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30.11.1979 - 

IBM 3279 als Wegbereiter der DV-Akzeptanz:

Bei Mainframern und PCMs nichts Vergleichbares bekannt

STUTTGART (je) - Das neue Datensichtgerät 3279, um das IBM jetzt seine 3270- Familie erweitert hat, erscheint als Vierfarb- und als Siebenfarb-Version. Nach Ansicht von Cornelius Schulz-Wolfgramm, Generalbevollmächtigter und Leiter des Direktionsbereichs Vertrieb im IBM-Geschäftszweig Datenverarbeitung, wird das in Hursley (England) entwickelte und in Greenock (Schottland) produzierte Terminal zunächst vornehmlich in neuartigen Anwendungen eingesetzt werden, durfte im Laufe der Zeit aber auch in die traditionellen Applikationsbereiche eindringen. Der gleichzeitig vorgestellte Farbdrucker IBM 3287 kann für das 3279-Display als Hardcopy-Gerät fungieren.

Wie Schulz-Wolfgramm einräumt, werden der 3279 vergleichbare Geräte auch von dem einen oder anderen Spezialhersteller angeboten, nicht aber von den sogenannten Mainframern, "soweit uns bekannt ist". Dr. Paulus Burkert, Leiter der IBM-Presseabteilung, präzisiert, diese Aussage gelte "auch für die Steckerkompatiblen" und ergänzt, bei den hardwaremäßig vergleichbaren Geräten sei noch nicht gesagt, daß sie auch softwaremäßigig eine Alternative böten.

Schulz-Wolfgramm nahm die Vorstellung der 3279 zum Anlaß, die Haltung des Hauses IBM zum vieldiskutierten Thema "Bildschirmarbeitsplatz" zu erläutern. Es handele sich, sagte er, hier in Wahrheit nur um einen "Arbeitstitel", der daher rühre, daß "trotz aller heutigen Vielgestaltigkeit der Datenstationen der Bildschirm eine wichtige Komponente dieser Datenstationen ist und bleiben wird". Mt diesem Arbeitstitel operiere die Diskussion über Ergonomie, Physiologie und Arbeitsplatzgestaltung ebenso wie die über Rationalisierung, Bürokratisierung und Arbeitsplatzbedrohung.

Dieser Terminus verleite dazu, an einen Arbeitsplatz zu denken, an dem jemand acht Stunden um des Bildschirms willen sitzt, wo doch der Bildschirm nur einlade, nicht aber zur Benutzung der neuen Informationsformen zwinge. Unausgesprochenes Fazit: Nicht der Bildschirm - Symbol für die gesamte DV und die dahinterstehenden Hersteller - ist das Übel, das es anzupacken gilt. Schulz-Wolfgramm: "Der polemische Gebrauch des Begriffs 'Bildschirmarbeitsplatz' leitet in eine gefährliche Richtung, weil er mögliche Produktivitätspotentiale unserer Volkswirtschaft durch eine sozial- und tarifpolitische Färbung der Diskussion blockieren könnte. "

Statt dessen brach der IBM-Generalbevonmächtigte eine Lanze für die Rationalisierung. Sie sei das einzige, was ein deutscher Unternehmer als Wettbewerbsvorteil auf seiner Seite habe. Darum könne auch nicht die Freisetzung von Arbeitskräften - ein Phänomen, das Schulz-Wolfgramm unumwunden konzedierte - im Mittelpunkt des Interesses stehen, sondern nur die volkswirtschaftliche Gesamtbilanz. Es gehe deshalb darum, "die richtige Einstellung und Argumentation aller Beteiligten und aller Interessengruppen zu gewinnen". Und eben dafür habe IBM bei seiner neuen Datenstation etwas getan, beendete Schulz-Wolfgramm seinen Exkurs und nannte dazu einige Eigenschaften der 3279.

Bei der Modellgruppe A der 3279 stehen als Grundfarben die Farben Rot, Blau, Grün und Weiß zur Verfügung, die in der Sieben-Farben-Version der Modellgruppe B noch durch Gelb, Türkis und Rosa ergänzt werden. Die Positionierung der Kathodenstrahlen errnöglicht es, die Bildpunkte gegenüber herkömmlichen Farbbildröhren so zu verkleinern, daß bei normaler Sehdistanz keine Auflösung in Einzelfarben möglich ist.

Das Programmpaket GDDM (Graphical Data Display Manager) für grafische Darstellungen verfügt über Funktionen für die Darstellung von Sektoren, Bögen und Schraffuren, überträgt und verwaltet das Laden von Symbolen in Datensichtgerät und Drucker. Wird zusätzlich auch das Programm PGF (Presentation Graphics Feature) eingesetzt, so besteht die Möglichkeit, Grafiken interaktiv am Datensichtgerät zu erstellen: Der Anwender kann aus einem Menue bereits erstellte Präsentationsgrafiken aufrufen und sie gemäß seinen eigenen Daten modifizieren.

Durch den Zusatz "Programmierte Symbole" und die entsprechende Programmunterstützung können Zeichen verschiedener Art nach eigenen Vorstellungen entworfen und gespeichert werden.

Das neue Datensichtgerät wird in vier Modellen angeboten, die sich durch die Zahl der Farben - vier oder sieben -, die Zahl der Zeichen - 1920 oder 2560 - und die Zahl der Zeilen - 24 oder 32 - voneinander unterscheiden.

Diese Datenstationen können - so die IBM-Verlautbarung - lokal oder entfernt über die Steuereinheiten IBM 3274 und 3276 oder über die neue Steuereinheit IBM 3274 Modell C51 mit einem zentralen Rechner IBM System /370, IBM 303X und IBM 4300 verbunden werden. Die neue Steuereinheit kann über festgeschaltete Leitungen, über Wählleitungen im öffentlichen Netz der Deutschen Bundespost und über Ringleitungen des Informationssystems IBM 8100 arbeiten.

Der ebenfalls angekündigte Farbdrukker IBM 3287 kann die Anzeigen des neuen Datensichtgerätes farbig drucken, und zwar blau, grün, rot und schwarz. Die jeweils ausgewählte Farbe wird durch das Verstellen des Farbbandes auf Teilbasis realisiert Auch der Farbdrukker IBM 3287 ist an die Steuereinheiten IBM 3274 oder 3276 anschließbar. Die Modelle CO1 und CO2 haben eine Druckleistung bei einfarbigen Drucken von bis zu 80 beziehungsweise 120 Zeichen pro Sekunde. Die Farbumschaltung erfolgt zeilenweise. Sollen in einer Zeile beispielsweise Daten in Schwarz und in Rot ausgedruckt werden, so werden zuerst die schwarzen und beim nächsten Druckvorgang die roten Zeichen gedruckt. Das heißt, mehrere Farben innerhalb, einer Zeile beeinflussen die Druckzeit" Das Abdrucken von grafischen Bildschirminhalten geschieht über den zentralen Rechner, der die Grafik entsprechend den druckerspezifischen Merkmalen aufbereitet.

Termine und Preise: Die 3279 in Vierfarb-Version soll ab Mai 1980 ausgeliefert werden, die Siebenfarb-Version ab September 1980; den Drucker 3287 wird es ab August 1980 geben. Bei einem Zweijahres-Mietvertrag beläuft sich die für ein Modell 3279/2 zu zahlende Monatsrate auf 295 Mark (das Datensichtgerät 3278/2 kostet bei entsprechenden Konditionen 185 Mark.) Die GDDM-Software kostet 132 Mark Monatslizenz.