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08.11.1985 - 

CDC mit zunehmendem Verlust - Mostek erstes US-Opfer der japanischen Halbleiteroffensive

Bei TI geht die Rezession an die Substanz

NEW YORK (ru) - Die Wirtschaftsflaute in der DV-Industrie hält unvermindert an: Eine Reihe von Unternehmen schlossen ihre Geschäftsquartale mit mehr oder weniger hohen Verlusten ab - zumindest aber mit einem Rückgang des Gewinns. Betroffen sind sowohl amerikanische wie auch japanische Gesellschaften.

Einen Umsatzrückgang um 5,7 Prozent auf 31,7 (33,4) Millionen Dollar hat Altos Computer Systems im ersten Quartal zu verzeichnen. Gleichfalls rückläufig war der Nettogewinn. Er fiel auf 2,3 (3,8) Millionen Dollar in den ersten drei Monaten dieses Geschäftsjahres. Altos hält aber an seinem Ziel eines "gesunden und kontinuierlichen Wachstums für 1986 fest.

Rote Zahlen schreibt weiterhin Texas Instruments (Tl). Im dritten Quartal 1985 beläuft sich der Fehlbetrag auf 82,8 Millionen Dollar. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte TI noch einen Reingewinn von 85,5 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Rückwärts entwickelten sich auch die Umsätze von TI: 1,191 (1,423) Milliarden Dollar im dritten Quartal dieses Geschäftsjahres.

Der Halbleiterhersteller will auf die angespannte finanzielle Lage mit weiteren Entlassungen reagieren. 2200 Arbeitskräfte sollen weltweit freigesetzt werden. Damit hätte das US-Unternehmen in diesem Jahr rund 7000 Mitarbeitern die Kündigung geschickt. Ferner will das Management im ersten Halbjahr 1986 fällige Lohn- und Gehaltserhöhungen verschieben, um die Betriebskosten in den Griff zu bekommen.

Als weitere Konsolidierungsmaßnahme beabsichtigt TI eine Reihe von Werksschließungen. An Einsparungen sind 70 Millionen Dollar errechnet worden. Die Pforten schließen soll der Betrieb für Montage- und Prüfeinrichtungen in El Salvador sowie eine Wafer-Verarbeitungsanlage in Houston. Die in Texas ansässigen Engineering-, Produktions- und Verarbeitungsunternehmen im Bereich Datentechnik sollen von vier auf zwei reduziert werden. Eine Anlage für die Produktion von Terminals und Peripheriegeräten im Nordwesten von Houston ist zum Verkauf vorgesehen.

Noch tiefer in die Verlustzone ist die Control Data Corp. (CDC) geraten. Der Fehlbetrag weitete sich im dritten Quartal gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode auf 255,6 (54,5) Millionen Dollar aus. Im Berichtsquartal ist nach CDC-Angaben eine Reihe von Abschreibungen sowie eine außerordentliche Belastung für die Umstrukturierung eines Teils des Geschäftsbereiches Service von 153,8 Millionen Mark enthalten.

Mit einem Verlust muß sich gleichfalls Sperry Corp. im zweiten Quartal abfinden. 187,9 Millionen Dollar hat das Unternehmen netto zu wenig in der Kasse. Belastet hat das Ergebnis, so Sperry, der Verkauf der niederländischen Landmaschinentochter New-Holland. Ein Jahr zuvor hatten die Amerikaner noch mit einem Gewinn von 99,5 Millionen Dollar geglänzt. Im ersten Halbjahr beläuft sich der Nettoverlust auf 136,4 Millionen Dollar.

Mit einem gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringeren Nettogewinn hat Cray Research, Inc. das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres abgeschlossen: 19,09 (19,59) Millionen Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Korrespondenzquartal 1984 auf 99,49 (71,61) Millionen Dollar. Ein wesentlich besseres Ergebnis präsentiert Cray für die ersten neun Monate. Während dieser Zeitspanne stieg der Nettogewinn auf 63,57 (29,36) Millionen Dollar.

An dem Engagement im Versicherungsgeschäft hat Xerox Corp. zu knabbern. Diese brachten dem Unternehmen in Stamford durch zwei aperiodische Belastungen einen Verlust von 15 Millionen Dollar im dritten Quartal gegenüber einem Reingewinn von 81 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten dieses Geschäftsjahres konnte Xerox seinen Reingewinn allerdings auf 319 (303) Millionen Dollar verbessern.

Einen Gewinnrückgang um knapp 50 Prozent auf 12,9 (25,3) Millionen Dollar kennzeichnet Harris Corp. im ersten Quartal. Dagegen stiegen die Umsätze leicht auf 559,9 (511,7) Millionen Dollar.

Ein äußerst schwaches drittes Quartal meldet auch der amerikanische Computerhersteller Honeywell Inc. Der Nettogewinn fiel gegenüber der Vorjahreszeitspanne um 40 Prozent auf 55,7 (93,3) Millionen Dollar. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 1,57 ( 1,48) Milliarden Dollar.

Eine Sonderbelastung in Höhe von 423,7 Millionen Dollar nach Steuern erwartet United Technologies Corp. (UTC). Grund: Die Halbleiter-Tochter Mostek hat ihre Aktivitäten eingestellt. Ferner ist der Verkauf des Geschäftsbereichs Telekommunikation beabsichtigt. Nach Berücksichtigung eines außerordentlichen Ertrags durch den Verkauf von Inmont wird UTC das dritte Quartal mit einem Fehlbetrag von 45,6 Millionen Dollar abschließen. Im dritten Quartal 1984 war noch ein Reingewinn von l92,7 Millionen Dollar angefallen.

Mostek wird in den Staaten als erstes Opfer der in den US-Markt eindringenden japanischen Halbleiterhersteller gesehen. Von dem "Aus" für das Unternehmen werden 2573 Arbeitsplätze betroffen sein. Möglicherweise soll Mostek vom bisherigen Management auf eigene Rechnung weiterbetrieben werden. UTC verhandelt zumindest mit potentiellen Käufern. Zur Stärkung der US-Aktivitäten wird möglicherweise der französische Konzern Thomson S.A. Mostek erwerben. Die Verhandlungen seien in einem sehr fortgeschrittenen Stadium, hieß es bei UTC.

Wenn auch keinen Verlust, aber doch einen geringeren Gewinn als noch vor Jahresfrist weist die japanische Hitachi Ltd. für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres aus. So beläuft sich der Gewinn nach Steuern auf 49,7 (50,1) Milliarden Yen. Die leichte Gewinneinbuße wird mit dem Preisverfall bei Halbleitern um 42 Prozent begründet. Gleichfalls fiel der Halbleiterumsatz in diesen sechs Monaten um 21 Prozent auf 215 Milliarden Yen. Um vier Prozent rückläufig war auch der Umsatz im Bereich Nachrichtentechnik und Informationssysteme.

Einnahmeplus für Gandalf

Ein Plus der Einnahmen um 24 Prozent auf 85,82 (69,12) Millionen Dollar für das abgelaufene Geschäftsjahr 1984/85 stellt Gandalf Technologies Inc. heraus. Erst im zweiten Absatz verrät der Hersteller von Datenkommunikations-Equipment und Netzwerk-Systemen einen Rückgang des Nettogewinns auf 3,23 (5,02) Millionen Dollar. Dies entspricht einem Minus von etwa 36 Prozent.

Allein im vierten Quartal reduzierte sich der Reingewinn auf 576 000 Dollar. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft mehr als 2,1 Millionen Dollar erwirtschaftet. Stützend wirkten, wie auch bei anderen US-Unternehmen, die europäischen Aktivitäten. Die britische Tochter hatte bei den Umsätzen ein Wachstum von 95 Prozent zu verzeichnen.