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22.05.1981

Bei Tischcomputern reißen die Neuheiten nicht ab:\DEC setzt auf "Terminalcomputer"

Sie sind unerwartet rasch populär geworden, die kleinen Tischcomputer vom untersten Ende des Leistungsspektrums, und unerhört rasch entwickelt sich jetzt ein zusehends vielfältigeres Angebot. suchen immer neue Hersteller ihr Stück vom rapide wachsenden Kuchen abzuschneiden. Lassen wir doch die neuesten Meldungen aus diesem Feld einmal zusammengefaßt Revue passieren.

Anders als Radio Shack (TRS 80) oder Apple - bei ihnen macht vor allem der Verkauf kleiner Standalone-Systeme das Geschäft aus - sieht ein Unternehmen wie Digital Equipment im Tisch- repsektive Personal-Computer ein "effektives Managementinstrument", das in ein Netzwerk integriert werden sollte; Digital-President Kenneth H. Olsen sprach kürzlich in diesem Zusammenhang vor Journalisten von "Terminalcomputern" als kleineren, leistungsfähigen Geräten für jeden Schreibtisch, die einfache Aufgaben "selber" erledigen können, komplexere Jobs indessen einem größeren, entfernt stehenden Rechner übertragen.

Nachdem Industriebeobachter bereits seit längerem von regen Aktivitäten Digitals auf dem Feld der Tischcomputer zu berichten wissen - die Auguren sprechen von einer ganzen Palette unterschiedlicher Konfigurationen mit 5- und 8-Zoll-Floppies sowie Winchester-Festplatten - bestätigte Olsen, daß die Produktpalette tatsächlich in diese Richtung ausgebaut werden soll; allerdings seien weder Heimcomputer noch Billig-Geräte zu erwarten. Dem Branchengeflüster zufolge kann man aber vielleicht schon Ende dieses Jahres mit 8 Bit-Konfigurationen unter Einsatz des bekannten Mikrocomputerbetriebssystems CP/M rechnen.

Besonderes Augenmerk dürfte Digital bei der Entwicklung seiner Tischcomputer auf Lösungen legen, die diese Geräte gleichzeitig auch für Zwecke der Textverarbeitung und der elektronischen Korrespondenz brauchbar machen. Das konnte man kürzlich auch den Ausführungen von David A. Fernald, dem Marketingdirektor der Commercial Group des Minicomputerspezialisten, entnehmen.

Es kommt sicher nicht gerade häufig vor, daß ein Autor und Verleger von Mikrocomputer-Fachliteratur selber mit der Produktion von Kleinrechnern beginnt - genau das tut aber jetzt Adam Osborne, der einen eigenen Tischcomputer auf Basis des Z 80-Mikroprozessors präsentiert; das Gerät soll mit zwei 100 K-Minifloppies und einem 5-Zoll-Bildschirm sowie Schreibmaschinen- und Zehnertastatur noch keine 2000 Dollar kosten.

Osbornes "Osborne I" ist als tragbares Gerät konzipiert, arbeitet mlt dem Betriebssystem CP/M und soll CBasic und MBasic unterstützen. Als Interfaces sind eine IEEE-488- sowie eine RS 232-Schnittstelle vorgesehen; auf Wunsch gibt es ferner ein Modem, einen größeren Bildschirm und Floppies mit doppelseitiger Aufzeichnung und doppelter Schreibdichte.

Intensiv an neuen Tischcomputerkonzepten arbeiten auch japanische Entwickler; eines ihrer neuesten Produkte wurde kürzlich in Tokio von Casio vorgestellt: Der (umgerechnet) keine 1000 Dollar kostende FX-9000 P, bei dessen Entwurf "einfacher Gebrauch" oberste Priorität besaß.

Um den Anwender vom lästigen Laden und Abspeichern von Programmen und Daten auf Magnetband zu entlasten, ist der neue Kleinrechner mit batteriegespeisten CMOS-RAMs (in Kassetten) versehen, die gleichzeitig vor Datenverlust bei versehentlichem Ausschalten oder bei kleinen Stromunterbrechungen schützen. Diese RAMs sowie auch spezielle ROMs finden in vier Einschüben Platz, wobei der Anwender beliebige Kombinationen zusammenstellen kann. Später will Casio übrigens auch eine Doppel-Minifloppy anbieten und das Gerät um ein RS 232-lnterface erweitern. Von der bisher erhältlichen Software her ist dieses neue, kleine Gerät übrigens besonders für technisch-wissenschaftliche Aufgaben geeignet.

Sinclair bringt ZX 81

Am untersten Ende der Computer-Leistungsskala angesiedelt findet sich als Novität aus Großbritannien der neue "ZX 81" von Sinclair, der Nachfolger des inzwischen recht bekannt gewordenen "ZX 80".-Das Nachfolgemodell ist nicht nur gut ein Viertel billiger als der Z 80 (in Großbritannien), die für 70 Pfund angebotene Maschine bietet überdies jetzt auch Fließkommaarithmetik und mathematische Funktionen sowie, wie es heißt, "mehr Zuverlässigkeit" beim Abspeichern von Programmen und Daten auf einem Kassettenrecorder. Auch kann man jetzt bewegte Graphiken auf dem angeschlossenen Heimfernseher darstellen, denn ein neuer Schaltkreis sorgt dafür, daß der Bildschirm-Inhalt auch während des Laufs eines Programms erhalten bleibt.

Herz des neuen ZX 81, für den übrigens auch bald ein Drucker für 50 Pfund verfügbar sein wird, ist ein neuer Super-Chip von Ferranti, der gleich 18 Chips des alten ZX 80 ersetzt; während das Grundgerät über nur 1 K RAM verfügt, kann man für weitere 50 Pfund ein 16 K-Speichermodul erwerben. Damit wird es preislich für den Privatmann immer leichter, einen ganz individuellen Einstieg in die "Computerei" zu suchen, ohne deshalb auf wesentliche Eigenschaften eines brauchbaren Basis-Geräts verzichten zu müssen.

Arbeitet mit Heimfernseher

Keine 1000 Mark soll auch der neue "VC 20" von Commodore kosten, ein (etwa der gleichen Leistungsklasse wie der ZX 81 angehörender) Kleinstcomputer für zu Hause. Dieses Gerät stellt 24 verschiedene Farben auf dem gewöhnlichen TV-Bildschirm dar, soll sich später für den Empfang von Bildschirmtext ausbauen lassen und bietet dem Benutzer etwa 3,5 K RAM-Speicher, wobei SteckmoduIe eine Erweiterung auf 32 K gestatten.

Der VC 20 wird in Basic programmiert und verfügt über zahlreiche Anschlußmöglichkeiten für Erweiterungen, so über ein RS 232-Interface und einen Anschluß für Systemzubehör. Als Speichermedium dient, der Preisklasse gemäß, ein Kassettenrecorder, doch auch mit Floppy Disks kann man wahlweise arbeiten.

Im Rahmen dieser Zusammenstellung neuerer Trends auf dem Tischcomputermarkt ist auch noch "Type-´n´-Talk" zu erwähnen, ein von Votrax in den USA vorgestelltes Zusatzgerät für Hobby- und Heimcomputer mit RS 232-Interface. Es dient der Synthetisierung von "Computer-Sprache", wobei der Benutzer des knapp 350 Dollar kostetenden Geräts nicht mehr spezifische "Phoneme" zusammenstellen muß, sondern die zu sprechenden Wörter in Klarschrift eingeben kann. Was der weiteren Entwicklung des vielbeschworenen Mensch-Maschine-Dialogs ja eigentlich nur förderlich sein kann.