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03.04.1980

Bericht von der ITB, Berlin:EDV auf der Tourismus-Börse gut gehandelt

Berlin - Datenverarbeitung hat sich auch im Tourismus auf breiter Front durchgesetzt. Dies zeigte die Internationale Tourismus-Börse, ITB, die Anfang März in Berlin weiterhin steigende Tendenz im Reisegeschäft signalisierte. Die Messe war ein großer Erfolg für die Reiseveranstalter, die Vertreter der Reiseländer, die Reisebüros und die Besucher.

Warum sich die Datenverarbeitung erst relativ spät in dieser Branche durchgesetzt hat, liegt an der besonderen Art dieses Dienstleistungsgewerbes, am früheren Preis-/Leistungsverhältnis von Datenverarbeitungssystemen, sowie an der früher oft mangelnden fachlichen Ausbildung der Tourismus-Fachleute, was moderne technische Hilfsmittel anbelangt.

Das hat sich jedoch inzwischen deutlich geändert. Vielen ist aus der Presse oder aus eigener Anschauung das Start-System bekannt, das in Reisebüros verschiedene Funktionen in Verkauf und Verwaltung ausübt. Start ist ein Rechnerverbund, dessen Einzelkomponenten der Start-Rechner und die bereits bestehenden Auskunftsbuchungs-systeme zum Beispiel der Deutschen Bundesbahn, der Deutschen Lufthansa und der Touristik-Union International sind. Es bewerben sich jedoch in der letzten Zeit auch große Firmen um die Möglichkeit, ein Start-Terminal zu erhalten, um an der Leistung des Gesamtsystems teilzunehmen. Auf der Tourismus-Messe war ein derartiges Terminal mit Drucker und Floppy-Disk ausgestellt.

Mit diesem System kann der Anwender im Reisebüro auf die Datenbank der Deutschen Bundesbahn zugreifen und eine elektronische Platzbuchung vornehmen, den Computer der Lufthansa anwählen und eine Angebotsdarstellung, eine Reservierung, eine Tarifinformation eine Flugscheinausstellung oder sogar eine Hotel- oder Städteinformation abrufen und bei der Touristik-Union International (TUI) Buchungen von Pauschalreisen durchführen beziehungsweise Alternativangebote bekommen. Zusätzlich ist aber auch der Zugriff etwa zum DER-Rechenzentrum möglich. Das Reisebüro führt mit Hilfe dieses Systems eine Kundendatei, kann Fahrpreise berechnen und ausdrucken, eine Verkaufsbelegerstellung durchführen, Journaldaten erfassen, Belegzähler und Kassenzähler sowie Umsatzzähler aufbauen. Das auf einem Stand in der Fachbesueherhalle aufgebaute System wird zwar sicher bald tausenden Reisebüros zur Verfügung stehen, Skepsis bleibt jedoch ob das Niveau der Kundenberatung wirklich angehoben werden kann.

Alternative für Nicht-Starter

Auf dezentrale Datenverarbeitung baut Nixdorf. Sie zeigte auf der ITB die Branchensoftware Tourbas auf der Basis des Rechners 8870/1. Das System ist besonders für kleine und mittlere Reiseveranstalter ausgelegt und erlaubt den Zugriff auf aktuelle Daten von Flug-, Bus-, Bahn- oder Schiffsreiseveranstalter.

Es lassen sich damit belegte und freie Reiseplätze und Hotelkontingente überwachen, aber auch die offenen Posten und vergebenen Optionen feststellen sowie für einzelne Zielgebiete oder Touren die Kosten und Erlöse kontrollieren.

Betriebswirtschaftliche Auswertungen G und V, Bilanzierung sowie Drucken von Mahnungen, offene Postenlisten etc. sind selbstverständlich unter vielen anderen Programm-Modulen vorhanden. Eine gute Alternative für die, die sich nicht am Start-System beteiligen wollen oder können.

Reiseservice aus dem

Rechenzentrum

Seit Jahren bietet auch das DER-Rechenzentrum Frankfurt Leistungen für die Reisebürobranche an. Auf der ITB offerierte es seine Möglichkeiten, wie Programme zur Verkaufsaufzeichnung Buchhaltung, Betriebswirtschaft, ein Lohn- und Gehaltsprogramm sowie für Touristik-Marketing. Ziel des DER-Rechenzentrums ist es, ausschließlich die besonderen Erfordernisse im Rechnungswesen der Reisebüros abzudecken. 750 Reisebüros haben die Vorteile dieses Verfahrens bereits genutzt.

Die "Gesamtkatalog Touristik GmbH" arbeitet im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Systemen ausschließlich für den Kunden. Ein Fragebogen muß ausgefüllt werden, die Daten werden in einen Kleincomputer eingegeben, und der Kunde erhält entweder sofort oder durch die Post zugesandt einen, nach seinen individuellen Wünschen ausgearbeiteten Reisevorschlag. Eine enorme Hilfe für den an tausenden von Katalogseiten oft scheiternden Urlauber.

Auch die Bundespost war mit einem großen Stand auf der ITB vertreten. Sie zeigte den Bildschirmtext, der als Informationsmöglichkeit für den Reisenden in Zukunft sicher eine Bereicherung ist. Der Bildschirmtext wird von vielen Reisebüros und Reiseveranstaltern bereits ängstlich beobachtet. Eine echte Konkurrenz für das persönliche, beratende Gespräch im Reisebüro dürfte er jedoch kaum sein.

Etwas besonderes hat sich die Firma EDS Elektronic Data Systems, Mailand, ausgedacht. Sie präsentierte auf der Messe ihr hotelinternes Buchungssystem auf der Basis des Commodore cbm 3032. Mit diesem Mikrocomputer können durchgeführt werden: Reservierung ein Jahr voraus; Buchung; Zimmerübersicht; Rechnungsschreibung; Planungen; Heraussuchen der Gäste nach verschiedenen Kriterien; Funktionen im gastronomischen Bereich wie das Ausdrucken von Menükarten, Rezepten etc.

Verschiedene andere Systeme wie das Holidex-System mit zukünftig neuem Terminal sowie HRC International zeigten ihre Leistungen.

Der Computer hat seinen Einzug auch in die Touristik und die Hotelbranche gehalten.

_AU:Prof. Klaus Jamin ist Dozent an der Fachhochschule, München.