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18.06.2004 - 

Lünendonk-Rangliste der IT-Berater und Systemintegratoren

Berater am Ende der Talsohle

MÜNCHEN (CW) - Der Markt für IT-Berater und Systemintegratoren in Deutschland blieb auch 2003 unter Druck. In der jährlichen Lünendonk-Liste der größten Anbieter hat dies zu teils deutlichen Verschiebungen in der Rangfolge geführt. Beobachter sehen indes Anzeichen für eine allmähliche Auflösung des Projektstaus.

Die Talfahrt des deutschen IT-Beratungs- und Systemintegrationsgewerbes setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. Durch die insgesamt schwache Nachfrage habe "sich erneut einiges an den Preisstrukturen getan", berichtet Thomas Lünendonk, der die gleichnamige Unternehmensberatung in Bad Wörishofen leitet. Das Unternehmen erhebt seit Jahren Daten für seine branchenweit bekannten Listen, in denen die Dienstleister ihren Umsätzen entsprechend eingeordnet werden.

An der Spitze lag im vergangenen Jahr IBM Business Consulting Services, die nach der Übernahme von Pricewaterhouse-Coopers Consulting erstmals in der Rangliste berücksichtigt wurden. Die VW-Tochter Gedas sowie CSC Ploenzke, im Vorjahr noch Erster und Zweiter, fielen hingegen mit leichten Umsatzrückgängen aus den Medaillenrängen heraus. Ein weiterer Neuzugang, die Deutsche Post IT Solutions, positionierte sich auf Anhieb auf Rang zehn.

Den größten Sprung im Vorderfeld aus eigener Kraft vom vierten auf den zweiten Platz schaffte die Lufthansa Systems Group. Damit war die profitable Dienstleistungstochter des Carriers eine der fünf Firmen der Top 25, denen es 2003 gelang, die Einnahmen zu steigern. Atos Origin zählte ebenfalls dazu, indes kauften die Franzosen im vergangenen Jahr die Dienstleistungssparte von Schlumberger Sema. IDS Scheer hingegen schluckte Teile der Plaut-Beratungsgruppe und blieb stabil auf dem elften Platz, während Plaut als Folge der Verkleinerung von Rang zehn auf Position 23 abstürzte. Den Umsatz erhöhen konnten zudem noch die bayerischen Firmen MSG Systems, ein Spezialist für die Versicherungsbranche, sowie ESG Elektroniksystem- und Logistik, die im Umfeld der Wehrtechnik tätig ist.

Die Endlichkeit des Markts

"Die Kunden haben zurückhaltend in große Softwareprojekte investiert, weshalb Beratungs- und Integrationsaufgaben weggefallen sind", fasst Lünendonk das dritte Jahr der Krise zusammen. Die einst von zweistelligen Wachstumsraten erfolgsverwöhnten IT-Berater "freuen sich heute schon über einen Anstieg der Einnahmen von null bis fünf Prozent". Dabei sei die Situation fast ausgewogen: "Alle haben Probleme und erleben die Endlichkeit des Markts." Laut dem Beratungsunternehmen Diebold/Detecon schrumpfte das Gesamtvolumen von 12,8 Milliarden um sieben Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Davon nahmen die Top 25 rund fünf Milliarden Euro oder 42 Prozent ein - im Jahr 2002 waren es noch 48 Prozent gewesen.

Auch im laufenden Jahr werde die Konsolidierung anhalten, prognostiziert Lünendonk, denn die unabhängigen Systemintegratoren würden zusätzliche Konkurrenz bekommen: "Softwarehäuser steigen in den Markt ein und integrieren nicht nur die eigenen Programme, sondern auch Tools von Drittanbietern". Ein deutliches Signal dafür sei die Übernahme der SAP SI AG durch den Mutterkonzern gewesen.

Dennoch sieht der Listenmacher einen Silberstreif am Horizont für die IT-Berater und Systemintegratoren. "Alle Dienstleister, die nur knapp verloren haben oder auf gleicher Umsatzhöhe durchs Ziel gekommen sind, waren unter dem Strich erfolgreicher als im Vorjahr." Reduzierte Preise und schrumpfende Auftragsvolumina konnten durch Neuakquisitionen wettgemacht werden. Dass einige Firmen erfolgreich gewirtschaftet hätten, schlage sich indes nicht wie in den Vorjahren in deutlichen Umsatzsteigerungen nieder.

Für das laufende Jahr könne man Lünendonk zufolge "durchaus zuversichtlich sein", auch wenn er das Wachstum des Gesamtmarkts auf gerade einmal zwei Prozent schätzt. Der Investitionsstau löse sich zwar nicht in einer großen Welle, aber immerhin langsam auf: "Die steten Hard- und Software-Releases setzten die Anwender unter Zugzwang, neue Plattformen zu errichten." Zudem müssten immer weniger Mitarbeiter immer mehr bewegen: "Das geht in der Regel nur mit intelligenten IT-Systemen." Lünendonks Fazit: "Der Markt stellt sich auf den ersten Blick düsterer dar, als er in Wirklichkeit ist." (ajf)

Abb: Kaum Wachstum im Consulting-Markt

Nur fünf der ersten 15 IT-Beratungsunternehmen konnten im vergangenen Jahr ihren Umsatz steigern, in zwei Fällen gelang dies aufgrund von Übernahmen. Quelle: Lünendonk