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16.10.1992 - 

Anwenderbefragung bringt überraschende Ergebnisse

Beim Projekt-Management ist Software nicht am wichtigsten

MÜNCHEN (CW) - Die Bedeutung von Management- Software für den erfolgreichen Verlauf von Projekten wird oftmals überschätzt. Jeder zweite Fachmann, so hat das Institut für Projektmanagement und Wirtschaftsinformatik der Universität Bremen in einer empirischen Untersuchung herausgefunden, hält andere Faktoren für wichtiger.

Zwischen 1986 und 1992 haben die Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Sebastian Dworatschek* eine Vielzahl von Spezialisten aufgefordert, zu 50 Thesen über Projekt-Managementsoftware Stellung zu nehmen.

Auf einer Skala von minus zwei (äußerste Ablehnung) über null (neutral) bis hin zu plus zwei (volle Zustimmung) konnten die Teilnehmer von zwölf internationalen Konferenzen ihre Position zu diesen Thesen deutlich machen. Dabei holten die Forscher pro These zwischen 400 und 800 Stellungnhamen ein. Teilergebnisse präsentierte Dworatschek beim Anwendertreffen der Primavera Systems Inc. und der Intec. GmbH in München.

Demzufolge ist es ein Irrtum zu glauben, in den meisten erfolgreichen Projekten würde intensiv Projekt-Managementsoftware eingesetzt. Die Hälfte der Befragten war nicht dieser Meinung, weitere 26 Prozent standen der Frage "neutral" gegenüber. Dem entspricht das Untersuchungsergebnis, daß Projektmanager auch mit einer Vielzahl von Informationen umgehen müssen, die sich nicht als Computerdaten verarbeiten lassen.

Daß die Verbreitung des Personal Computers ein verändertes Projekt-Management, nämlich das Denken in Kleinprojekten fördert, wird von zwei Dritteln der Befragten augenommen. Dabei erleben die Diskussionen und Experimente mit Netzplantechnik-Software eine Renaissance.

Die PC-Akzeptanz im Projekt-Management hängt nach Ansicht von mehr als zwei Dritteln der Befragten nicht zwingend von der Fähigkeit zur Host-Kommunikation ab, obwohl diese von einem Viertel der Befragten für notwendig erachtet wird. Geradezu überwältigend ist die Mehrheit derjenigen, die der Ansicht sind, mit PC-Arbeitsplatzsoftware wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Geschäftsgrafik und Datenbanksoftware könne die Effektivität des Projektteams verbessert werden.

Bietet die angebotene Software für das Projekt-Management auch die vom Kunden benötigte Leistung? Dieser Meinung sind die Projektspezialisten nur zum Teil. So zeigte sich etwa, daß die Module von Netzplansoftware für die Ressourcenplanung und -optimierung die Anforderungen der Praxis nicht erfüllen - das zumindest meint mehr als die Hälfte der Befragten. Nur knapp ein Fünftel hält diese Kritik für nicht angebracht.

Weitgehende Zustimmung (69 Prozent) erhielt dagegen die These, daß Software für das Konfigurations-Management immer wichtiger werde. Daher seien Softwarepakete zur Netzplantechnik entweder um entsprechende Module zu erweitern oder die Anbieter müßten eigenständige Spezialpakete möglichst mit einer Einbindung von Datenbanksoftware - entwickeln.

Auch auf neue Technologien wie Expertensysteme und besondere Tools wollen die ''leisten Projektfachleute nicht verzichten. Sie hegen hohe Erwartungen an eine Implementierung in der Praxis - vielleicht zu hohe, wie die Wissenschaftler fürchten. Denn schon in der ersten Hälfte der 90er Jahre glauben 58 Prozent der Befragten, wissensbasierte Systeme erfolgreich im Projekt-Management einsetzen zu können. Volle Zustimmung erhielt schließlich die These, das Training im Bereich Projekt-Management gewinne an Bedeutung. Entsprechend müßten Projekt-Manager PCs und Terminals bedienen und nutzen können. Programmierfähigkeiten hingegen werden nicht vor ausgesetzt. Eine Chance, diese Ansprüche in die Realität umzusetzen, sieht mehr als die Hälfte der Befragten in der Nutzung einer interaktiven Lernhilfe (Teachware).

Siehe auch Dwortschek, S. und Hayek, A.: Marktspiegel Projektmanagement Software, 3. Auflage, TÜV-Verlag Köln, 1992