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Daheim ein Riese, in der Fremde ein Zwerg


15.09.2000 - 

Beko meldet nach starker Expansion schwache Zahlen

WIEN (CW) - Seit mehr als 30 Jahren ist die Beko AG in Österreich bereits etabliert. Aus einem 1966 gegründeten technischen Büro für Maschinenbau entwickelte sich Anfang der 70er Jahre ein IT-Dienstleister. Nach starker Expansion erlitt das Geschäft des Unternehmens nun erste Rückschläge.

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich Beko zu einem Allrounder entwickelt. Die Firma offeriert sämtliche IT-Dienstleistungen von der Beratung über Softwareentwicklung, Projekt- und Prozess-Management bis hin zu Netztechnologien und Hosting. Mittlerweile wurde das Angebot auch um die Einbindung von E-Business-Lösungen erweitert. Dabei arbeitet das Unternehmen eng mit der SAP AG, Walldorf, zusammen und ist zudem Partner von Sun Microsystems. Die Österreicher setzen ihren Geschäftsschwerpunkt auf die Einbindung neuer Technologien und Systemstrukturen in Legacy-Umgebungen. Hauptumsatzbringer mit 35 Prozent Anteil ist der Finanzdienstleistungsbereich. "Sie werden in Österreich kaum eine Bank oder Versicherung finden, wo keine Beko-Leute an IT-Projekten beteiligt sind", behauptet Max Höfferer, Sprecher des Unternehmens.

Im Sommer 1998 wagte Beko den Weg über die Alpen. Nach Gründung einer ersten Niederlassung in Idar-Oberstein bei Frankfurt, als zentraler Finanzplatz eine nahe liegende Anlaufstelle, folgte ein weiteres Büro in München, und im Juni 1999 debütierte Beko am Neuen Markt in Frankfurt.

Gleichzeitig begann man an der Donau die Struktur der Unternehmensgruppe zu einer Beteiligungs-Holding umzubauen, nicht zuletzt um das operative Geschäft um Themen wie Application Service Providing (ASP) oder E-Business zu erweitern. Jüngster Coup ist die 55-prozentige Übernahme der österreichischen Offert.com Internet Services GmbH, einem Betreiber von Business-to-Business-Online-Marktplätzen im Internet. Beko konnte sich damit den Zugang zu einer Internet-Plattform für das eigene Angebot erkaufen.

Doch während sich der Konzern in der Heimat als Riese etabliert hat, gilt er hierzulande noch als Zwerg unter vielen. Das Unternehmen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und setzte im Geschäftsjahr 1999 rund 80 Millionen Euro bei einem Betriebsergebnis von 8,7 Millionen Euro um. Für die erste Hälfte 2000 meldet der Konzern allerdings einen Umsatzrückgang um vier Prozent sowie ein sinkendes Betriebsergebnis - von 5,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 846 000 Euro.

Als Hauptgrund für das schlechte Abschneiden nennt Beko "Umstrukturierungen in der österreichischen Bankenlandschaft", wo das Unternehmen traditionell stark vertreten ist. So droht etwa mit der Übernahme der Bank Austria durch die bayerische Hypo-Vereinsbank einer der wichtigsten Kunden wegzufallen, da Aufträge für IT-Dienstleistungen künftig wohl von München aus entschieden werden. Ein weiterer Punkt sei die Personalknappheit, die die Kosten für externe wie interne IT-Experten in die Höhe treibe.