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09.09.1983 - 

Wartung und Systempflege als Ansatzpunkte der Benutzerkritik:

Bei Mixed-Hardware-Einsatz Risiken eingrenzen

WIESBADEN - Mit dem zunehmenden Einsatz von Mixed Hardware nehmen auch die Fragen nach den damit verbundenen Risiken eine wachsende Bedeutung ein. DV-Verantwortliche sind häufig überfordert von vornherein eventuelle Gefahren, die sie sich zweifelsohne mit einer Vielzahl von Herstellern ins Haus holen, abzugrenzen. Welche Risiken bei Mixed-Hardware-Anwendungen auftreten können und wie der Benutzer diese in den Griff kriegt, diskutiert Wolfgang Müller von der Wiesbadener Semico GmbH.

Bei der Entscheidung für Mixed-Hardware-Anwendungen muß der DV-Verantwortliche einige grundsätzliche Kriterien berücksichtigen:

- Die Wartung und der Support des Lieferanten von Mixed Hardware muß sichergestellt sein.

- Die Zusammenarbeit des Mixed Hardware-Lieferanten mit dem des Systemsherstellers muß einwandfrei geklärt sein.

- Die Kompatibilität der Mixed Hardware zum zentralen Rechnersystem muß hard- und softwareseitig sichergestellt sein. Gegebenenfalls sollte bei einer Inkompatibilität vorher geklärt werden, welche Auswirkungen dies auf das System sowie die Wartung des Systems hat.

Die Installation sollte, sofern sie nicht vom Kunden selbst vorgenommen werden kann, möglichst mit Technikern beider Firmen durchgeführt werden.

Hier spielt allerdings noch eine Rolle, wie und wo ein System eingesetzt wird. Die Beachtung dieser Punkte ist in jedem Fall dann ratsam, wenn das System eine Schlüsselfunktion erhält. Ein Totalausfall in kritischen Applikationen kann sich schnell zu einem Konflikt ausweiten.

Ersatzteilversorgung sichern

Verfügt die EDV-Abteilung über einen eigenen Hardwareservice, muß sichergestellt sein, daß der Mixed Hardware-Lieferant entsprechende Ersatzteile auch innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stellen kann, oder die Firma über eigene "Spare-Kits" verfügt. Auch sollte mit dem Lieferanten geklärt werden, inwieweit er bereit und auch in der Lage ist, Reparaturen vor Ort vorzunehmen. Steht das System unter einem Wartungsvertrag des Systemherstellers, ist es - wie bei Neuinstallationen - empfehlenswert, die Reparatur mit Technikern beider Lieferanten durchzuführen.

Trotz häufiger Bedenken sind die Vorteile des Mixed-Hardware-Einsatzes unbestritten.

Häufig sind es aber nur die in der Regel niedrigen Preise, die eine Entscheidung ausmachen. Fest steht, daß die großen Systemhersteller ein immer größeres Spektrum ihrer Computerfamilien anbieten müssen um konkurrenzfähig zu bleiben. Zwangsläufig entstehen dann Entwicklungs- und Produktionslücken die die Anbieter von Mixed Hardware auszufüllen versuchen.

Grundsätzlich sind Mixhardwarekomponenten in zwei Kategorien aufzuteilen: Einerseits wird versucht, die beim Systemhersteller vorhandene Hardware aus einzelnen Bereichen zu kopieren und mit einem anderen Label versehen, als steckerkompatibel auf den Markt zu bringen. Der Vertrieb dieser Kopien ist ausschließlich preisbezogen, und wird hauptsächlich von OEM-Kunden genutzt, die auf der Basis der Hauptlieferanten eigene Systeme anbieten. Der Einsatz dieser Hardware gestaltet sich daher relativ problemlos, da in den meisten Fällen auch eine eigene Produktion und damit auch ein eigener Service vorhanden ist. Auch sind diese Firmen eher bereit, Einschränkungen in bezug auf den Service des Mixed Harware-Herstellers in Kauf zu nehmen. In jüngster Zeit ist der Trend bei den größeren Industrie-OEMs spürbar die Wartung und Pflege der Systeme selbst zu übernehmen.

Anders gelagert sind die Probleme, wenn es darum geht, mit Mixed Hardware Performance-Probleme zu lösen, welche der Systemhersteller hinterlassen hat. In diesem Bereich ist allerdings eine weitaus geringere Anzahl von Anbietern zu finden, denn die Entwicklung und Produktion von leistungssteigernder Hardware setzt ein entsprechendes Know-how voraus. Entsprechend gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Systemhersteller einerseits und dem Mixed-Hardware-Lieferanten andererseits. Dieser Vorsprung der Mixed Hardware-Hersteller, welche sich lediglich auf einen kleinen Bereich konzentrieren, hat nicht selten zu einer intensiven Zusammenarheit mit dem Systemhersteller geführt. So werden heute von Mixed-Anbietern vertriebene Produkte zum Teil weltweit unter einen bestehenden Wartungsvertrag genommen, und selbst der Einbau wird vom Systemhersteller durchgeführt.