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21.08.1981 - 

Zu katastrophalen Situationen bei der Datenübertragung muß es nicht kommen:

Bei der Planung alternative Wege vorsehen

Die Ausfallzeiten beeinträchtigen den Wirkungsgrad eines Datenübertragungsnetzwerkes. Für den Netzwerkbetreiber ist es deshalb wichtig, die Flußfaktoren zu kennen, die die Verfügbarkeit beeinflussen. Eine sorgfältige Planung des gesamten Netzwerkes sowie des Netzwerkkontrollzentrums führt heute zu Werten der Verfügbarkeit, die deutlich über 99 Prozent liegen. Nachfolgend einige allgemeine Anregungen von Gerhard Kafka *.

Bei der Implementierung eines Netzwerkes sollten beide Seiten - der Lieferant und der Anwender - die Verpflichtung eingehen, von Anfang an dafür zu sorgen, daß eine hohe Verfügbarkeit erreicht werden kann. Die dafür notwendigen Aufwendungen sind natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden, aber es ist auch gewährleistet, daß das Netz bestimmungsgemäß arbeitet, wann immer es benützt wird. Sind entsprechende Vorkehrungen nicht getroffen, so kommt es im Fehlerfall meist zu einer katastrophalen Situation, weil niemand so richtig weiß, wo zunächst mit der Fehlerdiagnose begonnen werden soll und anschließend die Fehlerbehebung eingeleitet werden kann.

Um die Verfügbarkeit eines Netzes verbessern zu können, müssen zunächst die aktuellen Werte bekannt sein. Dies erfordert eine kontinuierliche Erfassung der Ausfall- und der Instandsetzungszeiten. Solch eine Statistik wird zweckmäßigerweise wöchentlich erstellt. Es sollte nicht allzu schwierig sein, eine Person zu bestimmen, die Netzausfälle registriert, die Ursachen dafür festhält sowie die Zeitspanne für die Wiederinbetriebnahme erfaßt. Mit Hilfe dieser Statistik lassen sich erforderliche Verbesserungsmaßnahmen gezielt ergreifen.

Bereits bei der Planung des Netzwerkes sollten Ersatzgeräte und alternative Übertragungswege vorgesehen werden. Ist zwischen zwei Endgeräten nur eine einzige Verbindung vorgesehen und ist diese gestört, so ist ein Betrieb überhaupt nicht mehr möglich. Bei einem statt stern- oder ringförmig vermascht konzipierten Netz ergibt sich in den meisten Fällen eine alternative Verbindungsmöglichkeit. Aber nicht nur bei den Übertragungswegen, sondern auch bei den übrigen Komponenten wie Modems Terminals, Multiplexer und Frontendrechnern sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Bei einem auftretenden Netzausfall machen sich diese Investitionen, die nur einen Bruchteil der Systemkosten betragen, mehr als bezahlt.

Eine sorgfältige Qualitätskontrolle einschließlich Einbrenntests beim Hersteller soll hier als selbstverständlich angenommen werden. Der Anwender sollte Funktionstests entwickeln, die noch vor der endgültigen Abnahme des Netzwerks durchzuführen sind. Für die Prüfung der Übertragungswege bieten sich die Messung von Bitfehler- und Blockfehlerraten an, die Funktion der Übertragungsgeräte und Endeinrichtungen läßt sich mit Protokolltestern überprüfen.

Routinetests in Abständen

Bei der Auswahl der Netzwerkkomponenten muß unbedingt deren Servicefreundlichkeit berücksichtigt werden. Verschiedene Einrichtungen wie Modems bieten von sich aus die Möglichkeit, Schleifentests durchzuführen. Darüber hinaus sollten aber auch die übrigen Komponenten regelmäßig auf ihre einwandfreie Funktion einfach und schnell überprüft werden können. Solche Routinetests sollten in festgelegten Abständen erfolgen. Alle diese Diagnosemaßnahmen sind jedoch unwirtschaftlich, wenn nicht im Fehlerfall Ersatzeinheiten zur Verfügung stehen.

Bei der Auswahl von Netzwerkkomponenten sind Kundendienst und Schulung nicht zu übersehen. Ein gut funktionierender Kundendienst eines Herstellers ist auf alle Fälle höher zu bewerten als vielleicht ein etwas günstigerer Angebotspreis. Dem Anwendet ist im Fehlerfall nicht geholfen, wenn dann niemand vorhanden ist, der für eine Behebung konsultiert werden kann. Eine intensive Schulung des Anwenderpersonals beim Hersteller ist schon vor der Systeminstallation anzustreben. Durch diese Schulung wird der Anwender in die Lage versetzt, im Fehlerfall bei der Instandsetzung wertvolle Hilfe zu leisten.

Für ein effektives Netzwerkmanagement müssen die folgenden drei Funktionen erfüllt werden.:

a) Überwachung aller Netzwerkpunkte - sobald der Anwender über alle Vorgänge informiert ist und die Fehlerursachen erkennen kann, ist es nicht mehr allzu schwierig die erforderlichen Maßnahmen für eine Rekonfiguration zu ergreifen. Diese Funktion bezeichnen wir als Tech-Control.

b) Prüfung und Diagnose - tritt ein Ereignis ein, welches zur Auslösung eines Alarms führt, dann ist es zweckmäßig eine detaillierte Analyse durchzuführen, bevor Maßnahmen zur Beseitigung des Problems ergriffen werden.

c) Automatischer Monitorbetrieb und Zugangskontrolle- dies schließt die Möglichkeit ein, jederzeit festzustellen, was mit den zu übertragenden Signalen auf der digitalen und analogen Seite passiert und wie sich die einzelnen Komponenten verhalten. Bei vielen Kunden (zum Beispiel Banken) ist für bestimmte Räumlichkeiten eine Zugangskontrolle erforderlich, damit die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden können. Das anzustrebende Ziel lautet, jederzeit feststellen zu können, wenn ein unerwünschtes Ereignis stattfindet und dieses entsprechend zu dokumentieren.