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28.05.1999 - 

Web-Dienste/Extranet-Dienst im Produktionsverbindungshandel

Bei Nordwest ordern die Händler über das Internet

Von Ulrich Hülsenbeck* Grosshändlern bietet sich durch das Internet die Möglichkeit, Produktinformationen kostengünstiger an die angeschlossenen Händler zu verteilen. Über Online-Verkaufsfunktionen läßt sich zudem der Bestellprozeß verkürzen. Dies bewog die Nordwest Handel AG zum Aufbau eines Extranet.

Derzeit versorgen die meisten Industrieunternehmen ihre Händler mit aktuellen Produkt- und Cross-Selling-Informationen in Papierform sowie Point-of-Sale-Materialien. Verschiedene Rabattstaffelungen und Preise für unterschiedliche Händlergruppen sowie die zunehmende Internationalisierung des Handels erhöhen den Erstellungs- beziehungsweise Lokalisierungsaufwand dieser klassischen Medien. Viele Firmen sind daher bestrebt, neue Distributionswege zu nutzen, ihren Händlern einen besseren Service zu bieten und gleichzeitig Kosten einzusparen.

Elektronische Handelsinformationssysteme auf Internet-Basis - beispielsweise in Form einer Extranet-Lösung - helfen, die Verteilung von Informationen sowie die Distribution von Produkten erheblich zu vereinfachen und zu beschleunigen. Den Händlern können komplexe Datenbankinhalte (beispielsweise Wissensdatenbanken) zu Produkten angeboten werden, die sie beim Verkauf der Artikel unterstützen. Außerdem sind die an das Informationssystem angebundenen Firmen in der Lage, Waren elektronisch rund um die Uhr zu bestellen. Zusätzlich erhalten sie über das Medium aktuelle Daten wie zum Beispiel Preisänderungen.

Die Kostenvorteile durch ein Handelsinformationssystem auf Extranet-Basis ergeben sich zum einen durch einen geringeren Kommunikationsaufwand. Zum anderen macht ein solcher Netzverbund den Bestellprozeß schlank und stärkt die Kundenbindung. Kerngedanken eines solchen Systems sind dabei die Rücksichtnahme auf individuelle Bedürfnisse der Händler und die Integra- tion vorhandenen Know-hows. Zudem sollten Handelsinformationssysteme skalierbar sein, um mit steigenden Anforderungen problemlos mitwachsen zu können. Diese Kriterien definieren auch die Ansprüche an den Dienstleister, der das Unternehmen bei der Entwicklung des Handels-Extranet unterstützen soll.

Mit mehr als 600 Anschlußhäusern und weit über vier Milliarden Mark Umsatz im Geschäftsjahr 1998 ist die Nordwest Handel AG der führende Einkaufsverband des Produktionsverbindungshandels in Europa. Die an Nordwest angeschlossenen Unternehmen sind in den Bereichen Stahl- und Eisenwaren, Bauelemente, Baubeschläge, Werkzeuge, Sanitär, Heizung, Tiefbau, Befestigungstechnik sowie Industrie- und Werkstattbedarf tätig.

Die Nordwest Handel AG sieht sich in erster Linie als Marketing-Verbund, der nicht nur Einkaufsvorteile vermittelt, sondern den angeschlossenen Unternehmen eine Vielzahl von Serviceleistungen bietet. Sie reichen von der Zentralregulierung bis zur Beratung und Hilfestellung bei Investitionsentscheidungen sowie Firmenübernahmen. Ferner unterstützt der Großhändler beim Verkauf.

Mit einem Kommunikations- und Handelssystem auf Intranet/ Extranet-Basis wollte das mittelständisch orientierte Unternehmen neue Formen der Kundenbindung einführen sowie erweiterte Handelsfunktionen etablieren. Dabei entstand ein Dienstleistungspaket, das es den Nordwest-Anschlußhäusern erlaubt, sich individuell im Internet zu präsentieren. Gleichzeitig gab der Großhändler diesen Firmen ein schlüsselfertiges Internet-Bestellsystem an die Hand - ein weiterer Baustein aus dem Serviceangebot neben den Katalogen auf Papier und CD-ROM.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom realisierte das auf Internet-Projekte spezialisierte Unternehmen USWeb/CKS für Nordwest Handel ein Handelssystem.

Die Umsetzung des Projekts dauerte insgesamt drei Monate. USWeb/CKS übernahm dabei die inhaltliche Konzeption und die komplette Lösungsentwicklung vom Screen-Design bis zur Programmierung, während die Deutsche Telekom die technische Infrastruktur einschließlich der Hardware bereitstellt und für das Web-Hosting zuständig ist. Das Informationssystem läuft auf einer Server-Farm beim Provider.

Nordwest-Handelspartner können nicht nur auf eine 200000 Artikel umfassende Produktdatenbank zugreifen, sondern sich außerdem mittels eines Autorensystems ihre individuelle Internet-Präsenz zusammenstellen. So haben sie die Möglichkeit, einen eigenen Angebotskatalog zu präsentieren, inklusive des firmeneigenen Logos und des Corporate-Identity-Konzepts - ein erheblicher Mehrwert gegenüber global gestalteten Online-Katalogen. Für die Nutzung des Extranet-Dienstes zahlen die Anschlußhäuser einen monatlichen Basispreis sowie einen Fixbetrag pro abonnierten Produktkatalog. Abgerechnet wird über ein von USWeb/CKS entwickeltes Tool.

Die angeschlossenen Handelshäuser der Nordwest Handel AG realisieren ihren Web-Auftritt auf der Grundlage der zentralen Datenbank. Neben Produkten von Nordwest Handel können sie eigene Artikel in ihr Online-Angebot aufnehmen. Über Optionen wie etwa eine Suchfunktion verfügt der Produktkatalog bereits, so daß nach Auswahl der Artikel nur noch firmenspezifische Informationen wie eigene Artikelnummern oder Preise ergänzt werden müssen.

Angeklickt

Ein Extranet-Dienst wie der von Nordwest Handel bildet nicht nur bestehende Geschäftsverflechtungen nach, sondern hilft dabei, Kosten zu sparen. Speziell innerhalb von Handelsnetzen lassen sich gut durchstrukturierte Vorgänge wie beispielsweise Katalogbestellungen auf einfache Weise automatisieren. Außerdem erlaubt dieses Medium ein reibungsloses Verteilen von Produktinformationen und Preislisten.

Individuelle Web-Sites

Um die Anschlußhandelshäuser entsprechend betreuen und mit Informationen versorgen zu können, wurde ein Customer Management System (CMS) bereitgestellt, mit dessen Hilfe die Anschlußhäuser eigenständig individualisierte Internet-Angebote erstellen und pflegen können, ohne Programmierkenntnisse haben zu müssen.

Über das System stehen jedem angeschlossenen Partner der Nordwest Handel die Produktkataloge des Großhändlers zur Verfügung, die er individuell für sein Unternehmen anpassen kann. Das System weist zudem eine integrierte Warenkorbfunktion auf, die es dem Handelspartner erlaubt, sein eigenes Online-Bestellsystem aufzusetzen. Eine integrierte Benutzerverwaltung erlaubt es dem Anschlußhaus ferner, für seine Endkunden individualisierte Benutzerprofile anzulegen.

Extranet-Technik

Die Middleware des Extranet von Nordwest Handel wurde mit "Active Server Pages" von Microsoft realisiert. Dementsprechend basiert die Anwendung auf dem "Internet Information Server 4.0", der auf dem Betriebssystem Windows NT läuft. Für die Datenhaltung nutzt Nordwest Oracle 8.05. Keine Festlegung gab es bei den Entwicklungs-Tools: Sie reichen vom einfachen Texteditor zum handschriftlichen Erstellen von HTML-Seiten über das Web-Publishing-Werkzeug "Homesite 4.0" von Allaire bis hin zu Microsofts Internet-Entwicklungsumgebung "Visual Interdev 6.0".

*Ulrich Hülsenbeck ist DV-Leiter bei der Nordwest Handel AG in Hagen.