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26.09.1975 - 

EDV-Einsatz in der Bauindustrie

Bei den Großen überwiegen eigene Anlagen

FRANKFURT - Deutsche Bauunternehmen, die DV anwenden, nutzen zu 53 Prozent externe Rechner in einem Service-Büro und nur zu 47 Prozent eigene (gekaufte oder gemietete) Anlagen. Obwohl mit steigender Betriebsgröße die Zahl der eigenen Anlagen zunimmt, geht die Nutzung von Service-Rechenzentren gleichzeitig kaum zurück: mehrere DV-Nutzungsarten stehen häufig nebeneinander. Das stellte der Hauptverband der deutschen Bauindustrie in einer Studie über die Situation der DV deutschen Bauwesen fest.

Von den Bauunternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten nutzen 35 Prozent eine DV-Anlage, mit 500 bis 1000 Beschäftigten 97 Prozent und erst mit über 1000 Beschäftigten alle die Datenverarbeitung. Bei den Anwendungen dominiert die in dieser Branche durch den Tarifvertrag (Urlaubs- und Zusatzversorgungskasse) komplizierte Lohnabrechnung. An zweiter Stelle folgen - mit erheblichem Abstand und in erster Linie bei großen Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten angewendet - statische Berechnungen und die Bearbeitung von Ausschreibungen (Angebotswesen und Abrechnung).

Hoher Olivetti-Anteil

Fertigteilhersteller nutzen - wenn überhaupt EDV - zu zwei Dritteln eigene Drittel Serviceleistungen. Ingenieurbüros, bei denen ganz deutlich technische Berechnungen im Vordergrund stehen, haben zu 87 Prozent eigene Systeme - allerdings herrschen hier Rechner mit Speichern bis 4 K vor. Der 25prozentige Anteil, den Olivetti an den DV-Anlagen in der deutschen Bauwirtschaft hat, ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß diese Marke eine beherrschende Stellung bei den Ingenieurbüros hat. An zweiter Stelle liegen bei den Ingenieurbüros die italienische Firma Insel Spa, an dritter Stelle Wang. Bei den eigentlichen Bauunternehmen liegt IBM vorn, gefolgt von Kienzle, Philips und Olivetti, die in dieser Branche fast gleich stark sind.

Je größer desto preiswerter

Bei den kleinen Anlagen bis 4 K dominieren mit 85 Prozent Maschinensprachen während bei den großen Anlagen Assembler und Fortran gleich stark vertreten sind und am häufigsten gebraucht werden.

Die Bauverbands-Studie stellte einen deutlichen DV-Nachholbedarf bei kleinen und mittleren Firmen fest, die allerdings dadurch benachteiligt sind, daß sie nicht nur jede Erhöhung der Fixkostenlast besonders stark trifft, besondern daß bei ihnen auch die DV-Kosten besonders hoch sind. Die Kostendegression schlägt in Verbindung mit besser kaufmännischer Verwaltung derart zu Buch, daß die jährlichen DV-Kosten pro Beschäftigten von 255 Mark in Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern (0,51 Prozent vom Umsatz) auf 140 Mark pro Mitarbeiter (0,17 Prozent vom Umsatz) bei Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten fallen.

Service ist billiger

Betriebe, die ein Servicebüro rechnen lassen, geben für DV nur 40 bis 66 Prozent dessen aus, was gleichgroße Betriebe durchschnittlich an Maschinenmiete bezahlen. Von den kleinen Betrieben bis 100 Beschäftigte will auf längere Sicht nur ein Viertel, bei denen mit 100 und 200 Beschäftigten nur ein Drittel den DV-Einsatz ausweiten, während die Größeren zu drei Viertel und mehr die DV-Anwendungen ausdehnen wollen.

Das Interesse an technischen Berechnungen konzentriert sich auch für die Zukunft auf Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten - das Angebotswesen (Leistungsverzeichnisse) auf EDV zu übernehmen, interessiert dagegen mehr als die Hälfte aller Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern. Hier kommt freilich Druck von der öffentlichen Hand: staatliche und kommunale Auftraggeber sollen - so wünscht der Bund - Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung automatisieren und sich an das schon auf DV-Belange eingerichtete "Standard-Leistungsbuch" halten, dessen Aufbau und Texte EDV-gerecht genormt sind.

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