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23.04.1976 - 

CW berichtet über das 3. DV-Programm der Bundesregierung:

Benutzerhilfsmittel sollen Unverträglichkeiten abbauen

Im Rahmen des 3. DV-Programmes der Bundesregierung werden für Anwendungen der Datenverarbeitung insgesamt 561,6 Millionen Mark bereitgestellt. Davon entfallen 42,0 Millionen auf die Förderung von Maßnahmen zur Schaffung von Benutzerhilfsmitteln (Tabelle).

Die Computerwoche setzt ihre Berichterstattung über Förderungsziele und -verfahren sowie einzelne Detailprogramme und ihre Rechtfertigung fort. Diese Woche: Benutzerhilfsmittel.

Im folgenden der genaue Wortlaut von Absatz 5.6 des 166seitigen Programmtextes: de

Die Datenverarbeitung wird heute, nachdem die Faszination der Pionierzeit abgeklungen ist, immer mehr als gewöhnliche Infrastruktur betrachtet, bei der Leistung, Zuverlässigkeit, Komfort und Kosten in angemessener Relation stehen müssen.

Auf dem Gerätesektor hat die technische Entwicklung in den letzten drei Jahren eine Verdoppelung des Leistungs-Preis-Verhältnisses ermöglicht. Dem steht bei den Programmen eine zunehmende Komplexität der Problemlösungen gegenüber, die durch ständig steigende Personalkosten geprägt ist. Bei integrierten Systemen kostet die Software schon etwa die Hälfte, eine weitere Verschiebung dieses Anteils auf etwa 70% im Jahre 1985 wird vorhergesagt. Der Grund für dieses ungleichgewichtige Verhältnis liegt letztlich in den Schwierigkeiten, bei der Herstellung von Programmen zu rationellen Verfahren zu kommen. Insbesondere die mangelnde Durchsichtigkeit von Programmsystemen führt darüber hinaus zu unverhältnismäßig hohen Kosten für Wartung und Fortentwicklung.

Der Anwender erwartet von den Datenverarbeitungs-Systemen eine weitere Steigerung der Verfügbarkeit. Insbesondere die Möglichkeit, bei Ausfall einzelner Moduln das System nicht stillsetzen zu müssen, sondern mit verringerter Leistung weiter zu betreiben, ist heute noch nicht in ausreichendem Maß gegeben. Dies hat zur Folge, daß allein durch die Wartezeit bis zum Eintreffen des Wartungsingenieurs bei totalem Ausfall der Anlage die Dienstleistung für Stunden - manchmal auch Tage - nicht zur Verfügung steht. Ähnliche Auswirkungen hat bislang noch der Ablauf der Wartungsprogramme.

Beim Übergang auf eine neue Anlage bedeutet die Umstellung von Anwenderprogrammen und Datenbeständen eine erhebliche Belastung des Anwenders wie auch des Herstellers. Dies führt zu einer unerwünscht starken Bindung an den Hersteller und verfestigt bestehende Markverzerrungen. Die langsam sich durchsetzende Vereinheitlichung von Datenverarbeitungs-Sprachen, Datensätzen und Schnittstellen kann dieses Problem nur unvollständig lösen, solange einzelne Hersteller in der Lage sind, eigene de facto-Standards aufgrund ihrer Marktposition durchzusetzen.

Ziele

Es sind geeignete Hilfsmittel zu entwickeln, die der Leistungssteigerung und Rationalisierung der

Software-Entwicklung bei Anwendern und Herstellern dienen. Entwicklung und Dokumentation von Programmen müssen systematisiert und maschinell unterstützt werden, um das Preis-Leistungs-Verhältnis der Datenverarbeitung weiter zu verbessern.

Der Betrieb von Datenverarbeitungs-Anlagen is hinsichtlich der Auslastung von Betriebsmitteln zu verbessern, die Zuverlässigkeit der Datenverarbeitungs-Systeme soll erhöht und ihre Überwachung erleichtert werden. Der Betrieb und die Wartung von Rechnern sollen so weit vereinfacht werden, daß beim Anwender keine Spezialistengruppen mehr dauernd verfügbar sein müssen, deren Kosten den Einsatz von Rechenanlagen in kleineren Betrieben unwirtschaftlich machen.

Der Übergang auf Rechner von Herstellern mit europäischer - insbesondere deutscher - Basis soll erleichtert werden durch maschinelle Hilfsmittel zur Umstellung von Programmund Datenbeständen. Geräte und Programme zur Schnittstellenumsetzung sollen vorhandene Unverträglichkeiten mit Peripheriegeräten überbrücken helfen, um dem Benutzer die notwendige Unabhängigkeit vom Hersteller zu geben und kostengünstige "mixed hardware"- Lösungen zu ermöglichen.

Förderungsmaßnahmen

- Rationalisierung der Software-Herstellung

Gefördert werden Systeme zur maschinellen Unterstützung des Entwurfs, der Dokumentation und der

Implementierung von Programmen.

- Erleichterung und Rationalisierung des Betriebs von Datenverarbeitungs-Anlagen Gefördert wird die Entwicklung von Programmen, die eine maschinelle Unterstützung derjenigen Tätigkeiten im Rechenzentrum möglich machen, die derzeit noch hochspezialisierte und teuere Fachleute erfordern. Außerdem werden Programmentwicklungen gefördert, die zur besseren Anpassung der Datenverarbeitungs-Anlagen und der Grundsoftware an die Bedürfnisse der Rechenzentren und ihrer Benutzer beitragen. Neben automatisierten Meß- und Diagnoseverfahren für den Betrieb und die Wartung werden insbesondere Entwicklungen zur automatischen

Betriebsmittelverwaltung gefördert.

- Übertragung von Programmen und Datenbeständen

Gefordert werden Emulationsprogramme, Schnittstellenumsetzer und Konvertierungsprogramme.

Projektträger: Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH, Postfach 1240, 520S St. Augustin 1.