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30.05.1986

Bei vielen US-Herstellern geht es mit dem Gewinn weiter bergab:DV-lndustrie wartet noch auf den Aufschwung

MÜNCHEN (ujf) - Sehr uneinheitlich präsentieren sich die jüngsten Quartalsergebnisse amerikanischer Hard- und Softwarefirmen. Extreme prozentuale Gewinnzuwächse einzelner Unternehmen ergeben sich lediglich aus minimalen Profiten im Vorjahr. Besonders die Hardwarehersteller werden nicht von hohen Umsatzrenditen verwöhnt.

Knapp oberhalb des Nullpunktes ist im abgelaufenen Vierteljahr Data Generals Gewinn angelangt. Nur noch zwei Millionen Dollar (nach 9,1 im Vorjahreszeitraum) blieben dem Minicomputerhersteller bei einem Umsatz von 319 (320) Millionen nach Abzug der Steuern übrig. Auf jede Aktie entfallen somit statt 34 nur noch acht Cent. Aufs erste Geschäftshalbjahr gerechnet erwirtschaftete DG ein Zehntel des Werts von 1985: 3,2 statt 32 Millionen Dollar. Der Umsatz ging in dieser Zeit um gut sechs Prozent zurück auf 613 Millionen Dollar. Die Umsatzrendite, die von Januar bis März 1985 noch bei 2,8 Prozent gelegen hatte, schmolz auf sechs Promille zusammen.

Memorex-Verluste ließen Burroughs kräftig absacken

Auch der an dem dicken Brocken Sperry schluckende Burroughs-Konzern kann sich keines soliden Profitpolsters erfreuen. Gegenüber 46,6 Millionen Dollar vor einem Jahr verdiente das von einem Ex-Finanzminister geführte Haus im vorigen Quartal gerade noch 16 Millionen. Der Umsatz ist in dieser Zeit leicht auf 1,14 Milliarden Dollar gesunken. Die Verluste der Speichermedien-Tochter Memorex und ein umfangreiches Vorruhestandsprogramm - Burroughs' Weg zum Personalabbau - sorgten dafür, daß die Umsatzrendite von vier Prozent, also einem leicht unterdurchschnittlichen Wert, auf magere 1,4 vom Hundert sackte.

Honeywell war in der letzten Zeit ebenfalls nicht sonderlich profitabel. 1,7 (Vorjahr: 3,1) Prozent von dem geringfügig auf 1,5 Milliarden gestiegenen Umsatz konnten auf der Habenseite verbucht werden. Das Management hofft jetzt auf ein besseres Investitionsklima in den USA im zweiten Halbjahr, damit die Dellen in der Ertragskurve wieder ausgebügelt werden können.

Ebenso macht der kleine Mini-Produzent Prime, der bisher immer den Ruf eines Musterknaben genoß, derzeit seinen Aktionären keine Freude. Um fast ein Viertel ging der Gewinn in den ersten drei Monaten des Fiskal- und Kalenderjahrs zurück, obwohl die Kunden mit 197 Millionen Dollar zwölf Prozent mehr als im Vorjahr überwiesen. Als Ertrag behielt Prime statt 6,8 nur 4,7 Prozent dieser Summe übrig.

Bei Altos hat sich trotz des Wachstums der absoluten Zahlen das prozentuale Verhältnis verschlechtert. Weil der Gewinn nicht mit dem Umsatz mithielt, sank die Umsatzrendite bei Einnahmen von 37,7 (30,7) Millionen Dollar um 0,6 Prozentpunkte auf 8,2 - einen Wert freilich, den von den Branchengrößen nur die fünf Besten übertreffen.

Und auch Hewlett-Packard, seit jeher als beständiger Faktor in der wechselhaften DV-Industrie bekannt, leidet unter Einbußen. Trotz des um 100 Millionen auf 1,78 Milliarden Dollar gesteigerten Umsatzes sank der Gewinn auf 127 (129) Millionen, also von 7,7 auf 7, 1 Prozent. Daß HP bei diesem Index noch so gut abschneidet, liegt am guten Auftragsbestand aus dem Ausland. Während die Amerikaner wertmäßig nur ein Prozent mehr Waren bestellten, orderten die Kunden vom Rest der Welt zwölf Prozent mehr Produkte als ein Jahr zuvor.

Bei zwei Firmen haben Einnahmen und Erträge genau miteinander Schritt gehalten. NCR legte 15 Prozent zu und hielt bei einem Umsatz von 50,2 Millionen Dollar die Quartalsrendite auf 5,2 Prozent. Der Jahresdurchschnittswert von 1985, der 7,3 vom Hundert betragen hatte, wurde allerdings nicht erreicht. Wang dagegen hat sich von seiner schlimmen Schlappe erholt: Statt der 0,66 Prozent Gewinn vom Gesamtjahr schaffte die Bürocomputerfirma wieder jene 3,1 Prozent, die sie schon im ersten Quartal letzten Jahres ausgewiesen hatte.

Die Ladenkette Tandy, die sich mit als Hausmarke angebotenen PC unterschiedlicher Hersteller einen Namen in der Low-cost-Szene gemacht hat, und Digital Equipment fallen in der DV-Branche aus dem Rahmen. Sie konnten ihre Gewinne fast verdoppeln - DEC legte 88 Prozent zu und Tandy 92 Prozent - und die Umsatzrendite um mehr als die Hälfte erhöhen. Bei DEC wandern 8,9 (5,4) Prozent von 1,93 (1,69) Milliarden Dollar in die Schatulle, bei Tandy 5,5 (3,2) Prozent von 767 (680) Millionen. Die Zahlen täuschen allerdings etwas darüber hinweg, daß die vorangegangenen Quartale vergleichsweise schlecht waren; somit ist ein Teil des Zuwachses auf den Nachholbedarf des Marktes zurückzuführen.

Das prozentual beste Ergebnis hat zweifelsfrei Apple zu bieten. Gegenüber dem äußerst schlechten Vorjahreswert legten die Macintosher 221 Prozent zu. Bei einem auf 409 (435) Millionen Dollar gesunkenen Umsatz erwirtschaftete Apple 31,8 Millionen, also 7,8 Prozent nach 2,3 im ersten Quartal 1985.

Uneingeschränkt gut stehen lediglich einige Softwareanbieter da. Ashton-Tates Umsatz schoß - nicht zuletzt wegen der Multimate-Übernahme, die allein sieben Millionen brachte - um 72 Prozent nach oben. Von den 41,7 (23,9) Millionen Dollar bleiben dem Unternehmen netto 5,1 Millionen oder 118 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil des Gewinns am Umsatz beträgt jetzt 12,2 (9,6) Prozent. MS-DOS-Erfinder Microsoft verbesserte gar seine für den DV-Bereich astronomische Umsatzrendite von 20,9 Prozent leider auf 21. Der Umsatz von 50,5 Millionen Dollar liegt um 24 Prozent über dem Vergleichsbetrag .

Abgeschlagen dagegen ist die Wordstar-Company Micropro. Sie rechnet für das Quartal, das diese Woche zu Ende geht, mit einem Verlust. Grund: Weil ihr Kunde First Software Inc., der noch mit 1,4 Millionen Dollar in der Kreide steht, sich als Pleitekandidat unter Chapter 11 geflüchtet hat, kommt von dieser Seite kein Geld in die Kasse.