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13.10.1978 - 

400 Teilnehmer im BIFOA-Fachseminar "Wirtschaftliches Programmieren"

Bei der Programmierung werden Ressourcen verschleudert

KÖLN -"Qualität ist langfristig Wirtschaftlichkeit". Auf diese Aussage verkürzte Professor Dr. Erwin Grochla (Universität Köln) die Forderung nach mehr Effizienz in den Programmierabteilungen. Von der reinen Kostenseite und der täglichen Menge der Lines of Code lasse sich jedenfalls die Leistung einer Softwareabteilung nur schwer bestimmen. Überdies hätten die gegenwärtigen Programmiermethoden in allen Phasen der Software-Produktion "Schwachstellen, die ein wirtschaftliches Programmieren verhindern".

Grochlas Thesen* standen am Anfang eines zweitägigen Fachseminars, das vom Betriebswirtschaftlichen Institut für Organisation und Automatisation (BIFOA) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Betriebsinformatik der Universität Dortmund (Professor Dr. Joachim Griese), dem Lehrstuhl für Informatik der Universität-Köln (Professor Dr. Paul Schmitz) und dem Fachgebiet Betriebsinformatik der Universität Essen (Professor Dr. Dietrich Seibt) durchgeführt wurde.

Grundidee des Seminars: Alle derzeit gängigen Methoden und Werkzeuge der Programmierzunft von ihren Apologeten in einer Veranstaltung gegenüberzustellen. Dies wollten sich mehr als 400 Anwender nicht entgehen lassen. Der gute Besuch ist allerdings schon dadurch zu begründen, daß in der Bundesrepublik jährlich rund acht Millionen Mark für Software-Erstellung und Wartung ausgegeben werden, und zwar zu 95 Prozent für benutzerindividuelle Anwendungs-Software. Und wenn auch für die Bundesrepublik zutrifft, daß jede Änderung in einem Programm 4000 Dollar Kosten verursacht - so eine Untersuchung de US-Army - dann ist es höchste Zeit, durch mehr Qualität die Wartungskosten zu reduzieren.

Freilich: Auf die Zuhörerfrage, welche der Methoden denn heute schon so weit sei, optimale Effizienz zu garantieren oder ob der Anwender lieber noch warten solle, ehe er sich solcher Werkzeuge bediene, kam von der akademischen Tribüne nur ein philosophisches "Jein".

Und so nahmen denn auch die 400 Zuhörer von Dr. Peter Schnupp (Softlab) mit auf den Weg, daß vor allem Kommunikations-Probleme die wesentlichen Fehlerursachen darstellten. Die Mehrheit der Programmierer scheitere offensichtlich an der Aufgabe der Spezifikation - wenn es darum gehe, die Probleme des konkreten Anwenders genau zu beschreiben. Folge: Die Fehler beim Programmieren entständen zu 64 Prozent in der Analyse- und Planungsphase und nur zu 36 Prozent beim Codieren.

*Grochlas Vortrag, vor dem Auditorium aus Zeitgründen nur fragmentarisch gehalten, erscheint exklusiv in der nächsten Ausgabe der COMPUTERWOCHE.