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04.04.1997 - 

Vernichtende Kritik von Bloor Research

Benchmarking stellt Microsofts SQL Server bloß

"Was leisten DB/2 und SQL Server auf einem Unix- und NT-System bei realistischer Belastung auf mittelgroßen SMP-Servern bei einem durchschnittlichen Tuning?" Dieser Leitfrage für das Datenbank-Benchmarking gingen kürzlich die Analysten von Bloor Research nach. Das Ergebnis aus dem englischen Bletchley liest sich mit einer Ausnahme wie Werbung für das IBM-System.

Pluspunkte gegenüber dem Konkurrenzprodukt konnte die Microsoft-Datenbank lediglich bezüglich Installation und Bedienbarkeit sammeln. Die Tester loben die gelungene Integration von Betriebssystem und Datenbank sowie das Benutzer-Interface. Damit allerdings bestimmte SQL-Server-Kommandos auf der NT-Plattform ablaufen können, muß die Anzahl der dezidierten Prozessoren geändert werden. Da die Dokumentation keinen Hinweis auf die Bedeutung dieser Parameterkonfiguration enthält und zudem der NT-Performance-Monitor nicht adäquat auf das Datenbank-Management-System eingestellt ist, verzögert sich der Installationsprozeß erheblich.

"Überraschend einfach" für ein Unix-System findet Bloor Re- search die DB/2-AIX-Implementierung. Die Verträglichkeit von DB/2 und Windows NT lasse jedoch zu wünschen übrig. So klappte die Installation nicht beim ersten Mal, die Online-Hilfe erwies sich als eher verwirrend denn hilfreich. Für gravierendere Probleme sorgten Unverträglichkeiten der DB/2-Kommandozeile.

Die leichte Überlegenheit der Microsoft-Datenbank auf diesem Gebiet gleicht jedoch in keinem Fall die erheblichen Probleme bei der Skalierbarkeit nach Nutzern und Prozessoren sowie die mangelnde Zuverlässigkeit aus. Bis zu einer User-Zahl von 384 zeigte die DB/2-AIX-Konfiguration keinerlei Effizienzverluste. Die Reaktionszeiten waren dreimal besser als die besten Ergebnisse der NT-Systeme.

Während DB/2 und SQL Server auf der NT-Plattform bei 32 bis 64 Benutzern untereinander noch keine dramatischen Unterschiede aufwiesen - die Microsoft-Datenbank ist anfangs sogar ein wenig schneller -, änderte sich die Performance bei 128 Usern. Während die DB/2-Leistung umgerechnet auf den einzelnen Benutzer sogar steigt, fällt das Microsoft-Erzeugnis bei 192 Anwendern deutlich zurück. Ab 256 Nutzern gewinnt DB/2 auf Windows NT sogar noch einige Sekunden pro Nutzer.

Bei 350 Usern auf dem SQL Server steigt die 4+0-Konfiguration aus. Bei dieser Anordnung werden alle vier Prozessoren von der jeweiligen Datenbank genutzt. Um überhaupt eine so hohe Anzahl von Usern auf der Microsoft-Datenbank zu ermöglichen, mußten die Tester von Bloor Research eine 3+1-Anordnung wählen. Dabei bleibt ein Prozessor etwa für Systemaufgaben von Datenbankzugriffen frei.

Auch Inkonsistenz scheint lediglich ein Problem des SQL Servers zu sein. Mit der Anzahl der Prozessoren sinkt die Zuverlässigkeit.

Nicht nur daß das Microsoft-Produkt bei einer großen Anzahl von Benutzern ohnehin fast zum Erliegen kommt, es bricht völlig zusammen, wenn dann in der Absicht, das System zu entlasten, einer der Clients abgeklemmt wird. Zudem erwies es sich bei Schreibzugriffen als unmöglich, mehr als 17 Benutzer über einen Client anzubinden.

Das DB/2-System verhielt sich im Vergleich zum Microsoft-Produkt deutlich fehlertoleranter. So war es nahezu unmöglich, die IBM-Datenbank mit Applikationsfehlern zum Absturz oder Erliegen zu bringen.

Zumindest aber dürfte nach einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" der SQL Server bei Preisen von rund 1600 Dollar pro Server und 120 Dollar pro Client das derzeit kostengünstigste relationale Datenbanksystem sein.

Deswegen und aufgrund der Integration in andere Microsoft-Produkte hat sich laut IDC der Verkauf des Datenbanksystems im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von rund 229 Millionen Dollar verdoppelt. Das Microsoft-Produkt habe mittlerweile einen Marktanteil von fünf Prozent.