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18.05.1990 - 

Kunden profitieren vom starken Wettbewerb in den USA

Bellcore-Vorstand bemängelt die Netzpolitik der US-Carrier

NEW YORK (IDG) - Ins Kreuzfeuer der Kritik ist Irwin Dorros geraten. Der Vizeprasident von Bellcore vertritt die Ansicht, daß amerikanische Carrier gegenüber der japanischen und europäischen Konkurrenz beim Einsatz öffentlicher Netztechnik mehr und mehr ins Hintertreffen geraten.

In seiner Rede auf einer Konferenz des US-Wirtschaftsmagazins "Business Week" zum Thema "Die Zukunft der Telekommunikation und Informationstechnik in der Welt" prognostizierte Dorros wirtschaftliche Nachteile der Amerikaner im internationalen Telecom-Geschäft. Seiner Ansicht nach sind die Japaner schon im Jahr 1994 in der Lage, überall im Land ISDN-Anschlüsse zu realisieren, während in den USA bis dahin erst 24 Prozent der Bevölkerung diese Technik nutzen könnten. Ferner hielt der Bellcore-Vize den Carriern vor, daß Staaten wie Kanada, die Schweiz, Großbritannien und die Bundesrepublik 50 bis 150 Prozent mehr an Finanzmitteln in den Aufbau von Netzen auf Basis modernster Technologien investieren.

In seiner Kritik warf er den amerikanischen Anbietern ferner vor, im Vergleich zu ausländischen Konkurrenten für Großkunden zwar möglicherweise bessere Services bereitzustellen, den kleinen Anwender aber stark zu vernachlässigen. Dorros: "Wir wollen keine Zweiklassen-Gesellschaft, wo nur die Großen von der Revolution in der Informationstechnologie profitieren."

Ein schiefes Bild der Situation in den USA

Auf Unverständnis stieß der Redner mit seinen Ausführungen allerdings bei einem Großteil der Zuhörer. Man warf ihm vor, seine Aussagen stützten sich auf bewußt einseitig ausgewählte Teilaspekte, die ein schiefes Bild der wahren Situation in den USA zeichnen.

Ganz anderer Ansicht als Dorros ist zum Beispiel Peter Smith, Manager International Telecommunications der Reuters Holding und Chairman der Londoner International Telecommunications Users Group. Er glaubt, daß die Amerikaner weltweit die Nase vorn hätten und andere Carrier vielfach in Techniken investierten, die Anwender gar nicht wollen. Ferner zögen die US-Kunden Nutzen aus dem wesentlich stärkeren Wettbewerb im eigenen Land. So seien zum Beispiel in den USA von privater Seite digitale Leitungen und Services stärker gefragt als in Europa und Japan, weil sie weniger kosteten.

In ein ähnliches Licht rückte auch Pieter Weltevreden, Direktor für Telekommunikation bei der EG-Kommission in Brüssel, die Aussagen von Dorros: "Ich habe nicht den Eindruck daß die USA an Boden verlieren. Wir dürfen nicht außer acht lassen, daß wir in Europa zwar immer sehr optimistisch über Netzdienste reden, davon aber noch weit entfernt sind."