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31.10.2008

Bei Speichern geht es nun um Effizienz

Ulrike  Riess
Auf der diesjährigen Storage Networking World (SNW) Europe wurde diskutiert, wie Anwender die künftige Datenflut bewältigen und digitale Informationen bestmöglich verwalten können.

Ob im Bereich der Systeme, des Stromverbrauchs oder der Verwaltung: Die möglichst effiziente Nutzung der bestehenden Ressourcen hat derzeit oberste Priorität in fast allen Unternehmen. Dieser Trend war auch auf der SNW Europe in Frankfurt am Main zu spüren, wobei klar wurde, dass die anhaltende Datenexplosion nur mit entsprechenden Tools zu beherrschen ist. Für eine optimierte Systemauslastung wurden mehrere Ansätze diskutiert.

Chancen mit Thin Provisioning

Bei 3Par und IBM stehen eine Grid-Architektur und Thin Provisioning im Mittelpunkt, Letzteres verbessert die Auslastung der Festplattenkapazität. Diese Technik verringert ungenutzte Kapazitäten, die man als "Headroom" vorhalten muss, damit sich Applikationen ausdehnen können. Der Administrator verteilt dabei den Speicherplatz so, dass die Anwendung virtuell mehr Speicher sieht, als ihr tatsächlich zur Verfügung steht. Wird ein Schwellenwert überschritten, so lässt sich das Kontingent dynamisch erweitern. Allerdings fehlen derzeit noch die aus Effizienzgründen dafür benötigten Automatismen, sie sollen in Kürze folgen.

Die Grid-Architektur erlaubt eine bessere Systemnutzung. Die Wiederherstellungszeiten sind kürzer, und es besteht keine Abhängigkeit von einem bestimmten Raid-Level. Beide Hersteller sehen in dieser Architektur den richtigen Ansatz, hochverfügbare, leicht zu verwaltende und leistungsstarke Arrays zu offerieren. IBM kaufte hierfür die Firma XIV. Ihr Gründer Moshe Yanai hatte in den 90erJahren die Symmetrix-Maschinen für EMC entwickelt und will nun mit dem XIV-Produkt dem Marktführer wichtige Anteile abnehmen. Thin Provisioning ist auch von Anbietern wie HDS oder EMC erhältlich, hier liegt allerdings noch die klassische Systemarchitektur zugrunde.

Für eine Verringerung ungewollter redundanter Datenbestände sorgt die Daten-Deduplizierung, die Quantum in den Mittelpunkt seines Messeauftritts stellte. Mit Hilfe der Technik werden mehrfach vorhandene Dateien nur einmal abgelegt. Dies erfolgt auf Blockebene, so dass bei Änderungen nur die neuen Daten gesichert werden. Üblich ist das vor allem auf den Virtual Tape Libraries. Mittlerweile verwenden auch andere Anbieter wie Data Domain oder HP dieses Verfahren, und auch die Storage Networking Industry Association (SNIA) thematisierte es in einem ihrer Vorträge auf der Veranstaltung.

Laut IDC leistet die Finanzkrise den neuen Speichermöglichkeiten Vorschub. Dazu gehören Cloud Computing und Storage as a Service. Hier können Unternehmen profitieren, die beispielsweise keinen Stellplatz in ihren Rechenzentren oder Server-Räumen mehr haben oder monatlich ihre Speicherkosten genau aufführen müssen. Fast alle großen Speicherhersteller bekundeten, dass sie mit entsprechenden Dienstleistungen in den Startlöchern stehen und sich viel Marktpotenzial erhoffen.

Bislang zu wenig Virtualisierung

Die Hersteller zeigten sich einig, dass Speichervirtualisierung auch einen großen Beitrag zu optimaler Ressourcennutzung leisten kann. Mehrere Anwender berichteten über ihre einschlägigen Erfahrungen. Sie hoffen, so der Tenor, dass gerade im Zuge verbreiteter Server-Virtualisierung künftig mehr Unternehmen als bisher auch ihre Speicher virtualisieren werden.

Die SNW Europe 2008 wurde zudem vom Thema Green IT geprägt. Nicht zuletzt, da auch hier enorme Einsparpotenziale für die Anwender liegen. Die Hersteller Copan und Netapp präsentierten zum Beispiel die Spin-down-Technik, die zwar nicht neu ist, allerdings nun größeres Interesse erfährt. Bei dieser Methode werden die Festplatten heruntergefahren, die gerade nicht benutzt werden, was den Stromverbrauch des Systems verringert. Den Zahlen von IDC zufolge erreichen die Stromkosten nahezu das Niveau der Systemkosten, wenn nichts dagegen getan wird.

Neue Runde für Green IT

Allerdings kommt die Green IT nun in eine zweite Phase, so IDC-Vertreter Nick Sundby. Künftig geht es nicht mehr nur um die Strom-, Abluft- und Kühlkosten, sondern vielmehr um ein ganzheitliches Bild. Dabei stehen zum Beispiel Kohlenmonoxid-Ausstoß, wiederverwertbare Energien und Rohstoffe sowie umweltgerechte Herstellung im Vordergrund. Nur Firmen mit einer solchen Strategie können sich von der Konkurrenz abheben und auf lange Sicht behaupten.

FCoE in entscheidender Phase

Netzwerkunternehmen wie Brocade, Cisco, QLogic oder Emulex hatten auf der SNW ein Hauptthema: Fibre Channel over Ethernet (FCoE). Diese Technik soll zusätzlich zu Fibre-Channel- oder iSCSI-Protokollen zur Verfügung stehen und das so genannte converged, also verschmelzende Netz gewährleisten. Während Cisco bereits "FCoE is now!" propagierte, sehen die anderen Anbieter den Markt zurückhaltender. Der FCoE-Standard ist derzeit erst in der Testphase und noch nicht geprüft. Brocade und Emulex erwarten hier erste Prototypen Anfang 2009, die ersten produktiven Produkte allerdings erst für 2010. (ue)

Themen der SNW Europe 2008

Steigerung der Speichereffizienz;

Speichervirtualisierung;

Thin Provisioning;

Grid-Architekturen;

Daten-Deduplikation;

Fibre Channel over Ethernet (Converged Networks);

Cloud Computing;

Green IT;

Spin-down-Techniken;

Speicher-Management;

Storage as a Serive.

So reagiert der IT- und Storage-Markt

IDC hat die Auswirkungen der Finanzkrise auf das IT-Umfeld analysiert. Hier die wichtigsten Prognosen:

  • Zusammenschlüsse und Akquisitionen;

  • niedrigerer Stromverbrauch und bessere Kühlung sollen Kosten sparen;

  • kleine und mittelgroße Unternehmen werden ihre Quality-of-Service sowie Backup- und Business-Continuity-Prozesse optimieren;

  • Anwender werden Möglichkeiten suchen, ihre Ressourcen besser zu nutzen;

  • nach wie vor wird es Projekte mit hohem Kapazitätswachstum geben;

  • um so mehr werden sich Server- und Storage-Virtualisierung rentieren;

  • einige Unternehmen werden nach Techniken und Methoden suchen, um mit ihrem Datenbestand anders zu verfahren.