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10.05.1996 - 

Nach IBMs Tivoli-Deal nun strategische Allianz zwischen CA und DEC

Bei Management-Tools zeichnet sich Marktkonzentration ab

Durch die rasante Ausweitung von Netzwerken zum Internetworking, dem Zusammenschluß von heterogenen Systemen in Client-Server-Umgebungen und dem Trend zu Applikations-Servern (auf Kosten reiner File- und Print-Server) steigen die Ansprüche an das System-Management. Entsprechende Software soll daher nicht nur die Netzwerkauslastung überwachen oder einzelne Ausnahmeereignisse melden, sondern über verschiedene Plattformen hinweg die vollständige Verwaltung von Netzwerk-Betriebssystemen, Datenbanken, verteilten Applikationen und Internet-Einrichtungen leisten. Die Rede ist mittlerweile von "Business Process Management Tools".

Die IBM glaubt diesen weitreichenden Ansprüchen beim System-Management nach der Tivoli-Übernahme genügen zu können und sieht sich gegenüber den Wettbewerbern klar im Vorteil. Erzeugnisse wie Microsofts "System Management Server", HPs "Openview" oder Suns "Solstice" gelten in Armonk nicht als ernsthafte Konkurrenten, weil sie zu sehr auf das Produktumfeld der jeweiligen Hersteller beschränkt seien. Andere Anbieter - wie BMC mit "Patrol" - berücksichtigen zwar eine breite Palette an Datenbanken und Applikationen, fallen aber für das Netzwerk-Management aus. Den Druck, den IBMs Tivoli-Kauf und das daraus entstandene System-Management-Schwergewicht auf die Branche ausüben, beantworten einige Hersteller indes mit Kooperationsabkommen. Auf diese Art versuchen sie, komplementäre Produktangebote zu kombinieren und so der Nachfrage nach übergreifenden Management-Lösungen zu begegnen.

So gab nun die Platinum Technology Inc. die Integration von zwei ihrer Management-Tools in HPs "Openview IT/Operations" bekannt. Es handelt sich dabei um die Module "Autosys", einen Job Scheduler, und DB-Vision, ein Werkzeug zum Performance-Management. Anwender können jetzt beide Produkte zentral von HPs IT/Operations-Konsole aus bedienen. Die User können eingegangene Nachrichten abrufen, auf Ausnahmeereignisse reagieren und Reparatur-Programme ausführen.

Als Hauptgegner bezeichnet Peter Norwood, Director of Strategic Planning bei Tivoli, Computer Associates mit "Unicenter". Er sagt aber dem in New York ansässigen Unternehmen trotz der in letzter Zeit verstärkten Ambitionen im Client-Server-Umfeld Mainframe-Lastigkeit nach. Daran konnte nach Ansicht des nunmehrigen IBM-Managers die Legent-Übernahme nichts ändern, da sich CA damit hauptsächlich Software zur Verwaltung von Großrechnern einverleibt habe.

Es scheint, als habe man sich bei CA diese Kritik zu Herzen genommen und baute nun ebenfalls auf Unterstützung durch Partner. Ein weitreichendes Kooperationsabkommen mit Digital Equipment bezweckt vor allem Verstärkung beim System-Management. Die beiden Hersteller einigten sich auf eine einheitliche Umgebung für unternehmensweites DV-Management, die auf CA-Unicenter beruht. Computer Associates übernimmt im Zuge dieser Zusammenarbeit voraussichtlich 16 Module von DECs Netzwerk-Management-Software "Polycenter" und integriert sie in Unicenter. Dafür unterstützt CA zukünftig mit seiner System-Management-Lösung das DEC-Betriebssystem "Open VMS" auf VAX- und Alpha-Servern. Digital bringt in die Kooperation zudem im Rahmen des "Preferred-Service-Provider"-Programms Leistungen für CA-Produkte ein und will diese über die eigenen Vertriebskanäle verkaufen.

IDC-Analysten betrachten diese Kooperation als unmittelbare Reak- tion auf IBMs Tivoli-Übernahme. Sie zweifeln aber daran, ob dieses Abkommen, das sich im wesentlichen auf Serviceleistungen und Vertriebskanäle bezieht, der fortschreitenden, engen Integration von "Tivoli Management Environment" und IBMs "Systemview" Paroli bieten kann. Nach ihrer Ansicht zählt für den Anwender gerade in stark heterogenen Umgebungen besonders die gute Abstimmung der Management-Tools aufeinander. Und die ist beim Einsatz verschiedener Produktlinien nicht ohne weiteres gewährleistet.

IDC folgt damit implizit der Auffassung von Peter Norwood, daß es sich bei Tivoli Management Environment und Systemview um komplementäre Produkte handle. Tivoli sei demnach vor allem für Client-Server-Umgebungen ausgelegt, IBMs Management-Software hingegen habe ihre Stärken bei der Verwaltung von Großrechner-Konfigurationen. Beide sollen in einem Drei-Stufen-Plan zusammengeschlossen und unter der Bezeichnung "TME 10" als einer der sieben "Eagle"-Software-Server vertrieben werden. Das Tivoli-Produkt erhält dabei die Funktion der Integrationsplattform, Systemview hingegen wird dem TME-Framework modulweise einverleibt.

Big Blue möchte allerdings den weitreichenden Anspruch einer unternehmensweiten Lösung für das System-Management nicht alleine einlösen, sondern will dafür im Rahmen eines Partnerprogramms eine regelrechte Plug-in-Industrie ins Leben rufen. Module von Fremdherstellern können wegen der Offenheit des Corba-kompatiblen, objektorientierten Tivoli-Frameworks genauso eingebunden werden, wie es für viele Systemview-Module geplant ist. Da IBM alle wichtigen Plattformen berücksichtigen will, stellt es an die Hersteller von Komponenten den gleichen Anspruch.