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15.09.1978 - 

Anwenderbericht Bundesanstalt für Flugsicherung, Frankfurt:

Bei Modems muß auf brauchbare Manuals geachtet werden

FRANKFURT - "Wir haben uns 1972 durch einen Vergleich mit Codex-Modems entschieden", berichtet Winfried Bellen, Hilfsreferent bei der Bundesanstalt für Flugsicherung in Frankfurt. Im Gespräch waren damals auch Siemens und Racal Milgo. Ausschlaggebend für die Entscheidung - so Bellen - war, daß die Codex-Modems damals schon automatisch entzerrt waren und die geringste Störanfälligkeit zeigten.

Bei der Bundesanstalt für Flugsicherung sind heute etwa 50 bis 60 Modems im Einsatz, hauptsächlich von Codex und Tekade. "Die neueste technologische Version, die bei uns eingesetzt wird, ist das LSI-Modem 4800 von Tekade", erklärt der Frankfurter Modem-Spezialist. "Die Preise für diese Modems sind in den vergangenen Jahren gefallen, sie kosten jetzt zwischen 13 000 und 14 000 Mark."

Die Bundesanstalt für Flugsicherung ist nicht an das öffentliche Netz angeschlossen und kann daher Modems jeder Art verwenden. Sie werden beispielsweise bei der Radarübertragung eingesetzt. Dabei werden digitalisierte Radardaten vom Ort ihres Enstehens zu den Regionalkontrollstellen hin übertragen.

Darüber hinaus werden die für die Luftfahrt relevanten Daten in einem Rechner zentral gespeichert und können dann von den Außenstellen über ein Datenübermittlungssystem abgerufen werden. "Im Rahmen dieses Datenübermittlungssystems werden auf den Fernstrecken auch Modems eingesetzt", berichtet der Mitarbeiter der Bundesanstalt für Flugsicherung. "Bisher sind wir mit unseren Modems recht zufrieden, wir hatten kaum Probleme mit Störungen."

Auch bei der Wartung traten bisher noch keine Schwierigkeiten auf. "Die älteren Modems warten wir selbst", erklärt Bellen. "Bei den LSI-Modems werden wir Wartungsverträge abschließen. " Bei diesen neuen Modems - so der Experte - ist die Technologie so ausgefeilt und hat einen solchen Grad von Komplexität erreicht, daß der Anwender nicht ohne weiteres die Wartung übernehmen kann. Dafür wären entsprechende Prüf- und Meßeinrichtungen sowie perfekt geschulte Mitarbeiter erforderlich.

"Wenn man Modems einsetzt, muß man vor allem darauf achten, daß genügend Unterlagen vorhanden sind, sowohl Bedienungs- als auch Wartungsunterlagen", erläutert Bellen.

"Damit haben wir immer noch große Schwierigkeiten, da insbesondere kaum deutschsprachige Handbücher verfügbar sind." Tekade habe jetzt zwar eine kleine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache herausgegeben, "aber viele (...) sie auch nicht her".

Auch die Leitungsqualität spielt eine große Rolle beim Modemeinsatz", ergänzt der DÜ-Fachmann. "Wir verwenden hier ganz normale Fernsprechleitungen, die keine besondere Übertragungsgüte garantieren." Bei dem öffentlichen Netz sei es ja so, daß die Bundespost ihren Leitungen ein bestimmtes Übertragungsverhalten in Bezug auf die Amplituden- und Phasenverzerrung garantiere. "Bei uns ist es daher erforderlich, daß sich die Modems automatisch auf die

Übertragungseigenschaften der jeweiligen Strecke einstellen", erklärt er.

Der wirtschaftliche Aspekt wurde bei der Bundesanstalt weniger in Erwägung gezogen. Die Flugsicherung könne nicht unbedingt mit einem Anwender aus dem Bereich Banken und Versicherungen verglichen werden, die in irgendeiner Form Daten von einer Niederlassung zur anderen übertragen müssen. "Bei uns bestand grundsätzlich die Notwendigkeit, Radardaten oder Flugplandaten in die einzelnen Regionalkontrollstellen zu übertragen", erklärt Bellen. "Wir hatten damals nur die Möglichkeit, Fernsprechleitungen zu benutzen und diese optimal auszunutzen, möglichst bis an bis Grenze der verfügbaren Bit-Rate."

Damals habe es kein vergleichbare Modem am Markt gegeben.

"Wenn wir heute noch einmal eine Neuausschreibung machen würden und nicht durch die bereits vorhandenen Geräte in unserem Spielraum eingeengt wären, würden wir wahrscheinlich mehrere vergleichbare Geräte vorfinden", meint Bellen. Auch Siemens sei jetzt auf diesem Gebiet im Kommen: "Damals waren sie aber noch nicht so weit".