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05.09.2006

Beraterinnen sind begehrt

Karriere machen allerdings die Männer.

Der Anteil von Frauen in der Unternehmensberatungsbranche hat seit dem Jahr 2000 deutlich zugenommen. Doch die Karrierechancen sinken mit steigender Hierarchiestufe. Diese Ergebnisse gehen aus der Studie "Karrierechancen von Frauen in der Unternehmensberatung" hervor, die Brigitte Grass, Professorin an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) sowie der Joerg Staufenbiel Personalberatung unter 44 Beratungshäusern betrieben hat.

Grass mahnt weitere Anstrengungen an, um das Wissens- und Ausbildungspotenzial von Frauen besser zu nutzen. "Die Entwicklung der letzten Jahre ist erfreulich, aber die Anstrengungen müssen auf eine breitere Basis gestellt werden. Nur wenn es den Beratungsgesellschaften gelingt, Frauen zu gewinnen und in die Projektteams zu integrieren, werden sie zukünftig erfolgreich sein. Sowohl der demographische Wandel als auch die Effizienz von gemischten Teams sprechen eine klare Sprache."

Beim Start in den Consulting-Beruf als Juniorberater liegt der Frauenanteil aktuell laut Studie bei 31,5 Prozent, im Jahr 2000 waren es 19,9 Prozent.

Der Anteil von weiblichen Beratern auf Partner- oder Geschäftsführungsebene ist zwar innerhalb der letzten sechs Jahre ebenfalls von 2,6 Prozent auf gut 9,1 Prozent markant gestiegen.

Jedoch machen die Zahlen deutlich, dass nur ein kleiner Teil der Berufseinsteigerinnen die Karriereleiter erklettert. Bei den Großen der Beratungsbranche sind Frauen in den Spitzenpositionen sogar nur mit rund sechs Prozent vertreten, der Frauenanteil bei den mittelgroßen Beratungsgesellschaften liegt bei knapp zehn Prozent. "Wir können es uns aber gerade in unserer wissensbasierten Branche nicht leisten, auf das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen in dem Maße zu verzichten wie bisher", betont BDU-Präsident Rémi Redley.

Befragt nach den Ursachen für die schwache Präsenz von Beraterinnen, antworteten die meisten Gesprächpartner: "Es handelt sich um ein männerdominiertes Berufsfeld." An zweiter Stelle wurde die hohe Arbeitsbelastung genannt, die die Beraterinnen häufig wegen der familiären Inanspruchnahme nicht tragen können. Mit fast gleicher Gewichtung folgte an dritter Stelle, dass Frauen zu wenig mobil seien und oft Teilzeitbeschäftigungen vorzögen, die in dieser Branche aber rar seien. Zweifel an der Qualifikation von Frauen sowie der Akzeptanz beim Kunden gibt es kaum.

Insgesamt bietet nur knapp jede vierte Unternehmensberatung spezielle Förder- und Unterstützungsprogramme - zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle, Mentorinnen-Programme oder Bewerberinnen-Veranstaltungen - an. Als wichtigstes Ziel der Frauenförderprogramme nannten die Beratungsgesellschaften, mit einem solchen Angebot auf die sich verändernden Kundenanforderungen zu reagieren. Weiterhin gehe es darum, die Vielfalt der Kompetenzen in den Beratungsfirmen zu erweitern und den Frauenanteil auf allen Hierarchiestufen zu erhöhen. Trotzdem gab nur eines der befragten großen Beratungsunternehmen an, eine Zielzahl für den Frauenanteil bis zum Jahr 2008 in Höhe von 30 Prozent festgelegt zu haben. "Auf den Chefetagen vieler Unternehmensberatungen scheint das Thema noch nicht wirklich angekommen zu sein", betonte Grass. (jha)