Branche zu Branche unterschiedlichen Einkommen beruhten auf anderen Einflußfaktoren wie Unternehmensgröße, konjunkturelle Besonderheiten sowie statistische Zufälligkeiten.

Dementsprechend könne auch von Jahr zu Jahr die Reihenfolge wechseln. 1991 wurden in der Branche "Chemie/Mineralölindustrie" die höchsten Gehälter gezahlt. Sie lagen 14 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Einkommensunterschiede sowie ein Nord-Süd-Gefälle nach Bundesländern ist in der DV-Vergütung laut Kienbaum nicht zu erkennen. Vielmehr sei die Frage nach der Struktur der einzelnen Bundesländer entscheidend.

Allgemein läßt sich feststellen, so Schmidt, daß die Vergütung in den deutschen Großstädten tendenziell besser ist als in kleineren Städten und Gemeinden. Die Stadt Düsseldorf liege mit zwölf Prozent über dem Gesamtdurchschnitt, gefolgt von Hamburg mit zehn Prozent und Stuttgart mit acht Prozent.

Als positiven Trend werten die Vergütungsspezialisten einen deutlichen Anstieg der Frauenrate in der DV. So liege der Anteil in den Führungspositionen bei 8,1 Prozent und in den Fachpositionen bei 24,1 Prozent. Geblieben seien allerdings die Gehaltsabstriche von zwölf Prozent, die die Frauen gegenüber ihren männlichen Kollegen hinnehmen müßten.

Was die Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmen betrifft, so partizipieren ein Drittel aller DV-Spezialisten am Erfolg ihres Arbeitgebers, sei es in Form von Tantiemen, Prämien oder Boni.

Betriebliche Altersversorgung

In den Führungspositionen betrage der durchschnittliche Anteil zirka zehn Prozent und in den Fachpositionen zirka fünf Prozent des Gesamteinkommens. Weiterhin stellen die Berater fest, daß mit fortschreitender Geldentwertung und steigender Steuerprogression

auch die Bedeutung nicht-monetärer Zusatzleistungen wächst. An erster Stelle stehe die betriebliche Altersversorgung.

Fast 84 Prozent aller Mitarbeiter kommen bereits in den Genuß einer solchen Firmenrente, hat Schmidt festgestellt. In Großunternehmen sei die Finanzierung über Positionsrückstellungen die verbreitetste Form. In kleineren Unternehmen dominiere die Direktversicherung. Bei der Unfallversicherung habe sich gegenüber den Vorjahren kaum etwas geändert. 60 Prozent der Führungskräfte erhielten vom Unternehmen eine Unfallversicherung auch für den privaten Bereich.

Die Gewährung von Dienstwagen werde - anders als früher - immer weniger von dienstlichen Erwägungen bestimmt. Schmidt glaubt, daß die Unternehmen hier "eher eine gute Möglichkeit sehen, vor allem Führungskräften ein steuergünstiges Extra zukommen zu lassen". Die Vergabe von Firmenwagen in der DV beschränke sich ausschließlich auf Führungskräfte und sei bis zu einem gewissen Grad von der Unternehmensgröße unabhängig. Insgesamt erhielten 38 Prozent der "Leiter Organisation und Datenverarbeitung" einen Dienstwagen.

Die ausführliche Gehaltsstudie "Führungs- und Fachkräfte in der Datenverarbeitung 1991" ist zum Preis von 680 Mark (zuzüglich Mehrwertsteuer) bei der Kienbaum Vergütungsberatung, Postfach 10 05 22, 5270 Gummersbach, Telefon 022 61/703-200 erhältlich.