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12.10.2001 - 

Lösung gängiger Programmierprobleme

Beispielhaftes für Java-Entwickler

MÜNCHEN (CW) - Beide Titel bieten eine umfangreiche Sammlung an Beispielen und Lösungen für Java-Programmierer. Während der Erste die Nachschlagewerke aus dem gleichen Haus ergänzen will, enthält der Zweite Musterlösungen für gängige Programmierprobleme. Von Fotis Jannidis*

David Flanagans Buch Java Examples ist die zweite Auflage eines Bandes, der ursprünglich als Begleitung zu seiner sehr beliebten Referenz Java in a Nutshell gedacht war. Inzwischen gibt es in der Nutshell-Reihe auch Bände zu den Java Foundation Classes und zu Enterprise Java. Java Examples soll nun zu allen drei Nachschlagewerken der Nutshell-Reihe die relevanten Beispiele liefern. Geändert hat sich aber im Vergleich zur ersten Auflage nicht viel, so dass der Band seinem Anspruch nicht wirklich gerecht wird. Im Wesentlichen wurden die GUI- und Grafikkapitel auf den Stand der Java-2-API gebracht und drei neue Kapitel zu den Themen Drucken, Servlets und Java Server Pages sowie XML hinzugefügt. Insgesamt bleiben aber wesentliche Aspekte der APIs häufig unbehandelt, der Leser kann dann nur auf ausführlichere Darstellungen in anderen Büchern ausweichen. Ein weiteres Ärgernis sind die zahlreichen Überschneidungen des Example-Buchs mit den Bänden der Nutshell-Reihe. Diese enthalten in ihrem Einführungsteil ebenfalls kurze Programmbeispiele zu den wichtigsten Verwendungszwecken.

Das Java Cookbook überträgt das sehr erfolgreiche Prinzip des "Perl Cookbook" auf die Java-Welt. Jedes Kapitel wird durch einen allgemeinen thematischen Überblick eingeleitet. Jedes der dann folgenden Unterkapitel präsentiert ein gängiges Programmproblem, schlägt eine Lösung dafür vor und diskutiert diese ausführlich. Häufig folgen schließlich noch Verweise auf andere einschlägige Kapitel oder weiterführende Literatur. Dieser konsequent umgesetzte, problemorientierte Ansatz macht das Buch zum idealen Nachschlagewerk für alle Praktiker - allerdings nur, solange ihr Problem auch dort abgehandelt wird. Das breite Spektrum der behandelten Probleme reicht vom Unit-Testen über Standardprobleme wie das Öffnen einer Datei zu neueren Problemfeldern wie XML oder zu abgelegeneren Fragen wie dem Ansprechen der seriellen und parallelen Schnittstelle. Diese Bandbreite an Themen führt allerdings dazu, dass vieles nicht besprochen wird und die getroffene Auswahl nicht immer recht einleuchten will.

Ein auffälliger Unterschied zum Perl Cookbook besteht darin, dass das Java Cookbook viele Fragen nicht mit eigenen Lösungen beantwortet, sondern mit einem Verweis auf die Java API. Tatsächlich ist es das erklärte Ziel des Autors, die Programmierer davon abzuhalten, das Rad neu und zumeist schlechter zu erfinden, da viele typische Anforderungen durch einfache API-Aufrufe erledigt werden können. Vielleicht bestätigt das Buch die Klagen über das enorme Anwachsen der Java-API inerhalb der letzten sechs Jahre. Andererseits aber ist es ein großer Vorteil, für nahezu alle typischen Programmierbedürfnisse auf Standardbibliotheken zurückgreifen zu können. Auf jeden Fall aber helfen Beispielsammlungen wie das Java Cookbook, sich in diesem unübersichtlichen Terrain schnell zurechtzufinden. Es lässt sich aber schon jetzt absehen, dass es bald von spezialisierteren "Kochbüchern" abgelöst werden wird, die vielleicht auch nicht mehr als Bücher erscheinen müssen.

Keinem der beiden Bücher liegt eine CD bei, aber sämtliche Beispiele können von O´Reillys Website http://www.oreilly.com heruntergeladen werden.

*Fotis Jannidis arbeitet als freier Autor in München.

David Flanagan: Java Examples in a Nutshell. Der Beispielband zu Java in a Nutshell. Sebastopol: O´Reilly 2001. 648 Seiten, 69 Mark.

Ian F. Darwin: Java Cookbook. Sebastopol: O´Reilly 2001. 850 Seiten, ca. 106 Mark.