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12.03.1982 - 

Halbleitertechnologie stößt in den Submikronbereich vor:

Benutzer fordern Migrationsmöglichkeit

PHOENIX/ARIZONA (CW) - Noch In den 80er Jahren wird die verbesserte Halbleitertechnologie den Endbenutzern zu flexibleren Anwendungen verhelfen, sagten Experten der Motorola. Inc., vor kurzem voraus.

Dennis Pfleger, zuständig für das strategische Marketing bei Mikroprozessoren und Softwareprodukten in der Semiconductor Products Division, bezeichnete die Gate-Array-Technologie als Vorläufer anspruchsvollerer Schaltungen. Die Zeit sei nicht mehr fern, in der man 370/168 auf einem Siliziumchip unterbringen könne. Allerdings sei die Frage der Anwender berechtigt, welchen Nutzen eine solche technologische Großtat eigentlich habe. Pfleger sagte weiter, diese enorme Rechenleistung würde vor allem die Benutzer vor Probleme stellen, die noch nicht einmal wüßten, was man mit einer Einzelchip-Mikrosteuereinheit anfangen könne. Den Standpunkt von Pfleger bekräftigte Motorola-Berater Ralph Greenburg mit der Bemerkung, erst 1985 hätte man erreicht, daß die Befehlsvorräte den unterschiedlichsten Kundenbedürfnissen entsprechen würden. Bis dahin seien sie nämlich im wesentlichen so zusammengesetzt, wie der Kunde es braucht. So wird beispielsweise ein Benutzer in der Automobilindustrie einen Befehl für einen Sensor am Prüfstand wählen können, andererseits werden Benutzer in der Telekommunikationstechnik über Befehlsvorräte verfügen, aus denen ein Befehl ihnen beispielsweise die im Augenblick aktiven Netzknoten meldet.

Keine Abkehr von

Von-Neumann-Struktur

Die Experten lehnten aber auch die kürzlich von japanischen Computerfachleuten vorgebrachte Ansicht ab wonach die nächste Computergeneration - die sogenannte fünfte Generation - eine radikale Abkehr von der Von-Neumannschen Struktur beinhalten sollte, auf der die Computersysteme der Welt seit 30 Jahren basieren. Diese Idee war Gegenstand einer speziellen, vom japanischen Ministerium für Welthandel und Industrie im letzten Jahr veranlaßten Studie, die bei den Herstellern in den Vereinigten Staaten und Europa großes Aufsehen erregte.

Wir halten zwar nach neuen Strukturen Ausschau, wollen dem Benutzer aber auch eine Migrationsmöglichkeit lassen. Außerdem glauben wir nicht, daß wir uns allzuweit von den gegenwärtigen Strukturen entfernen können. Um die Mitte der 80er Jahre werden die künftigen Prozessoren den Prozessor aus der Mitte der 70er Jahre zwar noch erkennen lassen, sie werden sich von diesen aber doch sehr stark unterscheiden", meinte Pfleger.

Motorola bezeichnet die neue "submicron technology" als weichenstellend für die zukünftige Produktentwicklung des Unternehmens. Wie bei den Gate-Arrays sei dies - so Greenburg - eine Möglichkeit, ein neuartiges Produkt zu schaffen, mit dem die Benutzer trotzdem noch vertraut seien. Die Submikron-Technologie mit Strukturbreiten von I bis 0,1 Mikrometer soll eine noch höhere Packungsdichte der Komponenten auf dem Chip gestatten, so daß sich für die Mikroprogrammierung und die Befehlsvorräte Möglichkeiten ergeben, über die man heute noch nicht verfügt.

Höhere Durchdringung

des Mikrocodes

Hinter dieser Technologie steht die Idee" eine größere Zahl von Schaltungen auf einem Siliziumchip unterzubringen und somit eine höhere Durchdringung des Mikrocodes zu erzielen. Bei Motorola, so Greenburg, habe eine Arbeitsgruppe auf höchster Ebene den Auftrag, den Japanern Paroli zu bieten. Es wurde eine beträchtliche Menge Geld für die Entwicklung dessen bereitgestellt, was man in den 90er Jahren brauche. "Ich persönlich glaube nicht, daß wir auf dem japanischen Markt jemals große Umsätze erzielen werden. Die Gefahr für uns besteht darin, daß die Japaner anfangen, ihre Computer besser zu machen. Das würde natürlich den von uns belieferten Markt schmälern", sagte er.

Nach einem unlängst von Hewlett-Packard veröffentlichten Bericht holen die amerikanischen Hersteller im Wettlauf um die beste Qualität der Schaltungen auf. In der Qualität des einzelnen Chips liegt Japan aber immer noch an der Spitze.

Wie die neuesten Umsatzzahlen erkennen lassen, hat Motorola die Texas Instruments, Inc., als bedeutendsten Lieferanten von Halbleiterschaltungen in den Vereinigten Staaten abgelöst.

Texas Instruments ist weltweit immer noch der größte Hersteller. Vor kurzem hat Motorola aber seine Absicht mitgeteilt, durch den Erwerb der Four Phase, Inc. sein Produktprogramm auf das Gebiet der Universalrechner auszudehnen. Das Unternehmen hat zwar seine Pläne nicht kommentiert, doch wird angenommen, daß Motorola dadurch für den Wettbewerb auf Wachstumsmärkten, beispielsweise dem der Büroautomatisierung, ein größeres Gewicht erhält.

*Robert Batt gehört zum West Coast Bureau der COMPUTERWORLD.

Übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen