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16.06.2009

"Bei uns sind am Wochenende Telefone und Computer aus"

Der ehemalige Schwimmstar Michael Groß plädiert in der Kindererziehung für einen offensiven Umgang mit dem Internet. Wichtig: klare Spielregeln für alle.

CW: Viele Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder, die stundenlang im Internet herumsurfen, sich in sozialen Netzen bewegen etc. Haben Sie als Vater zweier Kinder ein Problem damit?

GROß: Zunächst einmal: Moderne Kommunikationstechniken bewusst einzusetzen ist kein Problem, sondern eine Chance.

CW: Trotzdem kommen viele Eltern mit dem Netz nicht zurecht.

GROß: Man muss natürlich die Internet-Nutzung kanalisieren. Das geht aber nur, indem man aktiv mit diesem Medium umgeht. Meine Kinder sind 14 und 11 Jahre alt, und ich will auf Augenhöhe mit ihnen argumentieren können. Da reicht es nicht zu sagen: "Was ist das denn für ein Mist?" Man muss argumentieren, Erfahrungen austauschen können, wie es beispielsweise in den eigenen sozialen Netzen wie etwa Xing läuft und wie das unter anderem mit SchülerVZ verglichen werden kann.

CW: Solches Wissen wäre ja schon einmal von Vorteil. Reicht das aber?

GROß: Wir verfolgen bei uns zu Hause eine, wie ich meine, ziemlich offensive Strategie: Wir wollen zeigen, dass man mit dem Internet auch nicht alles erreichen kann. Man muss Kindern deutlich machen, dass das Internet eine Innovation ist, die ihnen heute Dinge ermöglicht, die wir in unserer Jugend nicht zur Verfügung hatten. Aber man muss den Heranwachsenden eben auch klarmachen können, dass das Internet Grenzen hat: Sich ganz real mit Freunden zu treffen hat auch seinen Charme.

CW: Dennoch klagen viele Eltern darüber, dass ihre Kinder viel zu viel Zeit im Internet verbringen.

GROß: Wir haben diesbezüglich ganz klare Spielregeln: Pro Tag eine Stunde Internet, und das war`s. Dafür haben die Kinder in dieser Zeit freien Bewegungsspielraum im Web. Wir haben ihnen gezeigt, was da im Internet abgeht, haben aber keine Sperren eingebaut.

Ganz wichtig: Wenn man Spielregeln für die Nutzung von Kommunikationsmitteln hat, dann muss man sich auch als Elternteil daran halten. Bei uns zu Hause ist das klar geregelt: Da sind – bis auf Ausnahmen – am Wochenende die Telefone und die Computer aus. Das gilt für die Eltern wie für die Kinder. Dann sind die Kinder bereit, diese Regeln zu akzeptieren.