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25.04.1986

Beleglesesysteme alten Stils scheinen allmählich auszusterben

"Im Rahmen der Weiterentwicklung von DV-Systemen hat sich gezeigt, daß bei uns die Zeit reif ist für eine Ablösung von Beleglesern, die jahrelang ihren Dienst verrichteten, nun aber Dialogsystemen weichen müssen." Dieser Standpunkt von Günter Schorn, Organisationsleiter bei der deutschen Lloyd Versicherung, München, scheint gerade im Versicherungsbereich einen Trend zu markieren. Bei ihm wird die alte Maschine sukzessive abgebaut und eines Tages - auf Dialogsysteme nach vollständiger Umstellung - eliminiert sein. Er sieht seinen Belegleser als Batch-Medium an, der aufgrund seiner Anfälligkeit ein "unkalkulierbares Risiko bei der Datenerfassung" darstellt. Eine alternative Lösung hat Dr. Roland Klose, DV-Leiter beim Hamburger Schuhhaus Görtz, für sein Unternehmen gefunden, wenngleich dies auch noch nicht die endgültige Form einer effektiven Datenerfassung markiert: Bei ihm kommen Magnetkarten-Etikettierungen in Frage, die per Lesestift von den Filialen gelesen und online im Zentralrechner weiterverarbeitet werden können.

Dr. Roland Klose DV-Leitung, Schuhhaus GmbH, Hamburg

Wir selbst setzen die Magnetkarten-Etikettierung bei uns ein und erfassen diese Daten per Magnetlesestift direkt in die Kassen hinein. Was uns wichtig erscheint ist die Tatsache, daß bei diesem System die Lesesicherheit sehr hoch ist, was für den reibungslosen Ablauf unumgänglich ist. Die Kosten hierfür sind auf der anderen Seite allerdings auch nicht zu verachten: Im direkten Vergleich zu anderen Beleglesesystemen ist diese Methode un(...)ch teurer.

Wir zeichnen unsere Ware zentral - von zwei Lagerstandorten her - aus, nachdem wir sie von unseren Lieferanten erhalten haben, und verteilen die Produkte dann weiter an unsere rund 80 Filialen in der Bundesrepublik. Dort wird die Ware dann am Verkaufspunkt durch die Magnetlesestifte an den Kassen erfaßt.

Dieses Verfahren hatte damals die IBM in Verbindung mit den entsprechenden Kassensystemen 3680 in den Markt gebracht und diese konnten entweder Magnetcodes oder OCR-Codierungen lesen. Wir nehmen allerdings an, daß sich auf lange Sicht der Barcode durchsetzen wird und diese bisherige Form der Magnetcode-Erfassung allmählich sterben wird. Man kann davon ausgehen, daß eine Vereinheitlichung hin zum Barcode gehen und sich hier ein Standard entwickeln wird.

Ansätze hierfür gibt es ja bereits im Food-Bereich, auf dem Großhandelssektor und auch im Warenhaus-, also Nonfood-Bereich. Vor allem ist von Vorteil, daß die Beschränkung in der Ziffernzahl bei der Barcodierung ab- und parallel die Lesesicherheit auch bei diesem System zunimmt. Gerade für uns, den Schuhhandel aber auch für den Textilhandel war dies bislang ein Hinderungsgrund, Barcodes zur Artikelerfassung einzusetzen. Wir haben eine Schuhhauskette in den Vereinigten Staaten; die bereits alles über Barcode abwickeln - von daher wurden also schon zahlreiche Erfahrungen gesammelt.

Der Grund, warum es speziell bei uns noch ein Hemmnis gibt, liegt einerseits daran, daß wir eine große Zahl an Informationen auf unseren Magnetcodes zur Verfügung stehen haben, was umgesetzt auf den Barcodes zu einem extrem großen Etikett auf den Schuhen führen würde. Der zweite Punkt ist die Investition, die wir bisher in bezug auf die Ausstattung mit Magnetcodesystemen getätigt haben. Dies muß sich zunächst einmal amortisieren, so daß wir vermutlich innerhalb der nächsten zwei, drei Jahre nicht spontan auf Barcode umstellen werden.

Was aus Gründen der Unübersichtlichkeit hier auch zum Tragen käme, wäre die doppelte Auszeichnung der Ware während des parallelen Betriebs zweier unterschiedlicher Systeme: Dies wollen wir vermeiden. Wir verfügen in bezug auf die Hardware über eine IBM 4341, die als Zentralrechner fungiert, und bei den Kassen haben wir uns für die Installation von 3680-Systemen entschieden. Mit der derzeitigen Lösung sind wir durchaus zufrieden, gehen aber davon aus, daß sich bei uns mittelfristig Veränderungen ergeben. Wünschenswert wäre eventuell auch eine Lösung in Richtung EAN, wobei dies im Schuhfachhandel nicht ganz unproblematisch erscheint.

Günter Schorn Leiter Organisation, Deutscher Lloyd Versicherungen AG, München

Wir sehen die Anwendung von Beleglesesystemen sehr leidenschaftslos: Bei uns stand ein solches System etwa zehn Jahre lang und hat seinen Dienst getan. Nur ist aus unserer Sicht und Anwendung heraus jetzt die Zeit reif für eine Ablösung in eine andere Richtung. Im Rahmen der Weiterentwicklung von DV-Systemen haben wir im Laufe der Zeit den Belegleser immer weiter sukzessive "abgebaut", so daß er eines Tages vermutlich vollständig eliminiert sein wird.

Wir sehen den Belegleser als reines Batch-Medium an und für unsere Belange erscheint der Einsatz von Dialogsystemen auf Dauer sinnvoller zu sein. Ein weiteres Problem ergab sich auch dadurch, daß dieser Belegleser jetzt in die Jahre gekommen ist. Sollte ein solches System dann ausfallen, ist automatisch der Batch-Prozeß gehandikapt. Einen solchen kritischen Punkt können wir aber bei der Form unserer Applikationen einfach nicht mehr riskieren.

Wir haben diese Maschine bislang schwerpunktmäßig auf dem Sektor der Erfassung von Codierbelegen eingesetzt, die in der Sachbearbeitung vorbereitet wurden. Aufgrund des Fehlens von Dialoggeräten hatten Sachbearbeiter also bisher die Belege codiert, die dann im Belegleser weiterverarbeitet wurden. Vor einiger Zeit erschien das noch als akzeptable Lösung, wenn zehn oder mehr Mitarbeiter diese Tätigkeit verrichteten.

Eine Neulösung dieses Problems kann nicht zuletzt auch aus Kostengründen nur längerfristig ins Auge gefaßt werden; das führt dazu, daß bei bestehenden Systemen immer wieder versucht wird, das noch mögliche Optimum herauszuholen. Schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt, daß mit jeder Hinzunahme von Dialogsystemen ein Aufgabenbereich mehr vom Belegleser verschwand. Ich persönlich kann mir andererseits gut vorstellen, daß trotz alledem auch heute noch sinnvolle Anwendungen auf Beleglesesystemen möglich ist, man denke beispielsweise an Scanner.

Da dies aber bei uns nicht der Fall ist, haben wir uns für den Einsatz von reinen Dialogsystemen entschieden, die unserer Problemstellung am besten gerecht werden. Bei der Konzeption, die wir vor rund fünf Jahren anstrebten, hat ein Belegleser im konventionellen Sinne für uns nun keine besondere Bedeutung mehr. Was bei einer solchen Entscheidung - Umstellung von Beleglesern auf Dialogsysteme - eben auch bedacht werden muß, ist die Frage der Wirtschaftlichkeit, denn letzten Endes stehen hier Kosten dahinter, die scharf kalkuliert werden müssen.

Werner Fritsch DV-Leiter, Hertie GmbH, Frankfurt

Bestell- sowie Lohn- und Gehalts-Belege laufen bei uns über ein Beleglesesystem. Alles was über Bestellungen direkt läuft, wird bei uns auf lesbare Belege umgeschrieben, die dann wiederum eingelesen werden. Bei einer Hauptmusterung können das bis zu 20000 Belege pro Tag sein, die verarbeitet werden. Das passiert jedoch lediglich an etwa zweimal sechs Wochen pro Jahr - ansonsten beschränkt sich die Zahl auf rund 2000 Belege täglich.

Im Bereich der Belegerfassung von Lohn und Gehalt kommen wir auf ein Volumen von rund 12000 Stück, die im Monat verarbeitet werden. Eine IBM 1287 leistet uns hier noch wertvolle Dienste. Die Strichcode-Verarbeitung wird bei uns nicht mehr gemacht - mittlerweile sind wir in diesem Bereich wieder auf die Erfassung von Belegen zurückgegangen, die ganz normale Zahlen beinhalten.

Der Grund, warum wir bei der Warenauszeichnung nicht mehr mit Strichcode arbeiten liegt darin, daß jedes einzelne Stück so verschiedenartige Daten hat (sechsstellige Sortimentsnummer, Farbe, Größe Menge etc.), die innerhalb eines Strichcodes nicht mehr sinnvoll genutzt werden können. Wir hatten einfach zuviel Daten. Zum Einsatz kam das System, als die gesamte Waren- und Sachbuchhaltung sowie die Statistik per Strichcode abgewickelt wurden.

Etwas anders gestaltet sich das bei den eigenen Verkäufen: Dort hat bei uns der Strichcode in Verbindung mit dem Lesestift an der elektronischen Kasse Einzug gehalten, so daß mittlerweile fast alle unsere Warenhäuser mit diesem System ausgestattet sind. Die pro Tag eingehenden Datenmengen werden nach Ablauf des Arbeitstages per POS-System auf telefonischem Wege hereingeholt, und diese Daten werden im Hause von einer 3650 gespeichert. Das ganze geschieht vollautomatisch.

Noch sind nicht alle Artikel bei uns in der Weise mit Codes versehen, daß sie auf dem genannten Wege verarbeitet werden können. Zukünftig wird jedoch jedes einzelne Produkt mit einer Codierung ausgestattet werden, damit alles per Strichcode-Erfassung intern abgewickelt werden kann. Wir planen ferner den Aufbau regionaler Rechenzentren, die dann dazu führen werden, daß das derzeitige POS-System irgendwann einmal "einschlafen" wird.