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Das Datensichtgerät aus physiologisch-optischer Sicht:


29.06.1979 - 

"Bei erhobenem Blick wird Konvergenz verlangt"

Die Belastung, die bei Arbeiten an Datensichtgeräten auftritt, ist je nach Art der Tätigkeit sehr unterschiedlich.

Physiologisch wäre schwarze Schrift auf weißem Grund, also negativer Kontrast, am zweckmäßigsten, dafür gibt es aber noch keine preisgünstigen Lösungen. Der zur Zeit allgemein verbreitete positive Kontrast (weiße Schrift auf dunklerem Untergrund) ist einfacher realisierbar, führt a aber zu gewissen Schwierigkeiten. Ist die Bildschirmhelligkeit niedrig eingestellt, treten leicht Adaptationsstörungen zur meist sehr viel helleren Umgebung auf; ist die Schirmleuchtdichte hoch, so leidet die Lesbarkeit unter einer Überstrahlung der Buchstaben (Irradiation). Blickt man oben oder seitlich am Bildschirm vorbei, so sollten dort keine wesentlich höheren Leuchtdichten auftreten, als der Schirmleuchtdichte entspricht, insbesondere dürfen keine Fensterflächen oder Lichtquellen der Deckenbeleuchtung in unmittelbarer Nachbarschaft des Bildschirmes erscheinen. Im allgemeinen sollte die Grundleuchtdichte so hoch eingestellt werden, daß gerade noch keine Irradiation auftritt, weil dann die Adaptationsstörungen relativ gering sind und auch Spiegelungen von hellen Flächen auf dem Bildschirm weniger stören.

Im allgemeinen geht man davon aus, daß bei weißer Schrift auf schwarzem Grund die Schrift um etwa 25 Prozent vergrößert sein muß; das gilt vor allem bei zu niedriger und zu hoher Schirmleuchtdichte. Aber nicht nur wegen des umgekehrten Kontrastes, sondern vor allem wegen des größeren Leseabstandes von etwa 60 Zentimetern, verglichen mit dem normalen Leseabstand von 40 Zentimetern, muß die Schrift deutlich vergrößert werden. Da überdies auch die Konturenschärfe niemals diejenige einer guten Druckschrift erreicht, sollte die Schrift mindestens zweimal so groß sein als normaler Zeitungsdruck.

Bei einem Blickwechsel vom Schirm zum Beleg sollte sich die Leuchtdichte nicht um mehr als 1:3 bis 1:4 unterscheiden. Die Horizontalbeleuchtung im Bereich von Bildschirmarbeitsplätzen sollte nicht höher als etwa 300 Lux sein.

Die meisten Beschwerden bei Arbeiten an Datensichtgeräten beruhen, soweit sie nicht ophthalmologischer Natur sind, auf Spiegelungen von hellen Fensterflächen oder Lichtquellen im Bildschirm. Reflexmindernde Beschichtung mildert die Probleme, beeinträchtigt aber gleichzeitig etwas die Konturenschärfe der Schrift. Eine wirkliche Abhilfe ist nur durch geeignete Positionierung der Geräte sowie durch Stellwände oder Schürzen, die gezielt vor die jeweiligen Leuchten gehängt werden, zu erreichen. Grundsätzlich sollte der Bildschirm so tief wie möglich angeordnet werden, weil physiologisch die Blicksenkung und das Schauen in die Nähe gekoppelt sind. Bei den meisten Datensichtgeräten wird bei erhobenem Blick eine Konvergenz verlangt, was unphysiologisch ist. Wird mit einem Beleg gearbeitet, so sollen Bildschirm und Beleg etwa in gleicher Entfernung sein, damit zum unvermeidlichen Blickwechsel nicht auch noch eine Akkommodationsänderung hinzutritt. Die Anpassung der Datensichtgeräte an die unterschiedlichen Arbeitsplatzverhältnisse könnte wesentlich erleichtert werden, wenn sich die Hersteller endlich dazu entschließen würden, dafür zu sorgen, daß sich Grundhelligkeit, Kontrast und Schärfe wenigstens in gewissen Grenzen unabhängig voneinander variieren lassen.