Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.08.1989 - 

Defizit des Microcomputer-Herstellers jetzt 424 Millionen Dollar:

Bei Wang Laboratories ist Feuer auf dem Dach

LOWELL (IDG) - Die Wang Labs stehen mit dem Rücken zur Wand. Ein Negativsaldo von 375 Millionen Dollar allein im letzten Quartal, verbunden mit schweren Umsatzeinbußen, zwingt das Minicomputer- und Büroautomationsunternehmen zu einem radikalen Sparkurs. Nach IDG-Informationen mußte Konzerngründer Dr. An Wang jetzt sein Aktienvermögen den Banken verpfänden, um die Firma zu retten.

Noch schlimmer als erwartet ist das Geschäftsjahr 1988/89 für die Wang Laboratories Inc., Lowell/ Massachusetts, zu Ende gegangen. Der Bilanzverlust von 424,3 Millionen Dollar lief zum überwiegenden Teil erst in den letzten drei Monaten auf, also zwischen April und Juni; allein die Kosten für die Neugliederung des Unternehmens wurden in diesem Vierteljahr mit 234 Millionen Dollar angesetzt, so daß insgesamt 375 Millionen Dollar abgeschrieben werden mußten - das sind über vier Millionen Dollar pro Tag.

Nicht zuletzt wegen der Verunsicherung der Kunden litt auch der Umsatz; im Quartal rutschte er um 4,8 Prozent auf 784 Millionen Dollar.

Deshalb war auch fürs Jahr die Summe von 1987/88 nicht mehr zu erreichen - die Einnahmen für den Zeitraum Juli 1988 bis Juni 1989 gingen auf 3,03 (3,07) Milliarden Dollar zurück. Diesem geschwächten Geschäft will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten weiter anpassen. Mit anderen Worten: Entlassungen sind unternehmensweit geplant, in allen Werken ist bis Ende September eine "Konsolidation" angesagt.

Aus einer dem Unternehmen nahe stehenden Quelle erfuhr die amerikanische IDG-Fachzeitschrift "Computerworld", daß Chairman An Wang - der gerade erst eine schwere Operation hinter sich hat - seine gesamten Wang- und IBM-Aktien den Banken verpfändet habe. Der "Doktor", wie der Seniorchef genannt wird, ist nach Angaben des Gewährsmanns der wahrscheinlich größte private Aktionär der IBM.

Auch im Management ist offenbar Feuer auf dem Dach. Ian Diery, aus Europa stammender Executive Vice-President, und Ken Olisa, Vice-President mit Verantwortung für das weltweite Marketing, sollen um Aufhebung ihrer Verträge nachgesucht haben. Wang habe beide jedoch gebeten, es sich noch einmal zu überlegen. Sollten die beiden Topmanager bleiben, müssen sie die neueste Unternehmensstruktur mittragen: Vier vertikal ausgerichtete Marketingbereiche gibt es künftig, nämlich Finanzdienstleistung, Verwaltung, Fertigung und integrierte Bildverarbeitung. Vergleichbare Strukturen hatten in letzter Zeit auch Unisys und Nixdorf in ihre Organisationen eingeflochten.