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24.01.1975 - 

Wang Minicomputer 2200:

Berliner Schüler lernen programmieren

FRANKFURT - 18 000 Berliner Schulkindern werden die Schwierigkeiten beim Lesen von Stromrechnungen und dem Ausfüllen von Anträgen auf Lohnsteuerermäßigung erspart bleiben: 15 Schulen in Berlin sind bereits mit einem "Schulcomputer" ausgestattet. Der Senator für Schulwesen entschied sich für den Minicomputer 2200 von Wang Laboratories, Frankfurt. In den neuerbauten Gesamtschulen - amtliche Terminologie: Mittelstufenzentren - soll der Wang-Computer im Unterricht eingesetzt werden. Ziel der Berliner Schul-Avantgarde ist es, die Schüler mit den Grundlagen der Informatik vertraut zu machen.

Günther Holzwarth, der an der Planung des Computer-Einsatzes in den Berliner Schulen entscheidend mitgewirkt hat, sagt heute als Direktor der Carl-Diem-Gesamtschule, (selbstverständlich mit einem Wang 2200 ausgestattet) zum gegenwärtigen Stand der Dinge: "Die Anlage wird sowohl im Unterricht als auch in der schulischen Verwaltung eingesetzt. Vieles befindet sich noch im Aufbau; Erfahrungen müssen noch gesammelt werden."

Einfach zu bedienen

Der Wang-Computer wird hauptsächlich im Mathematikunterricht eingesetzt. "Ich habe meinen Schülern ein halbes Jahr Programmierpraxis voraus", sagt Detlef Pirk, Fachleiter für Mathematik an der Carl-Diem-Gesamtschule. Pirk leitet den Schülerlehrgang "Informatik".

Wichtigste Voraussetzung, eignet zu sein: Er muß von Schülern programmiert und bedient werden können. Die Programmiersprache sollte also einfach und leicht erlernbar sein.

Wang, bekannt durch programmierbare Tischrechner, hat um einen festverdrahteten "BASIC-lnterpreter" den Minicomputer 2200 "herumgebaut". Eine verblüffend einfache Konzeption. Die Eingabe der Daten die ein Computer erfüllen muß, um für die Schule geund Programme erfolgt über Worttasten, das heißt, jeder BASIC-Befehl wird mit einem Tastendruck eingegeben. Ein- und Ausgabe kann an einem Bildschirm verfolgt werden. Die Zentraleinheit enthält in einem Read Only Memory (ROM) den BASIC-lnterpreter sowie einen Benutzerspeicher, der in 4K-Stufen von 4 auf 32 K ausgebaut werden kann. Folgende Peripherie ist anschließbar: Magnetband- und Magnetplattenspeicher (maximal 4,9 Millionen Bytes), Kartenleser für Lochkarten und Markierungskarten, Ausgabeschreibmaschine und Schnelldrucker. Der "Schulcomputer" mit Bildschirm, Kartenleser, Schreibmaschine und Tastatur kostet im Kauf zirka 40 000 Mark.

Lehrer entlastet

Ein Lehrer, der an der Carl-Diem-Schule Klassenarbeiten korrigiert, tastet nur noch in den Computer ein, ob eine Aufgabe richtig oder falsch gelöst ist. Danach wird automatisch die Gesamtpunktzahl errechnet und die entsprechende Note vergeben.

Komplizierte mathematische Rechenoperationen brauchen nicht mehr "mühsam" an die Wandtafel gemalt zu werden. Sie können auf dem Bildschirm schrittweise durchgeführt und das Ergebnis abgelesen werden. Erleichterung haben auch lich nicht verhindern, daß die Schüler: "lch kann natürdie Schüler ihre Aufgaben mit dem Computer machen, wenn sie im Programmieren gut sind", sagt Lehrer Detlef Pirk.