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08.11.1991 - 

Marktführer nimmt an CISC-Rechnern keine Verbesserungen mehr vor

Bei fehlertoleranten Systemen setzen Tandem & Co. auf RISC

CUPERTINO (jm) - Sowohl Tandem Computers Inc., Cupertino, laut Gartner Group klarer Marktführer im Bereich fehlertoleranter (FT) Rechner, als auch deren ärgster Konkurrent Stratus Computer Inc., Marlboro, setzen bei ausfallsicheren Systemen auf RISC. Tandem fuhr gleich für alle drei Produktfamilien RISC-Computer auf, Stratus erweiterte die XA/R-Linie um das Modell 300.

Nach den Worten von Tandem-Offiziellen läuten die Kalifornier mit ihren neuen RISC-basierten Rechnern sowohl der High-end-Systeme "Nonstop Cyclone" als auch der Midrange-Linie "Nonstop CLX" und den als Unix-Servern positionierten Einstiegsmodellen "Integrity S 2" den Tod ihrer CISC-Computer ein (vergleiche auch in dieser Ausgabe Seite 27: "Tandem setzt mit RISC-CPUs ... "). Zwar würden Cyclones und VLX-Systeme mit CISC-Prozessoren noch weiter vertrieben, Designverbesserungen an der CISC-Architektur werde es hingegen nicht mehr geben, in zukünftigen Tandem-Maschinen arbeiteten ausschließlich RISC-CPUs.

Die Entscheidung für RISC fällten Tandem-Entwickler wegen des ihrer Meinung nach eindeutigen Preis-Leistungs-Vorteils gegenüber CISC-Architekturen. Bill Heil, Guardian Systems Manager, will einen Kostenfaktor von 1:10 zugunsten von RISC ausgemacht haben.

Interessanterweise bewarb Digital Equipment ihre zwei Tage später präsentierten VAX-4000- und -6000-Modelle mit dem gleichen Preis-Leistungs-Argument, obwohl es sich bei den DEC-Systemen um CISC-basierte Rechner handelt.

Die Kalifornier versprechen ihren Cyclone-Kunden, daß deren Hochleistungs-Rechner, die unter dem proprietären Guardian-Betriebssystem laufen, völlig kompatibel zu den neuen "Cyclone/R"-Systemen sind. Der CISC-Midrange-Rechner CLX läßt sich durch Austausch der Prozessorkarten auf die RISC-Architektur umsatteln.

Beide Rechnerlinien - RISC-Cyclones und -CLX - liefert Tandem mit zwei Befehlssätzen aus, ein optimierender Compiler setzt den TNS-Objektcode in die leistungsfähigere RISC-Variante um.

Auch die Unix-Server-Linie - bislang als "Integrity S2" tituliert - erweiterte Tandem mit einem Einstiegs-Modell "Integrity 100E" und der Mips-RISC-CPU R2000 sowie mit der gegenüber den bisherigen Integrity-Systemen etwa doppelt so leistungsfähigen "Integrity 300" (R3000).

Tandem ist allerdings nicht der einzige Spieler im fehlertoleranten Bereich, der das RISC-As ausspielen will. Stratus, schärfster Konkurrent am Markt, kann nicht nur auf die - zumindest momentan - positivere Geschäftslage verweisen. Neben dem im März 1991 vorgestellten XA/R-RISC-Rechner Modell 20 schob man zeitgleich mit Tandem das High-end-Modell 300 nach, das wie das kleinere Modell von einer Intel-860-CPU angetrieben wird.

Im Gegensatz zu Tandem-Kunden haben Stratus-User den Vorteil, für diesen Rechner sowohl das proprietäre VOS-Betriebssystem als auch eine Unix-Variante, Version 2.0 von "FTX", zu nutzen. Carolyn Griffin, Analystin der International Data Corp. (IDC), sieht in dieser zweigleisigen Strategie denn auch Stratus Faustpfand für zukünftige Markterfolge.

Zumindest unter Einbeziehung der letzten Quartalsergebnisse schneidet Stratus denn auch im direkten Vergleich mit Marktprimus Tandem besser ab: Während Stratus für sein zweites Quartal einen 48prozentigen Profitsprung verzeichnete, mußte die Tandem Inc. für ihr im gleichen Zeitraum gelegenes dritte Quartal 1991 Gewinnrückgänge hinnehmen. Für das Abschlußquartal 1991 hatte Tandem-CEO James G. Treybig gar einen 90prozentigen Pro-Aktie-Verlust zu konstatieren. Stratus hingegen strich für die gleichen drei Monate einen Gewinn von 43 Prozent ein.