Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.11.1983 - 

CWICSE-Workshop "Communication Management":

Bei der Netzkonzeption langfristiger planen

MÜNCHEN (cmd) - Das hohe Innovationstempo in den öffentlichen Netzen und die Ungewißheit über die zukünftige Produktpolitik der Hardwarehersteller markieren das Feld, in dem die Unternehmen ihre Kommunikationskonzepte erstellen müssen. Zwar gibt es hier unterschiedliche Ansätze und Lösungsmöglichkeiten, einig waren sich die Teilnehmer des CW/CSE-Workshops Communication Management jedoch darüber, daß eine systematische und vor allem langfristig angelegte Konzeption immer unumgänglicher wird.

Im Bereich der öffentlichen Netze - das machte Franz Arnold, Mitglied der Geschäftsleitung der Scientific Control Systems GmbH (SCS), deutlich - ist in den nächsten Jahren mit einem bisher nicht gekannten Ausmaß an neuen Netzen und Dienstleistungen zu rechnen. Für den Anwender bedeute das, daß er sich nicht mehr wie in der Vergangenheit den aktuellsten Entwicklungen schnell und flexibel anpassen könne, sondern auch mittelfristige Perspektiven in sein Konzept miteinbeziehen müsse.

Hierzu zählte Arnold vor allem die für das kommende Jahr zu erwartende internationale Normung des transparenten 64-KBit/s-Kanals als Voraussetzung für das Integrated Services Digital Network (ISDN), das digitalisierte Postnetz, in dem alle Fernmeldedienste abgewickelt werden sollen. Damit rücke dann für die gesamte Inhouse-Kommunikation die digitale Nebenstellenanlage (PBX) in den Mittelpunkt, da für 90 bis 95 Prozent aller Anwendungen das vorhandene symmetrische Kupferdrahtnetz (bis zu Geschwindigkeiten von 256 KBit/s bei Abständen von maximal 1,5 Kilometer) vollkommen ausreichend sei.

LAN-Konzepten gab der SCS-Experte dagegen nur in den Fällen Chancen, für die PBX-Lösungen nicht geeignet sind, wie zum Beispiel bei der Bewegtbildkommunikation oder bei der schnellen Rechnerkommunikation. Bifoa-Geschäftsführer Klaus Höring mochte die Aussichten der LAN-Hersteller nicht ganz so eingeschränkt sehen, schätzte aber auch, daß diese sich "mit ihren Anwendungen in Richtung Telefon" bewegen werden. Zur derzeitigen Polarisierung im LAN-Lager zwischen dem IBM-Verfahren einerseits und Ethernet andererseits meinte er, daß hier wohl diejenigen Hersteller die größten Chancen haben, die ein IBM-ähnliches Konzept verfolgen.

Hans-Peter Boell, Unternehmensberater in Köln, stellte in seinem Referat den Integrationsaspekt bei der Planung der betrieblichen Kommunikationsinfrastruktur in den Mittelpunkt. Hierzu gehöre auf seiten der Benutzer auch eine sinnvolle Kompetenzverteilung. Normal sei heute zwar eine Zuständigkeit für Organisation und Datenverarbeitung, dann aber - so Boell - "beginnt schon die Grauzone, in der sich ein vielseitiges Kompetenzgerangel abspielt". Sein Gegenvorschlag zur Überwindung der "historisch gewachsenen Strukturen", der naturgemäß nicht bei allen Workshop-Teilnehmern Zustimmung fand: Eine Trennung der Verantwortlichkeiten in einen Bereich Informationslogistik, das heißt, Informationsversorgung aller betrieblichen Stellen, und in einen Sektor technische Unterstützung der Informationsversorgung.