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Schlüsselrolle Fernsprechnetze in der Nutzung der Größtintegration:


11.06.1982 - 

Bell Labs: Bald eine Million Gatter je Chip

SAN FRANCISCO (cw) - Integrierte Schaltungen mit einer Million Gatter je Chip werden in wenigen Jahren geliefert, meinte ein Sprecher der Bell Laboratories, Inc., Executive Vice President John S. Mayo. In seinem Grußwort an eine Tagung über Festkörpertechnologie in San Francisco wies er darauf hin, daß den bestehenden Fernsprechnetzen eine Schlüsselrolle in der Nutzung der Größtintegration (VLSI-Technologie) zukommen werden.

Obwohl die neue Schaltungstechnik vor allem für Anwendungen in der Wirtschaft bestimmt sein wird, dürfte der endgültige Bedarf vor allem durch die Heimelektronik im Rahmen der Technik des Informationszeitalters bestimmt werden. Alle davon betroffenen Systeme, so Mayo, werden Zugriff zu allen anderen Systemen und den dazugehörenden Datenbanken haben. Daraus leitet sich ein hoher Bedarf an Vermittlungstechnik ab. Da sich außerdem der Signalbereich des Informationszeitalters von einem bis zu 100 Millionen Bit/s erstreckt, werden es digitale Breitbandeinrichtungen sein müssen.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie das bestehende Fernsprechnetz diese Anforderungen erfüllen kann, sagte er. Im einzelnen sind es folgende:

- Bitraten im Bereich mehrerer Tausend Bit/s lassen sich in beiden Richtungen auf einer Zweidraht-Fernsprechleitung mit Hilfe der Standard-Modulationsverfahren oberhalb des Sprachbands übertragen.

- Wechselseitige digitale Datenübermittlung mit hoher Geschwindigkeit ist ebenfalls auf einer Zweidrahtleitung möglich, indem Bitbündel von Daten so hin- und herbewegt werden, daß keines der Endgeräte in der Zeit sendet, in der es empfangen muß.

- Regenerative digitale Übertragungsverfahren in beiden Richtungen ermöglichen Bitraten von mehreren Millionen Bit/s auf einer Vierdrahtleitung. Diese Technik wird seit 1962 in großem Umfang angewandt.

Mayo erwähnte die Lichtwellenleitertechnik als weitere Alternative. In den Vereinigten Staaten, in Großbritannien und in der Bundesrepublik ersetzen Lichtwellenleitersysteme immer mehr Kupferkabel.

In seinem Vortrag wies er außerdem auf folgende Punkte hin:

- Die Technik des Datenverkehrs ist in den Fernsprechnetzen schon sehr weit fortgeschritten, dagegen ist sie in den anderen Netzwerken wesentlich weniger entwickelt.

- Die Kosteneffektivität der Halbleiterelektronik wird sich durch die Entwicklung lithografischer Verfahren mit immer kleinerer Strukturbreite weiter verbessern. Dagegen verlangt der Entwurf von Schaltungen mit immer höherer Komplexität weitere Verbesserungen in den computergestützten Entwurfsverfahren (CAD). Außerdem ist eine noch engere Kopplung von Systemtechnik und Halbleitertechnologie erforderlich, um zu optimalen Chip-Entwürfen zu kommen.

- In dem Maße wie die Leistung der VLSI-Technik zunimmt, gilt das auch für die Hardwarelösung von Softwareproblemen. Die zusätzlichen Möglichkeiten verlangen aber auch neue und wirksame Methodologien für die Softwareentwicklung. Dringend erforderlich sind bessere Entwicklungshilfen sowie automatische Verfahren der Softwarewartung.

- Die ganzen Vorteile der Automatisierung und eine Fülle von Informationsdiensten verlangen kostengünstigere, fehlerfreie Datenbanken mit Unterstützungssystemen zum Updating und zur - Synchronisation. Für diese Datenbanken bieten sich eine ganze Reihe von Speichertechniken an.

Die neueste Speichertechnik sind die optischen Speicher, die bis 1986 zu Kosten von etwa zehn Mikrocent je Bit lieferbar sein werden, was sehr günstig ist. Die Kosten von Halbleiter- und Plattenspeichern mit beweglichem Kopf zeigen eine weiter fallende Tendenz. Dasselbe gilt für Blasenspeicher, doch werden diese kaum unter das Kostenniveau der Plattenspeicher sinken.

*Phil Hirsch gehört zum Washington Bureau der COMPUTERWORLD.

Aus COMPUTERWORLD vom 3. Mai 1982 übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen