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25.02.2008 - 

Studie der Experton Group

Beim Outsourcing tun sich Mittelständler schwer

Viele Unternehmen sehen nur die kurzfristigen Einsparungen und nicht die Prozessverbesserungen, die sie über einen Dienstleister realisieren können.

Mit IT-Innovationen können Anwenderunternehmen die Business-Prozesse verbessern, Durchlaufzeiten beschleunigen und schnellere Entwicklungszyklen und den konsequenten Einsatz von Standards vorantreiben. Vor allem in mittelständischen Firmen kann die eigene IT dies oft nicht realisieren. Neben fehlendem Know-how blockiert das Tagesgeschäft die notwendigen Zeitbudgets.

Eine Lösung ist die Unterstützung durch kompetente, externe Dienstleister. Allerdings machen viele Mittelständler die Auswahl eines Outsourcing-Anbieters ausschließlich vom günstigsten Preis abhängig. Ein großer Fehler, warnt Heinz Schick, Mitglied des Vorstandes und Vice President Anwender-Consulting bei der Experton Group: "Nur Deals, die von vorneherein auf Prozessverbesserungen während der Vertragslaufzeit ausgelegt sind, werden am Ende einen nachweisbaren Erfolg erzielen." Die angestrebten Einsparungen ergäben sich durch die Einführung von Innovationen und Standards dann gleichermaßen.

Grundlage für eine Outsourcing-Entscheidung sollte immer die Kostenbetrachtung über die Vertragslaufzeit unter Einbeziehung von kalkulierbaren Projekten sein – und nicht die Einsparung, die gegenüber dem aktuellen IT-Budget erzielt werden kann. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen sehen jedoch oft nur die kurzfristig erreichbaren Einsparpotenziale und nicht die Chancen, die sie über einen qualifizierten Dienstleister realisieren könnten.

Das hängt auch damit zusammen, dass Mittelständler selten langfristig, also länger als fünf bis sieben Jahre planen. Die Berater von Experton empfehlen daher, die fehlenden Basisdaten aus Best Practices zu ergänzen, um eine realistische Kalkulationsgrundlage zu schaffen. Dabei sollte auch der Aufwand für organisatorische Veränderungen eingerechnet werden. So verursacht die Retained Organisation, die den künftigen Dienstleister steuern soll, Zusatzkosten und erfordert fundierte Management-Fähigkeiten. Sie muss dafür sorgen, dass sich alle an die vereinbarten Regeln für den Umgang miteinander halten. Problematisch ist das vor allem in Geschäftsbereichen, die schon immer an der IT vorbeientwickelt oder beim Händler um die Ecke bestellt haben. Eine durchgehende, von der Geschäftsführung getragene Governance muss solche Versuche rigoros abblocken, fordern die Berater. (sp)