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04.07.1997 - 

Gartner Group fragt nach der Zufriedenheit mit Herstellern

Bei Midrange-Servern haben HP und IBM beste Karten

In ihrer Untersuchung "US Symposium Survey on Midrange Spending Patterns" wertete die Gartner Group die Stellungnahmen von 700 amerikanischen DV-Managern aus. Darin hatten die IT-Verantwortlichen Angaben zu ihrer Einkaufspolitik beziehungsweise zu ihren Investitionsplänen für das vergangene Jahr gemacht. Aus den Erwiderungen leiteten die Analysten Prognosen über die Aussichten der marktdominierenden Server-Anbieter ab.

Nach wie vor favorisieren Anwender danach die drei großen Anbieter von Midrange-Servern Hewlett-Packard (HP), IBM und Sun Microsystems. Compaq als einziger Hersteller, der von Kopf bis Fuß auf Microsoft eingestellt ist, zwängt sich allerdings immer erfolgreicher als Alternative in den Vordergrund. Die Company des deutschen Chief Operating Officer (CEO) Eckhard Pfeiffer verdrängte in der Präferenzskala der Gartner Group die Digital Equipment Corp. (DEC) von Platz vier.

Es gab weitere Veränderungen in der Anwender-Beliebtheitsskala: Gefragt, welche drei Midrange-Server-Anbieter sie am ehesten auswählen werden, nannten 34 Prozent HP als erste Wahl, 23 Prozent sehen das Server-Angebot der Kalifornier immerhin noch als zweitwahrscheinlichste Investitionsalternative, und weitere 19 Prozent setzen HP zumindest noch an die dritte Stelle ihrer Präferenz (siehe Grafik "Midrange-Server der Wahl").

IBM als bei dieser Frage Zweitplazierter erhielt - aufgeteilt nach der gleichen Splittung - 25, 21 und 25 Prozent der 700 Antwortenden. 1995 hatte Big Blue als erste Wahl noch um einen Prozentpunkt vor HP gelegen. Insgesamt verlor IBM gegenüber HP also zehn Prozentpunkte.

Zwar konnte das von Louis Gerstner geführte Unternehmen seinen zweiten Platz bezüglich der zweiten und dritten Option halten. Sun Microsystems gewann 1996 im Vergleich zum Vorjahr allerdings an Boden. Nur wenn es darum geht, erste Wahl zu sein, kann Scott McNealys Unternehmen mit IBM und HP noch nicht mithalten (elf Prozent). Compaq hat in der Beliebtheitsskala mittlerweile zu DEC aufgeschlossen beziehungsweise leichte Vorteile.

Eine beliebte Frage in Zeiten des Client-Server-Computings ist, ob Anwender Mainframe-Anwendungen von ihren Großsystemen auf Midrange-Maschinen migrieren und wenn ja, auf welche. Gartner Group fragte deshalb, welche Server von welchem Hersteller am ehesten für solch eine Applikationenverlagerung geeignet seien. Ein klares Bild auch hier: HP wird 1996 wie schon 1995 am ehesten zugetraut, mit sogenannten alternativen Mainframes die Existenz herkömmlicher Großrechner zu bedrohen (26 Prozent Zustimmung).

Allerdings folgt die IBM, Königin der Mainframe-Szene, mit 24 Prozent der Antwortenden dichtauf. Die Gartner-Analysten sind der Meinung, daß Big Blues erfolgreiche Aufholjagd vor allem im Zusammenhang mit einer gelungenen Marketing-Kampagne zu sehen ist. Mit dieser habe es das Unternehmen verstanden, seine Massively-Parallel-Processing-(MPP-) Systeme "RS/6000 SP" als Server-Konsolidierungs-Plattform ins Bewußtsein der Anwender zu rücken. Unter Konsolidierung ist dabei die Möglichkeit zu verstehen, dezentralisierte Arbeitsabläufe wieder auf ein einziges Server-System zurückzuführen. Verbunden damit ist natürlich eine Rezentralisierung der DV.

Compaq-Server keine Alternative zum Mainframe

Hinter diesem Führungsduett liegen die anderen Hersteller recht erheblich zurück. Nur jeder Siebte (14 Prozent) der 700 auf die Gartner-Group-Fragen Antwortenden hält etwa die Multiprozessor-Maschinen von Sun Microsystems für fähig, die bislang von Großrechnern absolvierten Aufgaben zu meistern. Nur sieben Prozent der Auskunftgebenden sehen in DEC-Alpha-Maschinen eine beachtenswerte Alternative zu herkömmlichen Hosts. Obwohl mittlerweile mit leistungsstarken RISC-Prozessoren ausgestattet, folgt IBMs eigenes Midrange-Angebot, die AS/400, noch nach den Alpha-Konkurrenten.

Wenn auch weit abgeschlagen mit zwei Prozent, findet NCR rechnerisch wenigstens noch Erwähnung als Anbieter alternativer Mainframe-Systeme. Compaq hingegen gehört - wenig überraschend - nicht zu diesem erlauchten Kreis. Bei der völligen Konzentration auf die NT-Betriebssystem-Umgebung ist dies nicht verwunderlich. Außerdem reichen die Rechenleistung der "Proliant"-Server und die I/O-Infrastruktur als Ganzes bei weitem nicht aus, um MVS-Großrechnern als ernstzunehmende Alternative Paroli bieten zu können.

Die Gartner Group forschte schließlich noch aus, wie zufrieden Anwender mit verschiedenen Herstellern sind. Hierzu fragten die Analysten unter anderem, wie überzeugend Anwender das strategische Konzept der Anbieter finden, was sie von deren technischen Dienstleistungen halten oder wie sie das Preis-Leistungs-Verhältnis der Server-Lieferanten einschätzen.

Aus den Ergebnissen bildeten die Analysten einen Durchschnittswert. Nach diesem liegen HP, Sun und Compaq auf einer Skala von 1 (bestmögliche Beurteilung) bis 5 mit einem Resultat von jeweils 2,5 gleichauf. Es folgen die IBM mit 2,6 und DEC mit 2,9.

Einen indirekten Beleg für Qualität und Erfolg der Produktpalette des jeweiligen Herstellers ergaben die Antworten auf die Frage, welches Betriebssystem Anwender benutzen oder zu nutzen planen. Hier können nur zwei Plattformen mit Steigerungsraten aufwarten: HPs UX-Unix-Derivat verzeichnet für 1997 im Vergleich zu den Jahren 1995 und 1996 einen minimalen Nachfrageanstieg. Wenig überraschend kann Windows NT mit vergleichsweise satten Zuwachsraten rechnen. Gartner glaubt, daß sich die Wachstumskurve von Unix 1998 aufgrund der steigenden NT-Verkäufe abflachen wird.

Schließlich wollten die Analysten wissen, für welche Hardware- und Betriebssystem-Plattformen Unternehmen künftige Applikationen entwickeln werden (siehe Grafik "Applikationsentwicklung wofür?"). Bei den Rechnersystemen geht der Trend bezüglich Anwendungsentwicklung klar zu PCs sowie RISC- und x86-, also Intel-Servern. Alle drei Rechnergattungen weisen seit 1995 kontinuierlich steigende Prozentzahlen auf, was ihre Beliebtheit als Anwendungsentwicklungsumgebung betrifft.

Hingegen wollen 1997 nur mehr 19,1 Prozent der Befragten Applikationen für "traditionelle Mainframes" schreiben. Vor zwei Jahren waren dies noch 30,1 Prozent.

Analog verhält es sich mit der bevorzugten Betriebssystem-Umgebung. IBMs MVS und DECs Open VMS befinden sich auf dem absteigenden Ast. Unix, insbesondere aber NT weisen dagegen erhebliche Steigerungsraten auf. OS/2 verkommt zumindest nach den Ergebnissen der Gartner-Befragung zum Nischenprodukt.