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10.04.1992

Beim Outsourcing hört der Spaß auf

Kommerzielle- Datenverarbeitung zwischen Mainframe-Misere und Debis-Deplacement so stellt sich Klein-Fritzchen die Outsourcing-Welle vor. Klein-Fritzchen gibt es in der DV-Literatur nicht, die Outsourcing-Welle kommt nur in der DV-Literatur vor. Dafür stecken wir tatsächlich in einer Mainframe-Krise und erleben das De...., doch halt, keine Schleichwerbung. Über Outsourcing-Deals zu berichten ist Chronistenpflicht - von Erfolgen kann man ja noch nicht sprechen. Also, da haben einige IBM-Großanwender 25 Jahre gebraucht, um herauszufinden, daß sie sich mit Mainframe-orientierter IBM-DV eine Menge Overhead einhandeln. Was heißt einige: immerhin so viele, daß IBM in dieser Zeit überwiegend durch Hardware-Einnahmen zu einer 70-Milliarden-Dollar-Company wachsen konnte. Stimmt auch nicht ganz: Im letzten Jahr ging's um fünf Milliarden runter - entgangener Umsatz für Big Blue, aber gibt es auch Gewinner?

Daß Outsourcing ein offensives IT-Konzept ist, kann niemand behaupten. Outsourcing ist die Kapitulation des Managements vor den Overhead-Problemen. Gut, man kann sich einige (DV-) Produktionsprobleme vom Hals schaffen, und die (DV-)Personalkosten drücken nicht mehr so. Doch zunächst war doch die DV als Wunderwerkzeug gepriesen worden, hatten viele Unternehmen den MIS-Versprechungen -des großen Mainframe-Herstellers geglaubt. Muß dieser jetzt seine Altprodukte vom Markt nehmen, weil sie Organisations- und Budgetschäden verursachen? Die Frage mag überspitzt klingen, aber von Outsourcing-Anbietern wird sie sinngemäß so gestellt.

Mit ihrer Antwort, ihrem Angebot, liegen die Outsourcing-Dienstleister indes von daneben. Stimmt auch nicht ganz: Bestimmte Anwendungen, etwa Batch- und Massendatenverarbeitung, wären besser im externen Rechenzentrum geblieben. Dann hätten wir über die Jahre hinweg eine gesunde Entwicklung in der RZ-Branche gehabt und vielleicht schon länger eine kranke IBM - dann gäbe es aber auch das Outsourcing-Phänomen heutiger Prägung nicht. Denn natürlich lassen sich "integrierte" Anwendungen nicht auslagern, Anwendungen, die ganz nahe am eigentlichen Produkt eines Unternehmens sind. Allenfalls kann es vorkommen, daß zur Unterstützung die falsche, weil veraltete und zu teure, DV-Technik eingesetzt wird. Für den, der die Antwort hören will: Dies ist der Fall - bei der /370, und nur dort.

Und dies macht vorübergehend die Outsourcing-Anbieter stark: Wenn es nämlich für die /370-Anwender so einfach wäre, DV-technisch abzurüsten - wofür der Begriff "Downsizing" steht - die Mitarbeiter von Debis & Co. müßten stempeln gehen. So aber können sie auf Weiterbeschäftigung hoffen. Wie lange noch?