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18.09.1981 - 

Bei der Eurographics in Darmstadt waren die Profis unter sich:

Beratungsdefizit bremst CAD Marktwachstum

DARMSTADT (rs) - Die grafische Datenverarbeitung zählt mit Zuwachsraten von 30 bis 40 Prozent zu den Rennern der DV-Industrie. Reges Interesse fand sich demzufolge auch bei Kongreß- und Ausstellungsbesuchern der Eurographics '81 in Darmstadt. Die dreitägige Veranstaltung zog bereits doppelt soviel Fachleute an wie noch ein Jahr zuvor in Genf.

Der Gesamtumsatz im Bereich grafische Datenverarbeitung betrug im vergangenen Jahr (2. Halbjahr 80 und 1. Halbjahr 81) in der Bundesrepublik 330 Millionen Mark. Laut Diebold, mit

der Organisation der Eurographics in Darmstadt betraut, wuchs dieser Markt in den letzten zwei Jahren um jeweils 34 Prozent. Damit sei allein in diesem Zeitraum über die Hälfte des bisher erreichten Bestandswertes mit rund 1,3 Milliarden Mark erzielt worden.

Dennoch sollten diese Wachstumsraten nüchtern betrachtet werden: Am Gesamtmarkt für informationstechnische Produkte (1980: 20 Millionen Mark) hält die grafische DV nur

1,5 Prozent. Bei Wachstumsraten zwischen 30 und 40 Prozent erwartet Diebold, daß 1986 mit grafischen DV-Produkten mehr als 1,2 Milliarden Mark umgesetzt werden.

Die Anwendungen konzentrierten sich heute auf technisch-wissenschaftliche, mathematische, konstruktive und statistische Applikationen im industriellen Umfeld. Über 75 Prozent der Anwender von grafischer Datenverarbeitung, ermittelte Diebold in einer zur Eurographics fertiggestellten Studie, sind im Maschinenbau, in Elektrotechnik und Elektronik sowie im Baugewerbe angesiedelt.

Folglich zeigte die Mehrzahl der 51 Aussteller Lösungen für diese Bereiche. Auf den Ständen tummelten sich CAD-Profis, um aus dem teilweise überfordert wirkenden Standpersonal das letzte Quentchen Information herauszupressen. So bekrittelte denn auch Diebold-Geschäftsführer Dr. Gerhard Adler auf einer Pressekonferenz den Mangel an qualifizierten Verkaufsingenieuren. Er sieht dies als eine der Bremsen für ein noch schnelleres Wachstum der grafischen DV an. Als zweiten wichtigen Hemmschuh sieht Adler das Problem der Integration von grafischer Datenverarbeitung in Informationssysteme. Noch immer seien Bereiche wie numerische Steuerung, technisch-wissenschaftliche Berechnungen oder CAD "glückliche Inseln".

Rund 2500 Besucher und 650 Kongreßteilnehmer registrierte der Präsident der Eurographics Association, José Encarnacao auf der (Grafik-)Veranstaltung in der Technischen Hochschule Darmstadt. Selbst bei optimistischer Schätzung habe man nicht mehr als 500 Kongreßwillige erwartet so daß der überraschende Zustrom zu einer Verzögerung in der Versorgung der Teilnehmer mit Kongreßunterlagen führte.

Für die zukünftige Entwicklung des Marktes hält Encarnacao die Entwicklung leistungsfähiger Grafiksysteme in der mittleren und unteren Preisklasse für wesentlich. Ferner müßten bedienerfreundliche Systeme, die eine leichtere Umsetzung der Vorstellungen des Benutzers gestatten, geschaffen werden. Auch sollten die Hersteller an dem Abbau von Systembeschränkungen arbeiten, die heute noch die Kreativität der Anwender beeinträchtigten .

Trotz der deutlich technisch-wissenschaftlichen Orientierung dieser Eurographics rechnet die Branche mit größeren Zuwachsraten im Bereich der Business oder Presentation Graphics. Voraussetzung dazu ist allerdings der Diebold-Studie zufolge, daß im Rahmen der Textverarbeitung sowie in Verbindung mit dem Finanz und Rechnungswesen Produkte zur Verfügung gestellt werden, die die grafischen Funktionen als einfach zu bedienende und integrierte Bestandteile der jeweiligen Anwendung enthalten.

Die nächste Eurographics findet vom 8. bis 10. September 1982 in Manchester/England statt. Auch hier erwarten die Veranstalter eine Verdopplung der Darmstädter Zahlen.